Sylke Tempel - Freya von Moltke. Ein Leben. Ein Jahrhundert. Verlosung - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Gewinnspiele AVIVA verlost 2 B├╝cher - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de"> AVIVA verlost 2 B├╝cher - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de" />
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH
AVIVA-Berlin > Gewinnspiele AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 30.03.2011

Sylke Tempel - Freya von Moltke. Ein Leben. Ein Jahrhundert. Verlosung
Kristina Auer

Sie war eine Schl├╝sselfigur im deutschen Widerstand gegen Hitler und ist bis heute in vielerlei Hinsicht ein strahlendes Vorbild f├╝r viele... AVIVA verlost 2 B├╝cher



... Menschen. Wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag und etwas ├╝ber ein Jahr nach ihrem Tod erschien im Rowohlt Verlag Sylke Tempels bewegende und einf├╝hlsam erz├Ąhlte Biographie der gro├čen Widerstandsk├Ąmpferin, Schriftstellerin und Juristin Freya von Moltke.

"Es macht gl├╝cklicher, wenn man nicht an sich denkt mit dem, was man tut", sagte Freya von Moltke in ihrem letzten Interview. In diesem einen Satz spiegelt sich eine Lebensphilosophie, die sich wie ein roter Faden durch ihr langes Leben zieht.

Als Tochter einer rheinischen Bankiersfamilie wurde sie am 29. M├Ąrz 1911 als Freya Deichmann in K├Âln geboren. Den jungen Grafen Helmuth James von Moltke heiratete sie im Alter von nur 20 Jahren, am 18. Oktober 1931. Die Ehe hinderte sie jedoch nicht an einem Jurastudium an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universit├Ąt, welches sie im Jahr 1935 mit der Promotion abschloss.

Widerstand

Sowohl Freya als auch ihr Ehemann waren seit jeher GegnerInnen des Nationalsozialismus. Bei der letzten Reichstagswahl im Jahr 1932 w├Ąhlten beide aus "Schock" die Kommunistische Partei, obwohl sie f├╝r diese nie gro├če Sympathien gepflegt hatten. Nach der Machtergreifung der Nazis widmete sich Helmuth James als Anwalt in Berlin der Aufgabe, J├╝dInnen und politisch Verfolgten zur Ausreise und der Rettung ihres Besitzes vor den Nationalsozialisten zu verhelfen. W├Ąhrenddessen trug Freya die Verantwortung f├╝r den famili├Ąren Gutsbetrieb Kreisau in Schlesien. Hier fanden schlie├člich zwischen Mai 1942 und Juni 1943 die insgesamt drei Zusammenk├╝nfte des sogenannten Kreisauer Kreises statt, einer Gruppe von Nazi-Gegnern unterschiedlichster politischer Lager, die gemeinsam ├╝ber die politische Ordnung eines besseren Deutschlands nach dem Ende des Nationalsozialismus berieten. Helmuth James von Moltke, ebenso wie viele weitere Mitglieder des Kreises, musste f├╝r diese Treffen mit dem Tode bezahlen.

Verm├Ąchtnis

Freya von Moltkes Lebensaufgabe war es, das Andenken an die get├Âteten Widerstandsk├Ąmpfer des Kreisauer Kreises zu bewahren. Dabei ging es ihr jedoch nie um eine Heldenverehrung, sondern vielmehr darum, das Vorbild ihres get├Âteten Mannes "f├╝r die Zukunft zu nutzen", wie sie selbst sagte. Die Biographin Sylke Tempel macht hier deutlich, dass sich Freya mit ihrem Anliegen niemals aufgedr├Ąngt hat. Sie begriff, dass die Rede von den Widerstandsk├ĄmpferInnen im Nachkriegsdeutschland nicht auf offene Ohren stie├č, da es denjenigen das eigene Nichtstun vor Augen f├╝hrte, die sich gerne damit rechtfertigten, das Einschreiten gegen Hitler sei als normale/r B├╝rgerIn "ja ├╝berhaupt nicht m├Âglich gewesen".
So bewahrte Freya von Moltke geduldig ihr Verm├Ąchtnis, so lange, bis die Gesellschaft sich daf├╝r zu interessieren begann. Dieses Verm├Ąchtnis umfasste nicht nur ihre eigenen Erinnerungen, sondern auch die ├╝ber 1.600 Briefe, welche Helmuth James ihr im Laufe seines Lebens geschrieben hatte. Seit dem Fl├╝chtlingstreck 1945 von Kreisau nach Berlin, ├╝ber die Jahre in S├╝dafrika von 1947 bis 1956 bis zu ihrem letzten Umzug nach Vermont im Jahr 1960 hatte sie diese Briefe immer mit sich genommen und damit vor der Zerst├Ârung bewahrt. Freya ordnete die Briefe, schrieb sie ab und ver├Âffentlichte sie schlie├člich in mehreren B├╝chern, au├čerdem war sie ma├čgeblich an einer Biographie ├╝ber ihren Ehemann beteiligt.

Ein Vorbild der Menschlichkeit

In Tempels Biographie wird mit unumst├Â├člicher Klarheit offensichtlich, um was f├╝r eine herausragende Pers├Ânlichkeit es sich bei Freya von Moltke handelt. Ihr ganzes Leben ├╝ber sind ihre Taten und Entscheidungen gepr├Ągt von bemerkenswerter Klugheit, Respekt, Bescheidenheit und menschlicher Gr├Â├če.
Niemals hat Freya von Moltke auch nach dem Tod ihres Mannes nur eine Sekunde daran gezweifelt, dass die Entscheidung, sich trotz aller Gefahren im Widerstand zu bet├Ątigen, die einzig richtige war. Niemals hat sie ein klagendes Wort ├╝ber ihr hartes Schicksal verloren, das doch von Verlust und hohen Herausforderungen gepr├Ągt war, stattdessen betonte sie stets mit Nachdruck, wie reich und gl├╝cklich ihr Leben immer verlaufen sei.
Und niemals empfand Freya es in geringster Weise als Ungerechtigkeit, dass die Familie von Moltke das Gut Kreisau, das auch zu ihrer Heimat geworden war, nach Kriegsende durch den ├ťbergang Schlesiens an Polen verlor. Anstatt Anspr├╝che zu hegen, erteilte sie Kanzler Helmut Kohl, der sie pers├Ânlich zu einer polnisch-deutschen Vers├Âhnungsmesse in Kreisau im November 1989 einlud, eine Absage mit der Erkl├Ąrung: "Nach Kreisau fahre ich nur, wenn die Polen mich einladen." Als dies wenig sp├Ąter geschah, unterst├╝tzte sie als Vorsitzende der "Stiftung Kreisau f├╝r Europ├Ąische Verst├Ąndigung" noch bis ins hohe Alter tatkr├Ąftig das Entstehen einer polnisch-deutschen Begegnungsst├Ątte auf dem Gut Kreisau. Heute befinden sich dort eine Jugendherberge, ein Museum und zahlreiche Seminarr├Ąume.
Die beispielhafte Menschlichkeit der Person Freya von Moltke kraftvoll aufleuchten zu lassen, ist Sylke Tempel mit dieser Biographie ├Ąu├čerst gut gelungen.

AVIVA-Tipp: Durch detaillierte und facettenreiche Beschreibungen zeichnet Sylke Tempel ein lebensnahes Bild einer Zeit der Umbr├╝che und erweckt die Geschichte damit zu neuem Leben. Die Herausforderungen und Schicksalsschl├Ąge der Zeitzeugin des Hitler-Regimes werden f├╝r die Leserin nachempfindbar, was die Gr├Â├če und den Mut aller Widerstandsk├ĄmpferInnen umso deutlicher macht.
Doch Freya von Moltkes Geschichte ist nicht nur eine Abhandlung historischer Zusammenh├Ąnge. Sie ist auch eine gro├če Liebesgeschichte zwischen Freya und ihrem Mann, den sie bereits mit 33 Jahren verlor und mit dem sie dennoch ein Leben lang im Geiste tief verbunden blieb. Diese tiefe Zuneigung des Paares f├╝reinander spricht aus nahezu jeder Zeile von Tempels bewegender Erz├Ąhlung, was der Autorin nicht zuletzt auch dadurch gelungen ist, dass auch der get├Âtete Ehemann durch seine Briefe zu Wort kommt.
"Freya von Moltke. Ein Leben. Ein Jahrhundert" ist damit, wie im Titel schon angedeutet, sowohl eine ber├╝hrende Erz├Ąhlung ├╝ber eine herausragende Person als auch ein eindrucksvoller Querschnitt durch ein Jahrhundert deutscher Geschichte.

Zur Autorin: Sylke Tempel, geboren 1963 in Bayreuth, studierte Geschichte, Politische Wissenschaften und Judaistik. Nach ihrer Promotion wurde sie Nahostkorrespondentin der Woche, sp├Ąter Redakteurin der J├╝dischen Allgemeinen. Seit 2008 ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik. Zahlreiche Buchver├Âffentlichungen; zuletzt erschienen "Israel. Reise durch ein altes, neues Land" (2008) und "Die Tagesschau: Das gro├če Deutschlandbuch" (2010). (Quelle: Rowohlt Verlag)


AVIVA-Berlin verlost 2 B├╝cher. Bitte nennen Sie uns den Namen der AVIVA-Redakteurin, die die Rezension zu Sylke Tempel - Globalisierung, was ist das?geschrieben hat und senden bis zum 30.04.2011 eine Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Sylke Tempel
Freya von Moltke. Ein Leben. Ein Jahrhundert.

Rowohlt Verlag (erschienen 1. Februar 2011)
Deckenband, 224 Seiten
ISBN: 978-3-87134-697-2
19,59 Euro

Weitere Infos finden Sie unter:
www.rowohlt.de

Ebenfalls erschienen anl├Ąsslich des 100. Geburtstags von Freya von Moltke ist die Biographie " Freya von Moltke. Ein Jahrhundertleben, 1911-2010" von Frauke Geyken im C.H. Beck Verlag erschienen:
Frauke Geyken
Freya von Moltke. Ein Jahrhundertleben, 1911-2010

Verlag C.H. Beck (erschienen am 17.01.2011)
Gebundene Ausgabe, 287 Seiten
ISBN 978-3-406-61383-8
19,95 Euro

Weitere Infos finden Sie unter: www.chbeck.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Nina Schenk Gr├Ąfin von Stauffenberg

Die Widerst├Ąndigen. Zeugen der Wei├čen Rose

Sophie Scholl - Die letzten Tage

Christian N├╝rnberger - Mutige Menschen - Widerstand im Dritten Reich

Sylke Tempel - Israel - Reise durch ein altes neues Land

Sylke Tempel - Globalisierung, was ist das?

Gewinnspiele Beitrag vom 30.03.2011 Kristina Auer 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken