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AVIVA-BERLIN.de 4/18/5782 - Beitrag vom 05.06.2008


Verstummte Stimmen
AVIVA-Redaktion

Noch bis zum 22. Juni 2008 präsentiert das Zeughauskino die Werke von vertriebenen jüdischen FilmschauspielerInnen. Gezeigt wird unter anderem "Ein Lied geht um die Welt" mit Joseph Schmidt.




Die Vertreibung der "Juden" aus den deutschen Opernhäusern ist ein kaum untersuchtes und nie dargestelltes Kapitel des "Dritten Reiches". Die Ausstellung "Verstummte Stimmen", die am 18. Mai in der Staatsoper Unter den Linden eröffnet worden ist und die Auswirkungen der nationalsozialistischen "Säuberungsmaßnahmen" anhand ausgewählter Lebensläufe darstellt, betritt deshalb wichtiges Neuland. Dem Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum und der Bundeszentrale für politische Bildung ist die außergewöhnliche Ausstellung Anlass, den verstummten (Film-)Stimmen der 1930er Jahre eine eigene Filmreihe zu widmen.

Filme wie "Ein Lied geht um die Welt", "Das Land des Lächelns"und "Ball im Savoy" erinnern daran, dass zahlreiche an der Berliner Lindenoper und andernorts arbeitende MusikerInnen auch in der Filmbranche engagiert waren, ehe ab 1933 die NationalsozialistInnen und ihre SympathisantInnen für eine Ausgrenzung und Vertreibung vor allem der jüdischen KünstlerInnen sorgten.

Die Reihe "Verstummte Stimmen" präsentiert sieben Spielfilme und zwei dokumentarische Arbeiten. Zu erleben sind unter anderem die einzigartigen Auftritte von Gitta Alpár, Richard Tauber, Joseph Schmidt sowie Werke von Friedrich Hollaender, Kurt Weill und Paul Abraham. Dieser schon imposanten Liste von SängerInnen, KomponistInnen und DirigentInnen ließen sich weitere Namen von FilmregisseurInnen, DrehbuchautorInnen und SchauspielerInnen hinzufügen. Filme wie "Der Blaue Engel" oder "Die 3-Groschen-Oper" erinnern daran, dass mit dem Aufstieg der NationalsozialistInnen die MitarbeiterInnen ganzer Filmproduktionen in die Emigration gezwungen worden sind. Unter ihnen G. W. Pabst, Béla Balász und Marlene Dietrich.

Die Lücken, die die Emigration hinterließ, blieben nicht lange offen. Viele Karrieren wurden erst durch die Ausgrenzung und Vertreibung anderer möglich. Auch dieses Kapitel der Musikgeschichte des "Dritten Reichs" thematisiert die Reihe mit Filmen wie István Szabós Bearbeitung des "Falls Furtwängler" (Taking Sides) und Enrique Sánchez Lanschs Dokumentation über die Geschichte der Berliner Philharmoniker "Das Reichsorchester".

Programmübersicht:

  • Samstag, 7.6.2008, 19 Uhr: "Ball im Savoy", AU/UNG 1935, Stefan Székely, 84 min.
  • Samstag, 7.6.2008, 21 Uhr: "Das Reichsorchester", D 2007, Enrique Sánchez Lansch
  • Sonntag, 8.6.2008, 18:30 Uhr und Dienstag,10.6.2008, 20 Uhr: "Der blaue Engel", D 1930, Josef von Sternberg, 108 min.
  • Sonntag, 8.6.2008, 21 Uhr, Mittwoch, 11.6.2008, 20 Uhr, Freitag, 13.6.2008, 19 Uhr: "Otto Klemperers lange Reise durch seine Zeit", BRD/AU 1974/84, R: Philo Bregstein, 90 min.
  • Freitag, 13.6.2008, 21 Uhr und Sonntag, 15.6.2008, 19 Uhr: "Comedian Harmonists", 1. Teil, BRD 1976.
    Einführung am 13.6.: Britta Hartmann
  • Mittwoch, 18.6.2008, 20 Uhr: "Comedian Harmonists", 2. Teil, BRD 1976, Eberhard Fechner
  • Freitag, 20.6.2008, 18.30 Uhr: "Taking Sides – Der Fall Furtwängler", F/D/GB 2002, István Szabó, 110 min.
    Einführung: Hannes Heer
  • Sonntag, 22.6.2008, 21 Uhr und Samstag, 21.6.2008, 21 Uhr: "Das Land des Lächelns", D 1930, Max Reichmann, 72 min.
  • Sonntag, 22.6.2008, 18.3 Uhr: "Die 3-Groschen-Oper", D 1931, G. W. Pabst, 112 min.
    Einführung am 21.6.: Jeanpaul Goergen

Veranstaltungsort: Zeughauskino
Deutsches Historisches Museum (Zeughausgebäude Eingang Spreeseite)
Unter den Linden 2
10117 Berlin
www.dhm.de/kino/


Jüdisches Leben

Beitrag vom 05.06.2008

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