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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 24.11.2010


Führungsfrauen bleiben ausgebremst
AVIVA-Redaktion

Der Deutsche Juristinnenbund e.V. sieht aufgrund neuer Erklärungen der Porsche Automobil Holding SE die Beteiligung von Frauen im Aufsichtrat des Unternehmens gefährdet.




"Angesichts der angestrebten Verschmelzung mit der Volkswagen AG und der Tatsache, dass bis dahin nach heutigem Stand keine Neuwahlen der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat anstehen, erscheint eine Nennung konkreter Ziele zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht sachgerecht.", so die Entsprechenserklärung der Porsche Automobil Holding SE zur Hauptversammlung am 30. November 2010, zu der gerade eingeladen wird.

Der vom Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 von den Unternehmen ausdrücklich geforderten Benennung konkreter Ziele für die angemessene Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat nicht nachzukommen, heißt, die Arbeit erst gar nicht aufzunehmen.

Ziele, die nicht gesteckt werden, können weder angesteuert noch erreicht werden. Dem Unternehmen, das ansonsten für Schnelligkeit steht, dürfte bekannt sein, dass das Erreichen von Tempo auf Arbeit basiert und nicht auf Zauberei. Der neue Kodex gab zwar Hoffnung auf einen Umschwung. Diese Entsprechenserklärung, eine der ersten nach der Neuregelung des Kodex, enttäuscht jedoch und zeigt ganz klar, dass es ohne Quote nicht geht.

Wenn die Unternehmen sich weder Kennziffern geben noch Zahlen nennen, kann das Ziel, eine ihrem Anteil an den Beschäftigten entsprechende Zahl von Frauen in Führungspositionen zu bringen, nicht erreicht werden. Jutta Wagner, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V. führt aus: "An Zauberei glauben wir Juristinnen nicht – an Märchen allerdings auch nicht. Wir fordern seit langem die 40 Prozent-Quote“.

Frauen sind in allen Aufsichtsräten in Europa schwach vertreten.
Deutschland ist allerdings mit 1 Prozent Frauenbeteiligung das Schlusslicht.
In der Bundesrepublik sind zudem nur knapp 5 Prozent Frauen in Spitzenführungspositionen zu finden.

Empfehlungen für mehr Frauen in Aufsichtsräten konkretisieren

Der Deutsche Juristinnenbund (djb) begrüßt derweil den Beschluss der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010, die Empfehlungen für mehr Frauen in Aufsichtsräten zu konkretisieren. Auch in Vorständen und Führungspositionen sollen Frauen künftig angemessen berücksichtigt werden.

Im Rahmen seiner Aktion "Hauptversammlungen - Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung" hat der djb im zurückliegenden Jahr bereits auf 60 Hauptversammlungen explizit gefragt, wie die Unternehmen diese von der Regierungskommission im Arbeitsprogramm bereits angekündigte Selbstverpflichtung umsetzen wollen. Die Antworten reichten von "Wir werden die Empfehlung umsetzen" bis "Wenn sie kommt, werden wir der Empfehlung nicht folgen und dann entsprechend darauf hinweisen".

Der djb fordert jetzt von den Unternehmen konkrete Pläne dazu, wie der Anteil von Frauen in Aufsichtsrat und Vorstand erhöht werden kann und Informationen darüber, welchen Anteil von Frauen in Führungspositionen das Unternehmen für angemessen hält und bis wann es diesen erreichen will. Dies sollte transparent im Geschäftsbericht dargelegt und die Entsprechenserklärung müsste insofern ergänzt werden. , so der djb.

Der auf den Hauptversammlungen oft geäußerte Einwand, es stünden nicht genügend Frauen zur Wahl, ist angesichts der bereits 2007 vom djb an den damaligen Vorsitzenden der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex Dr. Cromme überreichten Liste von 400 für Aufsichtsratspositionen qualifizierter Frauen kein ernst zu nehmendes Argument.

Weitere Infos und Kontakt:

Der Deutsche Juristinnenbund (djb)

FidAR – die Initiative für mehr Frauen in die Aufsichtsräte

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Deutscher Juristinnenbund, djb, setzt sich für weibliche Führungskräfte ein

Männliche Monokultur abschaffen fordert der Deutsche Frauenrat

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Beitrag vom 24.11.2010

AVIVA-Redaktion 






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