Tournee. Kinostart 8. September 2011 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEW√ĖHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J√ľdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 08.09.2011

Tournee. Kinostart 8. September 2011
Nina Breher

Der Film von Mathieu Amalric erz√§hlt von sechs extravaganten Burlesque-T√§nzerinnen und einem flatterhaften Manager, die sich auf Tourn√©e entlang der franz√∂sischen K√ľste begeben. Kann das gut gehen?



"Tourn√©e" ist Roadmovie, Dokumentation und Drama zugleich. Protagonist Joachim Zand (Mathieu Amalric, "Schmetterling und Taucherglocke") hat Frankreich nach einer Reihe von Misserfolgen verlassen, um in den USA sein Gl√ľck zu suchen. Er scheint seinen amerikanischen Traum gefunden zu haben, und zwar in Form einer lauten Truppe von gutaussehenden und toughen Burlesque-T√§nzerinnen. Als ihr Manager hat er sich seinen Weg zur√ľck ins Showgesch√§ft gebahnt. Nun reist er mit ihnen im Schlepptau in sein Heimatland, um allen zu beweisen, dass er es noch kann.

In die Welt der extravaganten Shows und der Champagnerfont√§nen dringt allerdings zunehmends die nicht ann√§hrend so glamour√∂se Realit√§t. W√§hrend die T√§nzerinnen sich in muffigen Bahnabteilen mit Gef√ľhlen von Deplatziertheit, Heimweh und Frustration herumschlagen m√ľssen, realisiert Joachim, dass sich die Probleme, die ihn damals zur Ausreise verleitet haben, nicht in Luft aufgel√∂st haben. W√§hrend er versucht, sein ihm die Stirn bietendes Ensemble zusammenzuhalten, Hotels und Termine zu organisieren, holt seine Vergangenheit ihn ein: Alte Freunde geben ihm unmissverst√§ndlich zu verstehen, dass sie fr√ľhere Konflikte keineswegs vergessen haben. Auch seine beiden S√∂hne sind nicht gerade begeistert, Zeit mit ihm zu verbringen. W√§hrend Joachim anfangs noch vorlaut behauptet, er kehre als Prinz in sein Land zur√ľck, muss er letztlich resigniert zugeben, sich get√§uscht zu haben.

Die New Burlesque-Bewegung nahm ihren Ausgang in den neunziger Jahren innerhalb der kalifornischen Lesbenszene und das Ensemble besteht √ľberraschenderweise nicht aus Schauspielerinnen, sondern aus tats√§chlichen Burlesque-T√§nzerinnen. Die volumin√∂se Dirty Martini, die charismatische Mimi le Meaux und die vier anderen selbstbewussten Frauen spielen sich selbst und sind die eigentlich treibenden Kr√§fte der Handlung. Ihre fulminanten Shows sind wahre Hingucker und geben dem Film sein glaubw√ľrdiges Gesicht. Regisseur Mathieu Amalric, der selbst die Hauptrolle des unperfekten Managers √ľbernommen hat, ist es gelungen, seinen Film zu einem hybriden Gebilde aus Dokumentation und Drama zu machen. Dies liegt sicher auch daran, dass er sich mit der Besetzung w√§hrend des Drehs tats√§chlich auf eine Tourn√©e entlang der franz√∂sischen K√ľste begab und so eine Atmosph√§re herbeif√ľhren konnte, der es an Authentizit√§t nicht fehlt.

AVIVA-Tipp: Was w√§re der Traum vom Welterfolg ohne Ern√ľchterungen und Krisen? Wer mit dem Ziel auszieht, zur√ľckzukommen und allen sein K√∂nnen zu beweisen, kann nur scheitern. Wer hingegen lernt, dass es ein Zur√ľck nicht gibt und dass die Gegenwart immer eine Kreuzung von fr√ľher Erlebtem und gerade Passierendem ist, findet am Ende selbst im Scheitern eine Chance. Leider stellenweise etwas langatmig, aber mit vielen kraftvollen Momenten und √úberraschungen gibt der Film den ZuschauerInnen das sichere Gef√ľhl, dass sich die Figuren am Ende zumindest eine Ahnung von Heimat fern von den USA zur√ľckerobern k√∂nnen ‚Äď an einem denkbar untypischen Ort...

Zum Regisseur: Mathieu Amalric, geboren 1965, geh√∂rt zu den Stars des zeitgen√∂ssischen franz√∂sischen Kinos. Sein Vater, Jacques Amalric, war Korrespondent und Chefredakteur bei den f√ľhrenden Tageszeitungen Le Monde und Lib√©ration. Seine j√ľdische Mutter, Nicole Zand, stammt aus Polen und war Literaturkritikerin bei Le Monde. Amalric √ľbte sich schon in jungen Jahren als Praktikant des Regieassistenten bei Louis Malles Film "Auf Wiedersehen, Kinder". Zwar ist Amalric vor allem f√ľr seine betr√§chtlichen Erfolge als Schauspieler bekannt, f√ľr die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt, abgesehen davon hat er aber auch bereits bei mehreren Filmen Regie gef√ľhrt. Von ihm stammen unter anderem "Es wird aufgegessen" (1996) und "Gleichstellung" (2003). Bis zum Jahr 2000 war er mit Jeanne Balibar liiert. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.(Quelle: Farbfilm Verleih)


Tournee
Frankreich 2010
Regie und Drehbuch: Mathieu Amalric
DarstellerInnen: Miranda Colclasure, Suzanne Ramsey, Linda Marraccini, Julie Ann Muz, Angela de Lorenzo, Alexander Craven, Mathieu Amalric
Verleih: Farbfilm Verleih
Lauflänge: 111 Minuten
Kinostart: 8. September 2011
www.tournee-derfilm.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Bumps & Grinds - Tease-Show Burlesque

Schmetterling und Taucherglocke

Kultur Beitrag vom 08.09.2011 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken