Erster Diversitäts-Bericht des Bundesverbandes Regie - Analysen zur Regievergabepraxis in den fiktionalen Primetime-Programmen von ARD und ZDF sowie Genderreport zum deutschen Kinofilm - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs



AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 15.01.2015


Erster Diversitäts-Bericht des Bundesverbandes Regie - Analysen zur Regievergabepraxis in den fiktionalen Primetime-Programmen von ARD und ZDF sowie Genderreport zum deutschen Kinofilm
Helga Egetenmeier

Keine große Überraschung brachte die Veröffentlichung des Diversitäts-Berichts zur Genderverteilung bei den Regiejobs im fiktionalen Primetime-Programm von ARD und ZDF sowie beim deutschen Spiel-...




... und Dokumentarfilm im Kino. Die Jahre 2010 - 2013 betrachtend, stellt der Bericht nun offiziell fest, dass nur eine geringe Anzahl von Regisseurinnen bei den öffentlich-rechtlichen Programmen und deutschen Kinofilmen von den dort verteilten staatlichen Fördermitteln profitieren.

Der Bericht unterscheidet bei den fiktionalen Fernsehprogrammen zwischen verschiedenen Serienformaten sowie festen Sendeplätzen ab 20.15 h, auf denen vor allem Fernsehspiele oder beliebte Reihen gezeigt werden. Durchschnittlich wurden innerhalb dieser vier Jahren 11 % Frauen bei der Regievergabe von ARD und ZDF berücksichtigt, was auch bedeutet, dass bei etwas mehr als der Hälfte der Serien der Regisseurinnen-Anteil bei 0 % lag.

Bei der Analyse der 411 untersuchten Kino-Spiel- und Dokumentarfilme unterteilt der Bericht neben einem Gesamtüberblick für den Kinospielfilm auch in drei Budgetklassen. In den untersuchten vier Jahren führten bei den Kinospielfilmen durchschnittlich 22 % Frauen Regie, im hohen Budgetbereich nur bei 10 % der Filme. Bei den Kino-Dokumentationen kam der Frauenanteil auf 31 %, wobei es 2013 einen leichten Rückgang auf 26 % gab, eine Budgetanalyse konnte wegen fehlender Angaben nicht durchgeführt werden.

Als auffallend herausgestellt wurde in dem Bericht, dass sich mehr Regisseurinnen als ihre männlichen Kollegen nur mit einem oder zwei Filmen - oft Abschluss- und Debütfilm - etablieren können und in den Folgejahren nicht mehr auftauchen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass Regisseurinnen wenig Eingang in den wichtigen und kontinuierliche Beschäftigung versprechenden TV-Arbeitsmarkt finden.

Aufgrund mangelnder Datenlage fand keine Untersuchung zur ethnisch-kulturellen Herkunft und dem Migrationshintergrund der RegisseurInnen statt. Darauf, wie auch zur Altersstruktur, soll in der nächsten Ausgabe des ab nun jährlich geplanten Berichtes eingegangen werden.

Der Bericht, der die einzelnen Serien und Filme auflistet, sowie deren Regie, Produktionsfirma und Verleih angibt, kann von der Webseite des Bundesverbands Regie heruntergeladen oder dort als Printausgabe bestellt werden.

Weitere Informationen unter:

www.regieverband.de

www.proquote-regie.de

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Christina Haberlik - Regie Frauen





Quelle: Diversitäts-Bericht des Bundesverbands Regie (BVR), Pro Quote Regie



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Beitrag vom 15.01.2015

Helga Egetenmeier 






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