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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.11.2013

Blancanieves - Ein MĂ€rchen von Schwarz und Weiß. Ab 28. November 2013 im Kino. Verlosung
Lea Albring

Endlich darf sie mal böse sein: In ihrem neuen Film spielt Maribel VerdĂș Schneewittchens berĂŒchtigte Stiefmutter. "Spieglein, Spieglein 
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... an der Wand", wird sie jedoch nicht ĂŒber die Leinwand raunen, denn "Blancanieves" ist ein Stummfilm, in dem MĂ€rchenfiguren Flamenco tanzen und gegen Stiere kĂ€mpfen.

Berechnend und Böse

Schwer verletzt findet sich der Matador Antonio Villalta (Daniel GimĂ©nez Cacho) in einem Krankenhaus wieder. Sein letzter Stierkampf wird zur Tragödie seines Lebens: Als er noch mit dem Tod ringt, stirbt seine Frau wĂ€hrend der Geburt des gemeinsamen Kindes. Antonio ĂŒberlebt, sitzt von nun an im Rollstuhl und bleibt als gebrochener Mann mit dem kleinen MĂ€dchen zurĂŒck. Das ruft die berechnende Krankenschwester Encarna, gespielt von Maribel VerdĂș, auf den Plan. Vorgeblich besorgt um das Wohl des reichen und berĂŒhmten StierkĂ€mpfers, flĂ¶ĂŸt sie ihm erst Suppe, dann ihren fiesen Plan ein. Mit einem zuckersĂŒĂŸen LĂ€cheln setzt sie ihren ersten Coup in die Tat um: Das Neugeborene wird bei der Großmutter aufwachsen, sie selbst bezieht als neue Frau des Toreros dessen prachtvolles Anwesen. VerdĂș glĂ€nzt in der Rolle der bösen Stiefmutter ganz klar auch im Schwarz-Weiß-Gewand des Stummfilms. Ohne exaltierte Posen und theatralische Mimik schafft sie es, ĂŒbertriebene Bosheit ohne Übertreibung darzustellen.

Stark besetzte Frauenrollen

FĂŒr ihre Interpretation der bösen Stiefmutter in Pablo Bergers Version von Schneewittchen wurde VerdĂș im Februar 2013 mit dem "Premio Goya" als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. International bekannt wurde die Schauspielerin unter anderem durch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Fernando Trueba sowie in der Rolle einer couragierten HaushĂ€lterin in dem oscarprĂ€mierten Film "Pans Labyrinth" (2006).

Wirklich sehenswert ist auch das Schauspiel von Macarena GarcĂ­a, sie verkörpert Schneewittchen als junge Frau. Auch sie darf einen "Goya" ihr Eigen nennen, fĂŒr ihre Rolle in "Blancanieves" bekam sie den Preis der besten Nachwuchsschauspielerin. Ebenfalls auf sich aufmerksam gemacht hat die Jungschauspielerin SofĂ­a Oria, die Schneewittchen in den Kindertagen ihr Gesicht leiht. Sowohl Oria als auch GarcĂŹa ĂŒberzeugen in ihren Rollen. Das MĂ€dchen, das zu einer jungen Frau heranwĂ€chst, gelangt nach dem Tod ihrer Großmutter schließlich doch noch in das Haus des Vaters. Heimlich tanzt Carmen fĂŒr ihren Vater Flamenco und lernt von ihm die Kunst des Stierkampfs. Als Encarna dahinter kommt, gibt sie ihrem hauseigenen Lover den Auftrag, das MĂ€dchen aus dem Weg zu rĂ€umen. Der Anschlag im Wald geht schief, die junge Frau wird von einer sonderbaren Gruppe von Schaustellern aufgenommen.

Sechs kleine Toreros statt sieben Zwerge

Sie ziehen durchs Land und kĂ€mpfen gegen halbstarke Stiere: Los Enanitos Toreros. Es sind sechs kleinwĂŒchsige MĂ€nner, die sich um das verirrte MĂ€dchen kĂŒmmern und es mit auf Reisen nehmen. Als es bei einem Kampf zu einer gefĂ€hrlichen Situation kommt, springt Blancanieves, wie sie von ihren neuen Freunden genannt wird, kurzerhand selbst in den Ring und erobert die Herzen des Publikums. Von nun an kĂ€mpft sie regelmĂ€ĂŸig gegen Stiere, als einzige weibliche KĂ€mpferin wird sie schnell zu einer BerĂŒhmtheit – das entgeht ihrer bösen Stiefmutter natĂŒrlich nicht. Der Film lĂ€uft auf ein spannendes Finale mit einem giftigen Apfel und ĂŒberraschendem Ende zu. Neben dem MĂ€rchen-Plot erzĂ€hlt das Werk von Berger, ganz Ă€hnlich wie der vielfach ausgezeichnete Stummfilm "The Artist" (2011), auch eine Geschichte ĂŒber das frĂŒhe Kino, etwa durch Anspielungen auf den Filmklassiker "Oliver Twist" und weitere Reminiszenzen an das alte Hollywood. Die Musik von Alfonso de Vilallonga fĂŒhrt zielsicher durch die Geschichte und bricht an manchen Stellen gekonnt mit der Konvention des Stummfilms, wenn aus Klaviertönen unvermittelt Flamencorhythmen werden. Nachdem das Werk schon zehn "Goyas" abrĂ€umte und der Spanische Beitrag fĂŒr die Oscars 2012 war, wurde "Blancanieves" unlĂ€ngst als "Bester EuropĂ€ischer Film" bei den European Film Awards 2013 nominiert.

Zur Hauptdarstellerin: Maribel VerdĂș wurde am 2. Oktober 1970 als MarĂ­a Isabel VerdĂș RollĂĄn in Madrid geboren. Bereits als 13jĂ€hrige stand sie fĂŒr Werbespots vor der Kamera. Sie hat in ĂŒber 60 Kino- und TV-Filmen mitgewirkt und wurde vielfach ausgezeichnet. Schon 2008 gewann sie bei den Goyas den Preis als beste Hauptdarstellerin fĂŒr die Rolle einer allein erziehenden Mutter im Film "Siete mesas de billard francĂ©s" von Garcia Querejetas. Den Goya fĂŒr ihre Version der bösen Stiefmutter in "Blancanieves" widmete sie den krisengebeutelten Menschen ihres Landes: "Diesen Goya möchte ich all denen in unserem Land widmen, die ihre Wohnungen, ihre TrĂ€ume, ihre Hoffnungen, ihre Zukunft und teilweise auch ihr Leben verloren haben, durch die Schuld eines angeschlagenen, ungerechten und ĂŒberflĂŒssigen Wirtschaftsystems, das den Reichen die Freiheit gibt die Armen auszuplĂŒndern."

AVIVA-Tipp: Lokalisiert im Spanien der 1920er Jahre ist "Blancanieves" ein Filmerlebnis, das die alten Sehgewohnheiten des frĂŒhen Kinos gekonnt inszeniert und in moderner Weise erzĂ€hlt. Der Plot ist zwar leicht ĂŒberdreht, die Gleichung Deutsches MĂ€rchen plus Spanische Folklore gleich Stummfilm geht trotzdem auf.

Blancanieves – Ein MĂ€rchen von Schwarz und Weiß
Originaltitel: Blancanieves
Spanien, Frankreich 2012
Regie: Pablo Berger
DarstellerInnen: Maribel VerdĂș, Daniel GimĂ©nez Cacho, Macarena GarcĂ­a, Ángela Molina, SofĂ­a Oria, Imma Cuesta
Drehbuch: Pablo Berger
Musik: Alfonso de Vilallonga
LĂ€nge: 104 Minuten
Verleih: AV Visionen GmbH
Kinostart: 28.11.2013
www.blancanieves-derfilm.de


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The Artist - Schweigen ist Gold



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