Filmr√ľckblick 2015 - Das Jahr der Frauen - Ein Res√ľmee von AVIVA-Berlin - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 21.01.2016

Filmr√ľckblick 2015 - Das Jahr der Frauen - Ein Res√ľmee von AVIVA-Berlin
AVIVA-Redaktion

Frauen und ihre Schicksale haben 2015 f√ľr Diskussionsstoff und Inspirationen in den Kinos√§len gesorgt. Viele Filme besch√§ftigen sich mit Frauen, die ihren Weg gehen, im privaten wie im √∂ffentlichen Bereich, als Wissenschaftlerin, als K√ľnstlerin...



... als Lehrerin, oder als Unternehmerin.

So verschieden wie die Frauen selbst waren auch die Filme: Es gab Literaturverfilmungen, Dokumentationen, Komödien und Dramen. Junge Regisseurinnen haben ebenso wie preisgekrönte Kinoveteraninnen zu diesem Thema einen Beitrag geliefert.

Eine Auswahl von Filmen von und √ľber Frauen auf AVIVA-Berlin.

Joy - Alles außer gewöhnlich

"Joy - Alles au√üer gew√∂hnlich" ist die Lebensgeschichte der amerikanischen Erfinderin und Unternehmerin Joy Mangano. In vier Stationen erz√§hlt der Film, wie aus dem M√§dchen aus einfachen Verh√§ltnissen und der alleinerziehenden Mutter zweier Kinder eine erfolgreiche Unternehmerin wird. Der Weg ist nicht einfach, und so erlebt Joy ein Wechselbad der Gef√ľhle sowohl im privaten wie auch im gesch√§ftlichen Bereich. Nach zahlreichen R√ľckschl√§gen schafft sie schlie√ülich ihren Durchbruch.

Mit Darsteller_innen wie Jennifer Lawrence, Robert de Niro und Isabella Rossellini ist die Tragikom√∂die von David O. Russell hochkar√§tig besetzt. Bei den Golden Globes wurde der Film f√ľr die Kategorie Beste Kom√∂die/Bestes Musical sowie Jennifer Lawrence f√ľr die beste Darstellerin nominiert.

Erscheinungsdatum: 31.12.2015 (USA)
Regie: David O. Russell
In den Hauptrollen: Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Bradley Cooper
Laufzeit: 123 Minuten
Genre: Dokumentarfilm
IMDb: 6,7/10
www.fox.de/joy-2015


Malala - Ihr Recht auf Bildung

Der Film "Malala - Ihr Recht auf Bildung" ist eine autobiografische Dokumentation √ľber die j√ľngste Friedensnobelpreistr√§gerin der Welt. Er stellt die junge Frau in ihrem heutigen Umfeld dar und erz√§hlt die Geschichte, die Malala weltber√ľhmt gemacht hat: Die Tochter eines Schuldirektors im pakistanischen Swat-Tal, die zun√§chst mit einem Alias √ľber die Bildungsrechte von M√§dchen bloggte, von den Taliban identifiziert und niedergeschossen wurde, bis hin zu ihrer ber√ľhmten Rede vor den Vereinten Nationen.

F√ľr den Film begleitete Oscarpreistr√§ger Davis Guggenheim Malala und ihre Familie √ľber ein Jahr lang mit der Kamera. Durch die Mischung aus aktuellen Filmaufnahmen, Interviews und R√ľckblenden gelingt ein sehenswertes, authentisches Portr√§t. Malala ist heute eine weltweit t√§tige Aktivistin und Mitgr√ľnderin des malala.org.


Erscheinungsdatum: 22.10.2015 (USA)
Regie: Davis Guggenheim
In den Hauptrollen: Malala Yousafzai
Laufzeit: 87 Minuten
Genre: Dokumentarfilm
IMDb: 6,2/10

www.fox.de/he-named-me-malala


Carol

"Carol" ist die Verfilmung des Romans "Salz und sein Preis" von Patricia Highsmith. Im Mittelpunkt steht die lesbische Beziehung zwischen Carol, einer verheirateten Mutter aus gehobenen Kreisen, mit Therese, einer jungen Frau, die gerade versucht, in New York beruflich Fu√ü zu fassen. Der Film ist eine ber√ľhrende und facettenreiche Erz√§hlung von der Liebe zweier sehr unterschiedlicher Frauen im Amerika der 50er Jahre, in dem Homosexualit√§t als unmoralisch und krankhaft gebrandmarkt wurde.

Todd Haynes verfilmte Patricia Highsmiths Roman mit Oscarpreistr√§gerin Cate Blanchett in der Hauptrolle und Rooney Mara als Therese. Diese wurde in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet. Bei den Golden Globes gab es mehrere Nominierungen, unter anderem f√ľr die Darstellerinnen und die beste Regie. Zudem z√§hlt "Carol" bereits jetzt zu den besten Filmdramen.

Erscheinungsdatum: 17. Dezember 2015 (Frankreich/Großbritannien/USA)
Regie: Todd Haynes
In den Hauptrollen: Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson
Laufzeit: 119 Minuten
Genre: Drama, Romanze
IMDb: 7,6/10

Zur Filmwebseite: www.carol-film.de


Amy

"Amy" ist eine bewegende posthume Dokumentation √ľber das Leben und die kurze Karriere der weltweit bekannten K√ľnstlerin Amy Winehouse. Die Reportage verwendet bisher unver√∂ffentlichte Aufnahmen sowie unbekanntes Film- und Archivmaterial, um die S√§ngerin zu portr√§tieren und sie selbst noch einmal zu Wort kommen zu lassen. Erg√§nzt werden die Bilder durch die Kommentare von Familie, Freund_innen und Kolleg_innen.

Erscheinungsdatum: 16.07.2015 (Großbritannien)
Regie: Asif Kapadia
In den Hauptrollen: Amy Winehouse, Mark Ronson, Peter Doherty, Mos Def, Yasiin Bey
Laufzeit: 122 Minuten
Genre: Dokumentarfilm, Musikfilm, Zeitgeschichte
IMDb: 6,2/10

Zur Filmwebseite: www.amy-derfilm.de


K√∂nigin der W√ľste

In der Filmbiografie "K√∂nigin der W√ľste" zeichnet Werner Herzog das Leben der britischen Historikerin, Arch√§ologin und Spionin Gertrude Bell nach. Diese au√üergew√∂hnliche Frau, die im 19. und 20. Jahrhundert den Nahen Osten bereiste, ihre Reiseerfahrungen ausf√ľhrlich dokumentierte und auch im Dienst des britischen Geheimdiensts stand, war zu ihrer Zeit ebenso bekannt wie ihr Landsmann Lawrence von Arabien. Der Film erz√§hlt in faszinierenden Bildern die Geschichte dieser starken Frau, deren Intelligenz, Fachkenntnis und Entschlossenheit ihre Zeitgenoss_innen sowohl bewunderten als auch f√ľrchteten.

Nicole Kidman, die 2003 einen Oscar erhielt, ist als feminine und selbstbewusste Gertrude Bell zu sehen.

Erscheinungsdatum: 03.09.2015 (USA, Marokko)
Regie: Werner Herzog
In den Hauptrollen: Nicole Kidman, Robert Pattinson, James Franco
Laufzeit: 129 Minuten
Genre: Biografie, Drama
IMDb: 6,1/10

Zur Filmwebseite: www.koenigin-der-wueste.de



Mia Madre

"Mia Madre" ist ein ebenso nachdenklicher wie turbulenter Film √ľber die Filmregisseurin Margherita, deren Leben aus den Fugen ger√§t. Am Set ihres neuen Films l√§uft alles anders als geplant, die Beziehung ist zerbrochen und das Verh√§ltnis zu ihrer Tochter angespannt. Der schlimmste Schicksalsschlag ist jedoch die schwere Krankheit ihrer Mutter, die im Krankenhaus im Sterben liegt. Ihr Bruder k√ľmmert sich liebevoll um sie, w√§hrend Margherita schuldbewusst ihren Film dreht.

Margherita Buy, eine der bekanntesten und beliebtesten italienischen Schauspielerinnen, porträtiert die ebenso temperamentvolle wie selbstbezogene Regisseurin Margherita.

Erscheinungsdatum: 19.11.2015 (Italien, Frankreich)
Regie: Nanni Moretti
In den Hauptrollen: Margherita Buy, John Turturro, Giulia Lazzarini
Laufzeit: 107 Minuten
Genre: Drama, Komödie
IMDb: 7,0/10

Zur Filmwebseite: www.miamadre-film.de


Tig

"Tig" ist ein Dokumentarfilm √ľber das Leben und die Karriere der amerikanischen Stand-Up-Comedienne Tig Notaro. Sie wurde √ľber Nacht mit ihrem Auftritt im Largo Theater, Los Angeles, bekannt, bei dem sie ihrem Publikum w√§hrend der Begr√ľ√üung mitteilte, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist. Dieser mutige Auftritt brachte ihr eine Grammy-Nominierung ein. "Tig" zeichnet ihr Leben nach diesem denkw√ľrdigen Auftritt im Stil einer Fernsehdokumentation nach.

Tig wurde von einem jungen Frauen-Team geschrieben, gefilmt und produziert. Kristina Goolsby, Ashley York und Jennifer Arnold haben aus dem authentischen Material einen sehenswerten Film geschaffen, der Tig Notaros Leben vor und hinter der B√ľhne dokumentiert.

Erscheinungsdatum: 2015 (USA)
Regie: Kristina Goolsby, Ashley York
In den Hauptrollen: Tig Notaro
Laufzeit: 95 Minuten
Genre: Dokumentarfilm
IMDb: 7,5/10
www.imdb.com


Still Alice - Mein Leben ohne Gestern

Erzählt wird die Geschichte einer renommierten Linguistikprofessorin, die kurz nach ihrem 50. Geburtstag die Diagnose Alzheimer erhält. Nach und nach verändert sich ihr Leben: Sie muss ihren Universitätsjob aufgeben, sie verwechselt Namen und Personen, sie vergisst die Ereignisse vom Vortag. Durch verschiedene Methoden versucht sie, ihre Normalität und ihre Unabhängigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Die Darstellerin von Alice, Julianne Moore, hat f√ľr ihre Leistung zahlreiche Preise erhalten, darunter den BAFTA-Award, den Golden Globe und den Oscar.

Erscheinungsdatum: 05.03.2015 (USA, Frankreich)
Regie: Richard Glatzer, Wash Westmoreland
In den Hauptrollen: Julianne Moore, Kristen Stewart, Kate Bosworth
Laufzeit: 99 Minuten
Genre: Drama
IMDb: 7,5/10

Zur Filmwebseite: www.stillalice.de


Die Sch√ľler der Madame Anne

Der Film, der eine wahre Begebenheit erz√§hlt, handelt von einer engagierten Geschichtslehrerin, die am Gymnasium L√©on Blum unterrichtet. Die Schule liegt im Pariser Vorort Cr√©teil, einem sozialen Brennpunkt. Die 10. Klasse ist ethnisch gemischt, undiszipliniert und desinteressiert. Das √§ndert sich, als sich Madame Gueguen entschlie√üt, die Sch√ľler_innen beim Studienwettbewerb "Widerstand und Deportation" anzumelden. Die Herausforderungen des Wettbewerbs schwei√üt die Klasse zusammen und l√§sst die Sch√ľler_innen ihre Talente entdecken.

Marie-Castille Mention-Schaar hat diesen Film mitgeschrieben, produziert und Regie gef√ľhrt. F√ľr ihre Leistung wurde sie beim St. Louis International Film Festival ausgezeichnet. Ariane Ascaride spielt die gleicherma√üen unbeirrbare wie verst√§ndnisvolle Geschichtslehrerin.

Erscheinungsdatum: 05.11.2015 (Deutschland)
Regie: Marie-Castille Mention-Schaar
In den Hauptrollen: Ariane Ascaride, Ahmed Dramé, Noémie Merlant
Laufzeit: 105 Minuten
Genre: Drama
IMDb: 6,9/10

Zur Filmwebseite: www.madameanne.de


Anderswo

"Anderswo" erz√§hlt die Geschichte von Noa, die ihre Heimat Israel verlassen hat, um in Berlin zu studieren. Als sie das angestrebte Stipendium f√ľr ihre Dissertation √ľber un√ľbersetzbare W√∂rter nicht erh√§lt, verl√§sst sie Berlin und ihren deutschen Freund, um Distanz zu gewinnen und ihre Familie in Israel zu besuchen. Die Freude √ľber den Ortswechsel und das Wiedersehen mit ihrer Familie w√§hrt nur kurz. Bald bestimmen die √ľblichen Querelen das Zusammenleben, und alles wird noch komplizierter, als ihr Freund am Nationalen Erinnerungstag unangemeldet auftaucht. Erneut muss Noa sich fragen, wer sie ist und wo sie hingeh√∂rt.

Die israelische Regisseurin Ester Amrami hat mehrere internationale Preise f√ľr ihren Film "Anderswo" erhalten, zum Beispiel "Forum of Independents"- Award des IFF Karlovy Vary und auf der Berlinale.

Erscheinungsdatum: 29.01.2015 (Deutschland)
Regie: Ester Amrami
In den Hauptrollen: Neta Riskin, Golo Euler, Hana Laslo
Laufzeit: 82 Minuten
Genre: Tragikomödie, Komödie
IMDb: 6,6/10

Zur Filmwebseite: anderswo-film.com


Ausblick

Filmfans konnten 2015 viele gute Filme √ľber Frauen und ihre Schicksale in den Kinos genie√üen. Auffallend ist die hohe Quote von neuen Filmen mit biografischem oder autobiografischem Hintergrund - ein Trend, der schon bei der Oscarverleihung zu erkennen war. Obwohl Frauen die H√§lfte der Weltbev√∂lkerung ausmachen, werden Rollen in globalen Filmen noch viel zu wenig von Frauen besetzt. Diese Unterbesetzung zeigt eine Studie des Geena Davis Institut on Gender, in der 130 Filme ausgewertet wurden. Lediglich 31 Prozent aller Charaktere, die einen Sprechanteil in einem Film haben, sind Frauen. Zudem wurden nur 23 Prozent der Filme mit Frauen in der Hauptrolle besetzt und nur 7 Prozent f√ľhrten Regie. Oft wurden Frauen in Filmrollen ausschlie√ülich als Sexobjekt mit einer unterordneten Rolle repr√§sentiert. Das zeigt, dass die Filmbranche noch immer eine m√§nnerdominierte Welt ist. Doch mit Filmen wie Carol, Joy und Co. zeigen Frauen ihre starke Wirkung, die sich in der kommenden Generation immer weiter manifestieren wird. In Zukunft werden noch mehr Filme von Frauen √ľber Frauen in die Kinos erscheinen. Denn auch wenn starke Frauen ein beliebtes Sujet sind, k√∂nnten Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen noch deutlich st√§rker vertreten sein.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Claudia Lenssen, Bettina Schoeller-Bouju (Hrsg.) - Wie haben Sie das gemacht? Aufzeichnungen zu Frauen und Filmen (2014)
Das Kompendium achtzig facettenreicher Erfahrungs- und Lebensgeschichten von Frauen hinter und vor der Kamera, am Schneidetisch und in der Produktion, lehnt sich bewusst an diese InsiderInnen-Frage an, die auf Truffauts ber√ľhmte Befragung Hitchcocks anspielt

Gender Bias without Borders. An Investigation of Female Characters in Popular Films across 11 Countries. Diskriminierung gegen Frauen in der globalen Filmindustrie - erste weltweite Studie Ob Geschlechterungleichheit in popul√§ren Filmen ein US-amerikanisches oder weltweites Ph√§nomen ist, war die Ausgangsfrage f√ľr die Untersuchung, deren Ergebnisse das Geena Davis Institute on Gender in Media, UN Women und die Rockefeller Stiftung Ende September 2014 pr√§sentierten. Darin wird bei deutschen Filmen die Sexualisierung der weiblichen Charaktere als √ľberdurchschnittlich hoch eingesch√§tzt. (14.10.2014)

Erster Diversitäts-Bericht des Bundesverbandes Regie - Analysen zur Regievergabepraxis in den fiktionalen Primetime-Programmen von ARD und ZDF sowie Genderreport zum deutschen Kinofilm (15.01.2015)

Integrit√§t vs. Solidarit√§t ‚Äď Die Darstellung weiblicher F√ľhrungskr√§fte in Film und Fernsehen "Karrieres√ľchtig, machtversessen, einsam? Die Darstellung weiblicher F√ľhrungskr√§fte in Film und Fernsehen", so der Titel des von von Antonia Roeller in der Master School Drehbuch EDITION erschienenen eEssays.

Weitere Informationen:

Die Studie "Gender Bias without Borders. An Investigation of Female Characters in Popular Films across 11 Countries"

UN-Women - deutscher Kurztext der Studie (pdf)

Geena Davis Institute on Gender in Media

www.sundance.org

www.UNWomen.org

www.Rockefellerfoundation.org

www.verbandderfilmarbeiterinnen.de

www.WomenMakeMovies.com

www.frauenmachenfilm.wordpress.com

www.womenandhollywood.com

www.Frauenfilmfestival.eu

Women in Film and Television Germany

www.proquote-regie.de

www.frauenmachenfilme.de

Der Bechdel-Test
Die im April 2014 mit dem 625.000 US-Dollar dotierten MacArthur Award ausgezeichnete amerikanische Cartoonistin Alison Bechdel l√§sst in ihrem Comicstrip Dykes to Watch Out For eine Frau sagen, sie sehe sich Filme grunds√§tzlich nur dann an, wenn sie drei Bedingungen erf√ľllen: 1. Es m√ľssen mindestens zwei Frauen vorkommen. 2. Die Frauen m√ľssen miteinander reden, und das ‚Äď 3. ‚Äď nicht nur √ľber M√§nner.

Kultur Beitrag vom 21.01.2016 AVIVA-Redaktion 





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