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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 28.06.2010


Jewish Women´s Archive
AVIVA-Redaktion

Die Website widmet sich gesellschaftlich bedeutenden amerikanischen Jüdinnen, deren persönliche Geschichte aufbereitet und einem breiten Publikum durch ein virtuelles Archiv zugänglich gemacht wird.




Das Jewish Women´s Archive wurde 1995 als Non-Profit-Organisation in Brookline, Massachusetts von der amerikanischen Literaturwissenschaftlerin Dr. Gail Twersky Reimer gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, eine umfangreiche virtuelle Datenbank über das Leben und Wirken jüdischer Frauen aus Nordamerika auf die Beine zu stellen. Seine Mission lautet, so fassen es die Macherinnen prägnant zusammen: "Uncover, chronicle und transmit the rich history of American Jewish women". Parallel zum Archiv gibt es einen Weblog namens "Jewesses with Attidude". Dort rezensieren die Autorinnen Werke jüdischer Schriftstellerinnen und teilen ihre Gedanken zu einer großen Bandbreite von Themen mit: "from fiery feminism to food politics, Barbie to birth control, ritual to rebellion, art to activism, queerness to queens, and all else that moves us". Zudem wird jede Woche die Biographie einer herausragenden Frau eingehend beleuchtet.

"As a woman, as a lesbian, as a Jew, I know that much of what I call history others will not. But answering that challenge of exclusion is the work of a lifetime." Auf der Startseite werden die BesucherInnen mit täglich aktualisierten Zitaten jüdischer Frauen empfangen, wie dem oben angeführten von Joan Nestle. So wird die Atmosphäre nicht nur der Archivierung, sondern eines Ortes der Begegnung kreiert. Die Zitate leiten weiter zu Hintergrundinformationen, die mit der jeweils genannten Persönlichkeit oder dem Inhalt ihrer Aussage in Verbindung stehen, hier beispielsweise dem "Gay, Lesbian, Bisexual, Transgender (GLBT) Pride Month" Juni, den der ehemalige US-Präsident Bill Clinton im Jahr 2000 ausrief, um die Schwul-Lesbische Bewegung zu würdigen. 2009 wurde diese Anerkennung von Barack Obama auch auf die Transgender und Bisexuelle Gemeinschaft ausgeweitet.

In der Sektion "Stories" finden sich Textsammlungen und Bildschirmpräsentationen zu verschiedenen Themenfeldern. Interessierte finden hier umfangreiche Informationen über das Engagement und Schicksal jüdischer Frauen im Holocaust oder dem amerikanischen Women´s Movement.

Herzstück der Website ist jedoch die riesige Online-Datenbank, mit deren Hilfe Biographien, Bücher und Filme sowie Bibliographien und Audio-Dateien durchsucht werden können. Die Online Version der historischen Enzyklopädie "Jewish Women", die zuvor nur als CD-Rom erhältlich war und von Paula Hyman und Dalia Ofer herausgegeben wird, ist über die Seite zugänglich. Der Wissensschatz ihrer etwa 2.000 Artikel kann über die Suche nach Themenstichwörtern, Ländern und Epochen erschlossen werden.

Dabei wächst das Archiv kontinuierlich, denn die Seite ermutigt Interaktivität in hohem Maße: Auch Außenstehende können Texte zu Lebenswegen von Jüdinnen beisteuern und sich durch Kommentare und Ergänzungen an der Gestaltung der Website beteiligen. In der "Research"-Sektion gibt es die Kategorie "On the Map", deren Inhalte ganz auf den Beiträgen der BesucherInnen beruhen. Diese setzen Marksteine auf der Landkarte, indem sie Adressen von Orten jüdischen Lebens und Wirkens eintragen, die für sie eine persönliche Bedeutung haben. Männer sind ebenfalls herzlich willkommen. Jüdischen LehrerInnen stehen in der "Education"-Sektion Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.

Das Archiv enthält nicht nur umfangreiches Text-, sondern auch (überwiegend historisches) Bildmaterial, das die gelieferten Inhalte visuell erfahrbar macht. Darunter auch Online Exhibits zu den Themen "Contemporary Activists", "History Makers", "Jewish Women in the Feminist Revolution" und "Katrina´s Jewish Voices". In Verbindung mit dem Thema "Jewish Women in the Feminist Revolution" wird ein Workshop angeboten, durch den Mütter und Töchter eingeladen sind, gemeinsam das Leben jüdischer Mädchen und Frauen Amerikas durch einen fotografischen Blickwinkel zu entdecken.

Im Jahr 2007 hat sich das Archiv auf bis dahin unbekanntes Terrain gewagt und einen Dokumentarfilm über jüdische Komödiantinnen des 20. Jahrhunderts realisiert. Der Film "Making Trouble" wurde im Rahmen des Internationalen Comedy Festivals in Köln im Oktober 2008 gezeigt und ist inzwischen auf DVD erhältlich.

Das JWA hat weiterhin viel vor und macht sich modernste Technik zunutze, um auch nichtjüdische Menschen mit jüdischer Kultur und der Lebensleistung jüdischer Frauen vertraut zu machen. Darüber hinaus sind unter anderem die Rubriken "Unlocking the Archive" und "Bat Mitzvah Interactive" geplant. Erstere stellt ein neues Tool zur Verfügung, das es UserInnen ermöglicht, ihre eigenen Multi-Media-Präsentation digitalen Materials zu erstellen und im Netz zu veröffentlichen. Ebenso interaktiv wird das Thema "Bat Mitzvah" durch ein Tool Kit behandelt, mit dessen Hilfe jüdische Mädchen Interviews, Familiengeschichten und Erinnerungsstücke zusammenstellen und die individuelle Signifikanz ihres jüdischen Erbes anderen mitteilen können.

Das Jewish Women´s Archive im Netz: www.jwa.org

Weitere Informationen zum Film "Making Trouble" finden Sie unter: www.makingtrouble.com


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Beitrag vom 28.06.2010

AVIVA-Redaktion 






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