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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 03.03.2005

World Women Work 2005 - Margarete Kr├╝mpel
AVIVA-Redaktion

Interview mit Margarete Kr├╝mpel, SucessPilot, Master of Business Administration, Mitglied im EWMD



AVIVA-Berlin: Die Frage ist zun├Ąchst einmal, warum sind Sie hier?
Margarete Kr├╝mpel: Ich vertrete den EWMD, European Women Management International Developement Network. International, weil das Netzwerk in der Zwischenzeit weit ├╝ber Europa hinausgegangen ist. Wir nehmen den europ├Ąischen Spirit, das europ├Ąische Kulturgut mit hinaus in die Welt.
Ja, und deswegen haben wir schon zum vierten Mal einen Stand hier auf der WWW. Ich war bis vor kurzem Vorstandssprecherin, das Amt habe ich abgegeben, weil andere Auf-gaben anstanden, aber ich bin immer wieder gerne hier.

AVIVA-Berlin: Und die Erwartungen f├╝r dieses Jahr unterscheiden sich von denen des letzten Jahres?
Margarete Kr├╝mpel: Es kommt darauf an - wenn Sie den Erfolg des EWMD, unseres Standes nehmen, dann muss ich sagen, dass wir im letzten Jahr sehr erfolgreich waren. Es sind viele Kontakte zustande gekommen. Sehr viele Frauen meinten, ja, es sei toll, aber es gebe zu viele Podiumsdiskussionen.
Das Wissen der Frauen wurde absolut nicht abgefragt und das fand ich ein bisschen schade, weil wir ein so unendlich gro├čes Potential haben. Aber es ist nat├╝rlich schwierig, daf├╝r eine ad├Ąquate Form zu finden.

AVIVA-Berlin: Insofern ist die Erwartung f├╝r dieses Jahr, dass es mehr in die Tiefe gehen sollte?
Margarete Kr├╝mpel: Ja, in die Tiefe ging es ja schon in den Podi-umsdiskussionen, aber ich wei├č auch nicht so recht, wie man es besser machen sollte. Was ich vermisse, ist, dass das Wissen der Frauen abgefragt wird, aber das ist nat├╝rlich schwierig im Rahmen einer Konferenz.
Na gut, es gibt nat├╝rlich die Workshops und da haben die Teilnehmerinnen die M├Âglichkeit, mehr von sich weiterzugeben. Von daher denke ich: Das Konzept ist schon in Ordnung.

AVIVA-Berlin: In diesem Jahr wird ja explizit zum ersten Mal das Thema Globalisierung angesprochen. Im Vordergrund steht "Globalisierung als Chance", aber es interessieren nat├╝rlich auch die Risiken der Globalisierung, insbesondere in Bezug auf den Arbeitsmarkt. Welche Chancen und Risiken der Frauen sehen Sie im globalisierten Erwerbsmarkt?
Margarete Kr├╝mpel: Das ist nat├╝rlich eine heftige Frage. Ich denke, dass die Rolle eine ganz Bedeutende sein wird. Bis jetzt hie├č es immer Quantit├Ąt, Quantit├Ąt, Quantit├Ąt. Es wird zwar viel erz├Ąhlt vom Aufschwung. Das wird uns schon seit Jahren erz├Ąhlt, aber er kommt nicht, er wird auch in den n├Ąchsten zehn Jahren nicht kommen - das ist meine pers├Ânliche Meinung.
Also, es wird ein qualitatives Wachstum geben m├╝ssen, und da sind wir Frauen nat├╝rlich sehr gefragt. Die Frauen haben eben mehr Weitblick. Es wurde ja wissenschaftlich schon bewiesen, dass M├Ąnner ein Ziel haben und auf dieses zupreschen und nicht gucken, was links und rechts ist. Frauen nehmen das sehr wohl wahr, und deswegen ist es so unendlich wichtig, dass mehr Frauen in F├╝hrungspositionen kommen. Vielleicht kommen sie, aufgrund der Globalisierung, wo M├Ąnner eben schw├Ącheln, in F├╝hrungspositionen. Dann kann eine Ver├Ąnderung von der Quantit├Ąt zur Qualit├Ąt stattfinden.

AVIVA-Berlin: Und die Risiken?
Margarete Kr├╝mpel: Ja, es ist dasselbe Fundament. M├Ąnner stellen ja h├Ąufig nur ihresgleichen ein. Frauen machen ihnen Angst und dann sind es eben wieder die M├Ąnner, die die Macht haben und die Frauen werden vergessen, das ist das gro├če Risiko.
Deswegen geht es darum, Frauen Mut zu machen. Es braucht mehr Konferenzen dieser Art, mehr AVIVAS, mehr EWMDs, die nach vorne gehen und Frauen Mut machen, sich zu zeigen und nicht darauf zu warten, bis sie selber hundertprozentig sind.

AVIVA-Berlin: ... was ja sehr viele Frauen tun.
Margarete Kr├╝mpel: Unser Wissen und die weibliche Intuition - die Welt braucht uns.

AVIVA-Berlin: Ein Thema dieses Jahr ist "Gleichstellung auch ohne Quote und Gesetz". Wie ist Ihre Position dazu?
Margarete Kr├╝mpel: Meine pers├Ânliche Position dazu ist "Jein".
Auf der einen Seite finde ich es ist absolut notwendig, weil 94 % der Top-F├╝hrungspositionen von M├Ąnnern besetzt sind. Vielleicht werden sie ├╝ber die Quote ein bisschen hellh├Ârig.
In den USA gibt es das Gesetz, da m├╝ssen sie eben und wenn sie keine Frauen einstellen, dann gibt es eine Strafe, so einfach ist das dort. Ich denke, das k├Ânnte bei uns vielleicht auch so sein. Es wird ja auch an die Wirtschaft appelliert, das zu tun z.B durch den "Beirat f├╝r Chancengleichheit", den der Bundeskanzler einberufen hat. Aber ist es ist ja nichts passiert, es wurde kein Soll/Ist-Abgleich gemacht, es ist verpufft und von daher denke ich schon, dass es sein muss.
Also doch, ein "Ja" f├╝r die Quote.

AVIVA-Berlin: Ein Thema, was auch eine "Never-ending-Geschichte" zu werden droht, ist "work-life-balance" Unsere Meinung in der Redaktion war, dass es in den letzten Jahren mehr reduziert wurde auf "work-family-balance". Wie stehen Sie dazu?
Margarete Kr├╝mpel: Gerade, wenn es um Frauen geht, die viel arbeiten, und in F├╝hrungspositionen sind, ist die "family" h├Ąufig gar nicht da. Es sind eben oft Alleinstehende oder Leute, die einen sogenannten Lebensabschnittsge-f├Ąhrten haben. Aufgrund der Ver├Ąnderungen, auch durch die Globalisierung, kommt es oft gar nicht mehr zu Familiengr├╝ndungen. Ich denke nicht, dass es zu einer "work-family-balance" gekommen ist.
Wenn ich an mich denke: ich bin Single und habe nat├╝rlich eine Herkunftsfamilie. Die ist mir schon sehr wichtig und geh├Ârt einfach zu meiner "balance" dazu. Man kann es nicht trennen.

AVIVA-Berlin: Der Hintergrund dieser Frage war mehr, dass insbesondere nat├╝rlich durch die demographische Entwicklung scheinbar auch so ein Sachzwang zu entstehen scheint, auf politischer Ebene zu sagen, wir m├╝ssen das Thema "family" weiter pushen. Von daher die Frage, welche Gefahren es birgt, das viel gr├Â├čere Thema "work-life-balance" zu fokussieren und zu reduzieren auf "work-family"?
Margarete Kr├╝mpel: Ja, wo sollen Familien mit Kindern hin, wie sollen Familien mit Kindern mit Freude entstehen k├Ânnen, wenn die Gegeben-heiten nicht ver├Ąndert werden? Wir sind in dieser Hinsicht sehr sp├Ąt dran und das, was jetzt an Ver├Ąnderungen kommt, ist zwar ganz sch├Ân, kommt aber vor dem Hin-tergrund der demographischen Prognosen zu sp├Ąt. Also, selbst wenn wirklich etwas getan werden w├╝rde, kann es nur ein Tropfen auf den hei├čen Stein sein

AVIVA-Berlin: Vielen Dank, Frau Kr├╝mpel.

Women + Work > Leading Ladies Beitrag vom 03.03.2005 AVIVA-Redaktion 





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