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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 03.03.2005

World Women Work 2005 - Barbara Oladeji
AVIVA-Redaktion

Interview mit Barbara Oladeji, Vize President und Revisionsleiterin, Citigroup Global Markets, Frankfurt.



AVIVA-Berlin: Das Motto der WWW 2005: "Wandel als Chance". Zwischen Work-Life-Balanceund Netzwerk-Ökonomie: Herausforderungen und Perspektiven ineine zunehmend globalisierten Lebensumfeld. Wo sehen Sie persönlich diese Herausforderungen und Perspektiven?

Barbar Oladeji: Die Herausforderung ist für uns Frauen im Unternehmenssektor, darauf aufmerksam zu machen, was es für das Unternehmen bringt, Diversity zu unterstützen. Das erfordert auch durchaus auf unserer Seite eine Kosten-Nutzen-Analyse, mit der wir zeigen können, dass dabei danach für das Unternehmen auch was rausspringt. Herausforderung für uns Frauen ist es, umzudenken. Herausforderung ist es, Beispiel zu sein, dass es auch anders geht. Das wurde ja hier auch vielfach genannt. Dass ich z.B. keine sozialen Zombies als Kinder habe, wenn ich nach acht Wochen wieder anfange zu arbeiten, sondern dass dieser Weg, den ja andere Nationen auch gehen, ein guter Weg ist.

AVIVA-Berlin: Und wo sehen Sie die Risiken?

Barabara Oladeji: Risiken sehe ich darin, uns wieder in politischen Diskussionen zu verzetteln. Dieses typische deutsche Klein-klein-problematisieren und es nicht einfach mal anpacken. Natürlich brauche ich politische Rahmenbedingungen, aber ich muss dann auch ins kalte Wasser springen und es einfach tun.

AVIVA-Berlin: Wie bewerten Sie die Podiumsfrage 2 - Gleichstellung auch ohne Quote und Gesetz?

Barabara Oladeji: Ich denke, eine Quotenregelung bringt nichts, denn ich kann Unternehmen nicht dazu zwingen, etwas zu tun, was auf dem Markt vielleicht gar nicht da ist. Das würde ja bedeuten, dass ich nachher, weil ich die Quote einführen muss, schlechtere Leistungsträger habe, als ich sie ohne Quotenregelung haben würde. Das kann nicht das Ziel sein, sondern ich möchte ja ein gutes Team haben, wenn ich Unternehmerin bin. Dennoch denke ich, dass es vereinzelt Unterstützung bedarf. Ob da eine Quotenregelung oder andere Anreize passend sein können, ist noch zu überlegen. Gerade in den ingenieurwissenschaftlichen Berufen, der naturwissenschaftlichen Forschung und im Investment-Bereich ist tatsächlich mehr zu tun. Die Frage ist nur, ob die Quote das richtige Mittel ist. Ich bezweifle das.

AVIVA-Berlin: Was tun Sie in Ihrem Unternehmen für den Bereich Frauenförderung?

Barabara Oladeji: Unser Unternehmen macht da sehr viel. Unter dem Mantel von "Diversity" werden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die sich zum Ziel machen, spezielle Gruppen zu fördern. Das können Frauen sein oder auch Eltern, ethnische oder religiöse Minderheiten oder auch Gruppen mit anderen sexuellen Neigungen. Ich selbst bin in dem Frankfurter Kommittee für Citigroup Women. Dort erarbeiten wir Programme und Initiativen, um Frauen zu fördern: Mentoring Programme, Coaching, Netzwerke, mit denen Hilfestellung geleistet wird, um weiterzukommen. Wir betreuen auch Frauen, die im Mutterschutz sind oder danach in der verlängerten Elternzeit, damit sie den Kontakt nicht verlieren, den Wiedereinstieg schaffen und solche Dinge.

AVIVA-Berlin: Würde ein Gesetz Ihnen für die Frauenförderung in Ihrem Unternehmen noch weiterhelfen oder wäre das eher hinderlich?

Barabara Oladeji: Ich würde nicht sagen, dass es die Arbeit wirklich erleichtert. Wenn vom Management etwas gewollt ist, wenn die sehen, dass es sinnvoll ist, dann wird es auch umgesetzt. Das Gesetz würde das nicht unbedingt erleichtern. Das sieht man ja auch am Beispiel Teilzeitbeschäftigung. Natürlich erleichtert es auf die Weise, dass dann die Leute gezwungen werden, darüber nachzudenken. Aber das sollte nicht nachher zu einer Prozesslawine führen, in der die Leute dann die Teilzeitstellen einklagen. Genausowenig soll es dann eine Prozesslawine geben, in der Frauen die Quote einklagen, denn das kann nicht unser Ziel sein.

AVIVA-Berlin: Mit welchen Erwartungen sind sie hergekommen? Sind die erfüllt worden?

Barabara Oladeji: Meine Erwartungen waren, Frauen kennenzulernen und zu hören, was in anderen Unternehmen läuft, wie weit da die Initiativen sind, wie weit schon gedacht wird und was auf politischer Ebene machbar ist. Auf politischer Ebene bin ich eher enttäuscht. Da muss noch viel mehr angepackt werden. Sonst finde ich es hier ganz interessant. Meine Erwartungen, Frauen kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und zu hören, wie ihre Arbeit in den Unternehmen aussieht, haben sich hier auf jeden Fall erfüllt.

AVIVA-Berlin: Was würden Sie sich für die WWW 2006 wünschen, was möchten Sie diskutiert wissen?

Barabara Oladeji: Ich würde es begrüssen, den Schwerpunkt global zu setzen, wie es ja auch gestern in der Eingangsrede von Christine Lagarde der Fall war, und dementsprechend auch das Podium wählt. Wenn man den Wunsch hat, lokal zu diskutieren, würde ich mir wünschen, dass man den lokalen Fokus dann getrennt hält und das nicht vermischt, wie es in diesem Jahr geschehen ist. Da war auf der einen Seite Irene Natividad voller Esprit und Flamme und auf der anderen verzetteln wir uns dann wieder in diesen Quotenregelungen. Das passt einfach nicht zusammen. Da sollte man die Themen einfach klarer trennen, damit man nachher auch zu einem Ergebnis kommt.

AVIVA-Berlin: Was nehmen Sie mit? Ihr Fazit?

Barabara Oladeji: Es gibt noch viel zu tun, packen wir´s an!

AVIVA-Berlin: Ein treffendes Schlußwort - vielen Dank

Women + Work > Leading Ladies Beitrag vom 03.03.2005 AVIVA-Redaktion 





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