Spendenaufruf für eine Gedenktafel zu Ehren von Dr. Marie Munk - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Women + Work Infos



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 17.04.2009


Spendenaufruf für eine Gedenktafel zu Ehren von Dr. Marie Munk
AVIVA-Redaktion

Bet Debora, eine 1998 ins Leben gerufene Initiative jüdischer Feministinnen, und der Deutsche Juristinnenbund (djb) möchten Dr. Marie Munk mit einer Gedenktafel ehren - an den Orten in Berlin,...




... wo sie geboren wurde, aufgewachsen ist und ihre Kanzlei betrieb.

Marie Munk gründete 1914 in Berlin zusammen mit Dr. Margarete Berent und Dr. Margarete Mühsam-Edelheim den "Deutschen Juristinnen-Verein". Zu diesem Zeitpunkt waren Frauen noch nicht zur zweiten juristischen Staatsprüfung zugelassen. Der Juristinnen-Verein verfolgte den Zweck, die Interessen, insbesondere die beruflich-wissenschaftliche Fortbildung der Juristinnen, zu fördern.

1933 löste der Verein sich auf, um der "Gleichschaltung" durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Die Gründerinnen des Juristinnen-Vereins gingen ins Exil und kehrten – wie die meisten anderen jüdischen und als Jüdinnen verfolgten Juristinnen – nicht aus der Emigration zurück. 1948 wurde in Dortmund die Vereinigung "Weibliche Juristen und Volkswirte e.V." gegründet, heute "Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb)", die sich als Nachfolgerin des früheren Juristinnen-Vereins betrachtet. Weitere Informationen finden Sie unter: www.djb.de

Dr. Marie Munks Biografie
Marie Munk wurde am 4. Juli 1885 in Berlin geboren. Die Eltern waren jüdischer Herkunft, aber konvertiert. Marie wurde evangelisch getauft und später konfirmiert.
Marie Munk arbeitete zunächst als Kindergärtnerin in den Frauen- und Mädchengruppen für Soziale Arbeit um Alice Salomon. Als junge Frau bekam sie aufgrund der Vereinsstrukturen keine verantwortlichen Aufgaben. Deshalb legte sie 1907 ein externes Abitur ab und begann 1908/1909 als erste preußische Studentin mit dem Jurastudium in Berlin und Bonn. An der Universität von Heidelberg erwarb sie 1911 ihren Doktortitel.

Marie Munk unterrichtete bis zum 1. Weltkrieg in verschiedenen Einrichtungen und gab Kurse für SozialarbeiterInnen. Nach Kriegsende engagierte sie sich in der Deutschen Demokratischen Partei. Später wurde sie als erste Frau Preußens als Rechtsanwältin zugelassen. Im Mai 1924 eröffnete sie ihre eigene Kanzlei. Sogar die japanischen und amerikanischen Medien berichteten über die erste Frau in Robe in Preußen. Einige Monate nach ihrer Zulassung war sie auf dem 33. Deutschen Juristentag in Heidelberg die einzige weibliche Referentin. Für den Bund deutscher Frauenvereine schrieb sie ein Memorandum über notwendige Änderungen im Scheidungsrecht, das 1924 dem Reichstag vorgelegt wurde. 1930 wurde sie Landgerichtsrätin am Landgericht III in Berlin und Amtsgerichtsrätin am AG Charlottenburg.

1933 wurde Marie Munk aufgrund ihrer nunmehr von den Nationalsozialisten definierten Zugehörigkeit zum Judentum nach den Bestimmungen des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufbeamtentums aus dem Justizdienst entlassen.
Aufgrund ihrer guten Kontakte in die Vereinigten Staaten – sie war als Präsidentin der von ihr 1930 mitgegründeten "Vereinigung berufstätiger Frauen" im Juli 1933 zum Internationalen Frauenkongress in Chicago gereist und hatte zeitweise als Lehrerin an der "New York State Training School for Girls" in Hudson, N.Y. gearbeitet - erhielt Marie Munk 1934 ein Einreisevisum für die Vereinigten Staaten. Dort war sie als Anwältin und Professorin tätig. Auch ihr Engagement für Frauenverbände hat Marie Munk in den Vereinigten Staaten fortgesetzt. Marie Munk starb am 17. Januar 1978 in Cambridge/Mass.

Um an Marie Munk zu erinnern, soll eine Gedenktafel aufgestellt werden. Für die Kosten in Höhe von 1.500 Euro bitten die Initiatorinnen um Spenden.

Initiatorinnen:

Bet Debora e.V., Frauenperspektiven im Judentum
Driesener Straße 1 A
10439 Berlin
Telefon: 030 - 44 181 02
www.bet-debora.de
Email: bet.debora@gmail.com

Deutscher Juristinnenbund e.V., Bundesgeschäftsstelle
Anklamer Str. 38
10115 Berlin
Telefon: 030 - 44 32 70 0
www.djb.de
Email: geschaeftsstelle@djb.de

Bankverbindung Bet Debora e.V.:
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00, Kontonummer 327 87 00
Bankverbindung Deutscher Juristinnenbund e.V.:
Deutsche Bank Köln, BLZ 370 700 24, Kontonummer 507 315 000
Spenden an Bet Debora oder an den djb sind steuerlich absetzbar.

Weiterlesen: Marion Röwekamp in: Juristinnen. Lexikon zu Leben und Werk, hrsg. vom Deutschen Juristinnenbund, Baden Baden 2005.


Women + Work > Infos

Beitrag vom 17.04.2009

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Ina Schmidt - Die Kraft der Verantwortung

. . . . PR . . . .

Ina Schmidt - Die Kraft der Verantwortung
Ob Klima, Politik, Arbeit oder Beziehung: Überall sollen wir verantwortungsvoll handeln. Wie aus dieser Pflicht eine liebende Sorge für die Zukunft wird, zeigt die Philosophin Ina Schmidt klug und lebensnah.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellungen unter: www.edition-koerber.de

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

Online: UNIDAS: Frauen im Dialog. Begegnungen, Diskussionen und Impulsvorträge aus Salvador, Brasilien und Berlin, Deutschland.

Eine digitale, transatlantische Konferenz von UNIDAS - dem Netzwerk von Frauen aus Deutschland, Lateinamerika und der Karibik, dem Goethe-Institut, dem Auswärtigen Amt, und dem Frauenministerium des Bundesstaates von Bahia.

Nanna Johansson – Natürliche Schönheit

. . . . PR . . . .

Nanna Johansson - Natürliche Schönheit
Die schwedische Comiczeichnerin und Radiomoderatorin hinterfragt in ihrem feministisch-satirischen Comicband gängige Schönheitsideale und gibt mit ihren Comics intelligente Anleitungen zur Selbstliebe.
Mehr zum Buch und bestellen unter:
www.avant-verlag.de


Kooperationen

Raupe und Schmetterling
Paula Panke
bücherfrauen - women in publishing
FCZB
GEDOK-Berlin
BEGiNE
gründerinnenzentrale
Frauenkreise