Sin Nombre - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 30.04.2010

Sin Nombre
Tatjana Zilg

Das packend inszenierte Melodram ├╝ber illegale MigrantInnen, die sich auf den D├Ąchern von mexikanischen Z├╝gen in Richtung US-amerikanische Grenze bewegen, wurde in Sundance mit dem Regiepreis ...



... sowie dem Preis f├╝r die Beste Kamera ausgezeichnet.

Flucht ist aus globaler Sicht im 21. Jahrhundert allgegenw├Ąrtig und doch erscheint das Thema im deutschen Alltag eher fern. In den Nachrichten sind ab und an Bilder zu sehen von Menschen, die ihre Heimat f├╝r eine ungewisse Zukunft und mit nur wenig Habe in den H├Ąnden verlassen. Nicht immer k├Ânnen die Motive leicht nachvollzogen werden. W├Ąhrend Krieg, Naturkatastrophen und politische Unruhen auf Verst├Ąndnis sto├čen, sieht das bei wirtschaftlichen Motiven schon anders aus, auch wenn die materielle Armut in den Herkunftsl├Ąndern erschreckend ist. Die USA haben die Grenze zu Mexiko vor einiger Zeit mit einer Mauer gesichert und gehen mit Strenge gegen illegale ├ťbertritte vor. Viele Fl├╝chtlinge aus Lateinamerika, die all ihre Hoffnung auf einen Neustart in den USA setzen, bezahlen dies noch vor Erreichen des mit Traumvorstellungen ├╝berladenen Ziels mit dem Leben.

Hochriskante Flucht in das Land der angeblichen 1000 M├Âglichkeiten

Der Regisseur Cary Joji Fukunaga gibt mit seinem Deb├╝t den namenlosen Fl├╝chtlingen ein Gesicht. In einem packenden Spielfilm erz├Ąhlt er die Geschichte von Sarya (Paulina Gaitan), einer jungen Frau, die mit ihrem Vater (Gerardo Taracena) und ihrem Onkel (Guillermo Villegas) aus Honduras aufbricht, um der Armut zu entfliehen, und Caspar (├ëdgar Flores), der, bevor er in die mexikanische Stra├čengang Mara aufgenommen wurde, Willy hie├č und dessen Leben von Kriminalit├Ąt bestimmt wird. Auch er suchte eine M├Âglichkeit zu einem materiellen Aufstieg, den es f├╝r ihn eigentlich nicht geben sollte.

Die Mara bezieht einen Teil ihrer Eink├╝nfte aus brutalen ├ťberf├Ąllen auf Fl├╝chtlinge, die auf den D├Ąchern von G├╝terz├╝gen durch Mexiko reisen, da sie ohne Visum sind und sich keine andere Transportart leisten k├Ânnen. Dies ist ausgesprochen gef├Ąhrlich. Neben den ├ťbergriffen mexikanischer Stra├čengangs werden pl├Âtzliche Polizeikontrollen ebenso zur Bedrohung wie auch auch das Herunterfallen vom Zugdach aufgrund von ├ťberm├╝dung oder einem Fehltritt.

Keine Chance f├╝r die Liebe in der Gefahrenzone

"Sin nombre" verfolgt im ersten Teil parallel die getrennten Wege der beiden ProtagonistInnen. In einer spannenden Storyline und in mitrei├čenden Bildern gibt der Film fundierte Einblicke in die Realit├Ąt der gegen die Chancenlosigkeit aufbegehrenden mexikanischen Outlaws sowie der harten Fluchtbedingungen der illegal Durchreisenden.

Schnell k├╝ndigt sich ein gravierender Konflikt zwischen dem Gang-Anf├╝hrer Lil┬┤ Mago (Marco Antonio Aguirre) und Caspar an. Der elternlose Jugendliche hat in der Beziehung mit Martha Marlene (Diana Garcia) eine Nische gefunden, in der er inneren Abstand von der st├Ąndigen Gewalt der Mara findet. Aber aus genau diesem Grund dulden die autorit├Ąren Gang-Regeln keine Liebesbeziehungen. Lil┬┤ Mago ertappt das Paar und als er versucht, die junge Frau zu vergewaltigen, kommt diese durch einen Unfall ums Leben. Caspar muss seine Gef├╝hle der Trauer, der Wut und des Schmerzes tief in sich vergraben. Wenig sp├Ąter nimmt ihn Lil┬┤ Mago zu einem Zug├╝berfall mit.

In diesem Moment begegnen sich Sarya und Caspar. Es entsteht eine Grenzsituation f├╝r alle Beteiligten, in der der junge Bandit eine ├╝berraschende, impulsive Entscheidung trifft: Er t├Âtet seinen Anf├╝hrer, als dieser Sarya vergewaltigen will. Ihm ist bewusst, dass er sich damit selbst auf die Abschussliste der Mara gesetzt hat, denn der Macht der Gangs zu entgehen, ist ein aussichtsloses Vorhaben. Eine kurze Zeit der gemeinsamen Flucht mit Sarya erlaubt eine scheue N├Ąhe und l├Ąsst eine Leidenschaft aufflackern, die nie ihre Erf├╝llung finden wird.

AVIVA-Tipp: Vor der Kulisse der rauen, magisch sch├Ânen Landschaft Mexikos entfaltet sich ein bewegendes Drama ├╝ber Sehnsucht und Entt├Ąuschung, Verrat und Vertrauen, Schuld und Reue. Die Charaktere werden trotz ihrer au├čergew├Âhnlichen Lebensumst├Ąnde f├╝r europ├Ąische Kinog├ĄngerInnen greifbar und bieten viele Identifikationsmomente. Die Risiken w├Ąhrend der wagemutigen Zugdachflucht sowie der allt├Ągliche ├ťberlebenskampf in den mexikanischen Ghettos jenseits der Gesetze k├Ânnen nicht mehr aus einer rational-distanzierten Perspektive betrachtet werden, sondern r├╝cken in eine unmittelbare N├Ąhe, der frau sich nur schwer entziehen kann. Dazu tr├Ągt auch ein Soundtrack bei, der unter anderem lateinamerikanischen Hip Hop einbindet.

Sin nombre
Mexiko, USA 2009
Regie, Drehbuch: Cary Joji Fukunaga
DarstellerInnen: Marco Antonio Aguirre, Karla Cecilia Alvarado, Felipe Castro, Rosalba Quintana Cruz, Marcela Feregrino, Kristian Ferrer, Édgar Flores, Giovanni Florido, Paulina Gaitan, Diana Garcia, Gabriela Garibaldi
Verleih: Prokino
Kinostart: 29. April 2010

Der Film im Netz: www.sinnombre-derfilm.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Interview mit der S├Ąngerin und ├ärztin Rupa Marya, die sich f├╝r illegale MigrantInnen aus Mexiko einsetzt.

Kultur Beitrag vom 30.04.2010 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken