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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 21.02.2009

Annie Leibovitz - A Photographer┬┤s Life. 1990 ÔÇô 2005
Sharon Adler

C/O Berlin, International Forum For Visual Dialogues, pr├Ąsentierte vom 21. Februar bis 17. Mai 2009 die Retrospektive A Photographer┬┤s Life der j├╝disch-amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz.



"Are you all happy?" fragte Annie Leibovitz die Menge der wartenden JournalistInnen und damit war der Run auf das optimale Bild und den besten Blick auf die Star-Fotografin er├Âffnet. Zuvor konnte sich die ungeduldige Menge jedoch bereits einen ├ťberblick ├╝ber das im C/O Berlin ausgestellte Werkschau der amerikanisch-j├╝dischen Fotografin verschaffen.

Annie Leibovitz/CO Berlin. ┬ę Sharon Adler


Beeindruckend, aufregend und ber├╝hrend sind Leibovitz┬┤ Arbeiten, wobei sich ├ľffentliches wie selbstverst├Ąndlich neben Privates reiht, Inszeniertes neben Zuf├Ąlliges.
Allen Aufnahmen gemeinsam ist die gro├če Emotionalit├Ąt und Intimit├Ąt, vor allem aber offenbaren sie Leibovitz┬┤ gro├če Begabung, den voyeuristischen, eindimensionalen Blick der Kamera neu zu interpretieren zu einer respektvollen und einf├╝hlsamen Dokumentation von Zeit und Charakter.

Gezeigt werden in der Ausstellung private Aufnahmen ihrer gro├čen Familie und eine Werkschau ihrer Auftragsarbeiten. Das Oeuvre von Annie Leibovitz, die sich selbst eher als konzeptuelle K├╝nstlerin, denn als Fotografin sieht, ist breit gef├Ąchert.
Neben aufwendig inszenierten Werbekampagnen und Aufsehen erregenden Aufnahmen wie etwa das Aktfoto der Schauspielerin Demi Moore w├Ąhrend ihrer Schwangerschaft, sind es auch die Portraits und Reportagen, mit denen Annie Leibovitz das Gesicht der Fotografie neu pr├Ągte.
Internationale Ber├╝hmtheit erlangte sie 1980, als sie John Lennon nackt zusammen mit Yoko Ono auf einem Bett sitzend portraitierte ÔÇô wenige Stunden vor seinem Tod. Spektakul├Ąr war auch ihr Shooting mit der britischen K├Ânigin Elizabeth II. Leibovitz bat diese, f├╝r ein Shooting ihre Krone abzusetzen...

Annie Leibovitz/CO Berlin. ┬ę Sharon Adler


Annie Leibovitz, als drittes von sechs Geschwistern am 2. Oktober 1949 als Anna-Lou Leibovitz in Westport, Connecticut, USA, geboren, ist heute eine der wichtigsten und einflussreichsten Portr├Ątfotografinnen international.
Ihre Kindheit verbrachte sie auf diversen Milit├Ąrst├╝tzpunkten, da ihr Vater Berufsoffizier der Air Force war. Ende der 1960er Jahre ging sie f├╝r einige Zeit nach Israel und lebte in einem Kibbuz.
Zur├╝ck in Amerika, belegte Annie Leibovitz w├Ąhrend ihres Studiums der Malerei am San Francisco Art Institute zus├Ątzlich Kurse in Fotografie. Inspiriert durch einen Bildband von Henri Cartier-Bresson wandte sie sich verst├Ąrkt der Fotografie zu und machte 1970 die ersten Aufnahmen f├╝r das Rolling Stone Magazin.

1973, im Alter von nur 24 Jahren, wurde sie die offizielle Fotografin von "Rolling Stone". Als sie nach zehn Jahren das Magazin verlie├č, hatte sie nicht weniger als 142 Titelbilder fotografiert und zahlreiche Essays publiziert. 1983 wechselte Annie Leibovitz" zum Magazin "Vanity Fair", seit 1998 arbeitet sie auch f├╝r die "Vogue". Zus├Ątzlich fotografierte sie legend├Ąr gewordene Werbekampagnen, darunter f├╝r "American Express", "Gap" und "Givenchy". Sie hat zahlreiche B├╝cher ver├Âffentlicht und ihre Werke wurden international ausgestellt.
Die K├╝nstlerin, Mode- und Musikfotografin erhielt diverse wichtige Auszeichnungen, unter anderem den Infinity Award in Applied Photography from the International Center of Photography und dem Medal of Distinction des Barnard College.

Private Life

Annie Leibovitz war ├╝ber 15 Jahre mit der Journalistin und Essayistin Susan Sontag zusammen, die 2004 an Krebs gestorben ist. Annie Leibovitz hat den Sterbeprozess ihrer Freundin in Bildern festgehalten.
Dass Susan Sontag in Annie Leibovitz┬┤ Leben noch immer eine gro├če Rolle spielt, wurde auch bei der Pressekonferenz im C/O Berlin klar, als die gro├če Fotografin mehrmals ├Ąu├čerte, sie f├╝hle sich, als w├╝rde sie Susan nach Berlin zur├╝ckbringen, da f├╝r diese Berlin immer ihr Paris gewesen sei.

┬ę Annie Leibovitz. Susan Sontag . Mexico . 1989. Photograph ┬ę Annie Leibovitz/CO Berlin


Annie Leibovitz engagiert sich seit Jahren in der Lesben- und Schwulenbewegung und brachte im Jahr 2001 als 52 j├Ąhrige ihre erste Tochter zur Welt. Den Ger├╝chten, der Vater sein Susan Sontags leiblicher Sohn David Rieff, trat sie stets vehement entgegen, indem sie bekannt gab, sie sei in einer Samenbank gewesen. Heute hat Annie Leibovitz drei Kinder: Sarah, Susan und Samuelle.
Leibovitz lebt und arbeitet in New York.


C/O Berlin pr├Ąsentiert "A Photographer┬┤s Life" erstmals und als einzige Station in Deutschland. Die Ausstellung umfasst insgesamt 200 teils gro├čfl├Ąchige, monochrome Landschaftsaufnahmen, teils private Familienfotos und kleinformatige Schwarz-Wei├č-Portr├Ąts.
Die Ausstellung wurde vom Brooklyn Museum organisiert und von American Express gesponsert.
Annie Leibovitz war bereits mit "American Music" vom 14. Januar bis 2. April 2006 zu Gast im C/O Berlin.

Zur Ausstellung "A Photographer┬┤s Life" ist im Verlag Schirmer/Mosel der Katalog "Annie Leibovitz - At work" mit Texten der Photographin erschienen. Die Deutsche Ausgabe enth├Ąlt 119 Farb- und Duotone-Tafeln, 106 farbige Illustrationen und ist f├╝r 46 Euro im Buchhandel und im C/O Berlin erh├Ąltlich.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Annie Leibovitz ÔÇô Life Through A Lens. Die Dokumentation wurde gedreht von Schwester Barbara Leibovitz.

"Susan Sontag. Geist und Glamour", die erste Biographie von Daniel Schreiber.

"American Music" im C/O Berlin (2006).

Annie Leibovitz/CO Berlin. ┬ę Sharon Adler


Annie Leibovitz
A Photographer┬┤s Life. 1995 ÔÇô 2005
Retrospektive
Ausstellungsdauer: 21. Februar bis 17. Mai 2009
├ľffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 11 bis 20 Uhr
Veranstalter Brooklyn Museum, New York
Susan Bloom. Int. Ausstellungskoordinatorin
C/O Berlin. International Forum For Visual Dialogues
Veranstaltungsort: C/O Berlin im Postfuhramt
Oranienburger Stra├če / Tucholskystra├če
10117 Berlin
www.co-berlin.com

Kultur Beitrag vom 21.02.2009 Sharon Adler 





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