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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 09.02.2006


Frauenrechtlerin Betty Friedan ist tot
Sarah Ross

Die US-amerikanische Autorin, bedeutende Vertreterin der amerikanischen Frauenbewegung und Gründerin der "National Organization for Women" starb am 04. Februar 2006 - an ihrem 85. Geburtstag




Als Betty Naomi Goldstein vor 85 Jahren als Tochter eines jüdischen Juweliers in Peoria (Illinois) auf die Welt kam, war für die meisten Menschen Emanzipation noch ein Fremdwort. Auch Anfang der 1940er Jahre, als die hoch begabte Studentin ihr Psychologiestudium mit "summa cum laude" abschloss und ein Stipendium der Berkeley-Universität in Kalifornien ablehnte, und somit auf eine wissenschaftliche Karriere zugunsten einer Liebesbeziehung und eines Hausfrauendaseins verzichtete, dachte niemand daran, dass diese Frau einmal zur Urmutter der modernen Frauenbewegung werden würde. Am vergangenen Samstag (04.02.2006) starb die amerikanische Feministin und Autorin Betty Friedan an ihrem Geburtstag an Herzversagen in Washington. So teilte es ihre Kusine Emily Bazelon mit.

Damals, als junge Frau, wollte sie nicht "schlauer als die Jungen sein", wie sie später einmal erklärte. Obwohl sie eine wissenschaftliche Laufbahn für ihre drei Kinder und ihren Ehemann, den Wirtschaftsmanager Carl Friedan, mit dem sie von 1947 bis 1969 verheiratet war, aufgab, fand sie schließlich doch noch über den Weg der freiberuflichen Journalistin zur Schriftstellerei.
Friedan, die selbst in die typische Rolle der Hausfrau und Mutter geschlüpft war, rechnete mit eben dieser traditionelle Frauenrolle der Nachkriegszeit bereits 1963 in ihrem ersten bahnbrechenden Buch, The Feminine Mystique (Der Weiblichkeitswahn), ab. In ihrem Werk klagt sie die amerikanische Gesellschaft an, die Frauen dazu erzogen zu haben, sich als Hausfrau und Mutter zu verwirklichen, womit eine Selbstfindung verhindert wird.
Damit zündete sie den Funken für die Emanzipationsbewegung in den USA und gab den Anstoß zum Kampf um die Gleichberechtigung. Bereits drei Jahre später, 1966, gründete die führende Pionierin des amerikanischen Feminismus die
National Organization for Women (NOW), die mit ihr als Präsidentin bis zum Jahr 1970 zu einer der einflussreichsten Lobbygruppen für Frauenrechte wurde.
Bis heute ist NOW eine der wichtigsten Frauenorganisationen im Land.

1970 organisierte Betty Friedan dann die erste große nationale Frauendemonstration, eine Protestaktion, die sich unter anderem gegen die Frauendiskriminierung in der amerikanischen Gesellschaft richtete.
Weiterhin kämpfte sie auch um das Recht auf den Schwangerschaftsabbruch. In dem darauf folgenden Jahrzehnt klang ihr feministischer Radikalismus ab.
Wegen ihrer nun eher moderaten Linie, die sich auch in ihrem Buch
The Second Stagevon 1981 widerspiegelte, wurde sie zunehmend
von radikalen Feministinnen kritisiert. Daraufhin wandte sie sich im Alter von
73 Jahren einem anderen Thema zu, und zwar der Diskriminierung alter Menschen. 1995 veröffentlichte sie ihr letztes Buch unter dem Titel The Fountain of Age (Mythos Alter), das in den USA zu einem Bestseller wurde.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.feminist.org


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Beitrag vom 09.02.2006

Sarah Ross 






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