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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 19.02.2016

FREE THE NIPPLE. Ab 11. Februar 2016 auf DVD, BLU-RAY mit Lentikular-Cover und DIGITAL
Christine Langer

"What is so obscene about the woman¬īs body?" Initiatorin und Regisseurin Lina Esco und feministische Aktivist_innen wehren sich in den USA gegen die Kriminalisierung von weiblichen Br√ľsten in der √Ėffentlichkeit. Die Online-Petition "Schutz f√ľr stillende M√ľtter in der √Ėffentlichkeit!" ...



... macht seit dem 18. Februar 2016 auch in Deutschland auf Diskriminierung aufmerksam.

Sechs junge Frauen mit nackten Oberk√∂rpern laufen mit im Wind wehenden pinken und blauen Umh√§ngen durch die Stra√üen Manhattans. So beginnt der Film von US-Regisseurin Lina Esco, bekannt aus dem Film "LOL - Laughing Out Loud". Esco selbst spielt die Hauptdarstellerin With, eine junge Journalistin, die auf die Protestbewegung aufmerksam wird, als die Aktivist_innen von der Polizei verhaftet werden, obwohl New York zu den 13 US-Bundestaaten z√§hlt, in denen die weibliche Brust in der √Ėffentlichkeit nicht kriminalisiert wird. With sieht in dem Protest eine potenzielle Story, doch als sie diese ihrem Boss pr√§sentiert, wird sie entlassen. Weder Zeitungen noch Internetblogs wollen √ľber die Bewegung berichten. Sie freundet sich mit der Aktivistin Liv (Lola Kirke) an, woraufhin beide beschlie√üen, die Initiative "Free the Nipple" zu gr√ľnden.

Liv erklärt als Ziel der Bewegung "to expose the double standards (…) the nipple is the first thing we see when we are born, it nurtures us and somehow the symbol of life becomes illegal". "Free the Nipple" will sowohl auf die Doppelmoral in den USA als auch auf die Zensur weiblicher Körper durch die Medien und Social Media, wie etwa Instagram oder Facebook, aufmerksam machen: Die Aktivist_innen kritisieren, dass jegliche Darstellungen der weiblichen Brust in den US-Medien als Skandal gelten, während Bilder und Videos brutaler Gewalttaten toleriert werden.

Im Verlauf des Films gewinnen die Frauen zunehmend Unterst√ľtzung von Anw√§lt_innen, Jounalist_innen, prominente Pers√∂nlichkeiten aber auch von Street-Art-K√ľnstler_innen. Gemeinsam planen sie eine medienwirksame Kampagne mit Graffiti-Aktionen und riesigen Protestaktionen.

Vom Film zur Bewegung #Freethenipple

Interessanterweise entstand der Film von Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Lina Esco schon vor der Bewegung, die unter dem Hashtag #Freethenipple f√ľr weltweites Aufsehen sorgte. Esco drehte den Film bereits 2012 und erreichte seine Ver√∂ffentlichung erst 2014, nachdem sie die Bewegung initiiert hatte. Daraufhin beteiligten sich viele US-amerikanische Celebreties, unter anderem Miley Cyrus, Rihanna, Naomi Campell und Scout Willis an der Bewegung und posteten Fotos mit entbl√∂√üten Br√ľsten oder Abbildungen von Brustwarzen auf Instagram und Facebook, die zum gr√∂√üten Teil sofort wieder gel√∂scht wurden. Mit Brustwarzen bedruckte T-Shirts und Bikinis wurden zu einem Zeichen der Unterst√ľtzung in den USA.

Die "Free the Nipple-Movement" ist 2015 sogar bis nach Island gelangt, wo die Parlamentsabgeordnete Bj√∂rt √ďlafsd√≥ttir ihre Brust auf Twitter als Solidarit√§tsbekundung entbl√∂√üte.
Auch in Berlin ist die Toleranz von nackten weiblichen Br√ľsten in der √Ėffentlichkeit keineswegs eine Selbstverst√§ndlichkeit. In einem Caf√© im Prenzlauer Berg wurde im Februar 2016 einer Mutter mitgeteilt, dass √∂ffentliches Stillen unerw√ľnscht sei. Sie wehrt sich nun dagegen und fordert mit einer Online-Petition ein neues Gesetz f√ľr mehr gesellschaftliche Akzeptanz des Stillens in der √Ėffentlichkeit.

AVIVA-Tipp: "Free the Nipple" ist ein wichtiger Film √ľber eine aktuelle feministische Bewegung in den USA, die sich gegen die dominanten konservativen und religi√∂sen Moralvorstellungen zur Wehr setzt. Der gesellschaftskritische Film spricht viele Debatten um Objektivierung und Sexualisierung weiblicher K√∂rper an und regt zum weiteren Nachdenken an. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Bewegung in den USA und weltweit weiter entwickelt.

Free the Nipple
Regie: Lina Esco
Darsteller_innen: Lina Esco, Lola Kirke, Monique Coleman, Zach Grenier, Casey LaBow
Technische Daten
Ton: DVD: Deutsch: Dolby Digital 2.0, Deutsch: Dolby Digital 5.1, Deutsch: DTS, Englisch: Dolby Digital 5.1, BD: Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1, Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1, Bild: DVD: 16:9 2,35:1, BD: 1080p/24 HD 2,35:1,
Laufzeit: DVD: ca. 76 Min., BD: ca. 79 Min.,
Extras: Trailer
FSK: ab 12 beantragt
Bestellnummer: DVD: 12078. EAN-Code: DVD:4041658120784
Bestellnummer: BD: 19078. EAN-Code: BD: 4041658190787
Ab 11. Februar 2016 auf DVD, BLU-RAY mit Lentikular-Cover und DIGITAL

Trailer - Free the Nipple

Zur Regisseurin: Bekannt wurde Lina Esco, geboren 1985 in Miami, unter anderem als Schauspielerin in den Filmen "London" (2005), "Kingshighway" (2010) und "LOL - Laughing Out Loud" (2012). In "Free the Nipple" wurde Esco das erste Mal als Drehbuchutorin, Regisseurin und Direktorin aktiv.
Mehr zu Lina Esco im Netz unter: www.imdb.com und auf ihrem Blog freethenipple.com/blogs

Weitere Informationen:

Free the Nipple, die Homepage zum Film

Hashtag #Freethenipple auf Twitter

"Schutz f√ľr stillende M√ľtter in der √Ėffentlichkeit!", die Kampagne der aus dem Caf√© verwiesenen stillenden Mutter und offener Brief an die Bundesministerin f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig ist online unter:
weact.campact.de und www.facebook.com/schutzfuerstillendemuetter

LOL - Laughing Out Loud, ein Film mit Lina Esco (2012)

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Was haben plastische Brustvergr√∂√üerungen, siebziger Jahre Brillen, lesbischer Sex und Denkm√§ler in Form von Phalli miteinander zu tun? Sehr viel, wie die f√ľnf Protagonistinnen des Kinofilms von Jamie Babbit zeigen werden.

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Born in Flames. Ein Film von Lizzie Borden
Der am 2. März 2009 auf DVD erschienene lesbisch-feministische Klassiker aus dem Jahre 1983 zelebriert den Kampfgeist und autonomen Aktionismus, wie wir ihn von den mutigen Frauen kennen, die ihren Protest in den späten 1960ern auf die Straße trugen.






Kultur Beitrag vom 19.02.2016 AVIVA-Redaktion 





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