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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 24.04.2013

Endstation Seeshaupt - der Todeszug von 1945. Ab 25.4.2013 auf DVD
AVIVA-Redaktion

"Ihr seid nicht verantwortlich f├╝r das was geschah, aber f├╝r das, was in der Zukunft geschieht." Diese Worte gibt der Todeszug-├ťberlebende Max Mannheimer noch heute in Vortr├Ągen Jugendlichen...



...und Erwachsenen mit auf den Weg. So baut Walter Steffens Dokumentation eine Br├╝cke von der Vergangenheit in die Zukunft und zeigt auf, wie durch die bewusste Reflektion der eigenen Geschichte Traumata ├╝berwunden und innere Vers├Âhnungsprozesse in Gang gesetzt werden k├Ânnen.

Der Dokumentarfilm "Endstation Seeshaupt" erz├Ąhlt die Geschichte des Todeszuges, der im April 1945 mit ca. 4000 KZ-H├Ąftlingen aus dem Dachauer Au├čenlager M├╝hldorf auf eine f├╝nft├Ągige Irrfahrt durch Bayern geschickt wurde, mit dem Ziel, die H├Ąftlinge in den Alpen vor den anr├╝ckenden alliierten Truppen zu verbergen.

Protagonist des Filmes ist Louis Sneh, ein ├ťberlebender des Holocaust, der damals 17 Jahre alt war. W├Ąhrend er heute mit einem Zug die Strecke entlang f├Ąhrt, erz├Ąhlt er von seinem Leidensweg im Au├čenlager M├╝hldorf-Mettenheim, von der Fahrt im kalten G├╝terwagon, von Hunger, Krankheit und Tod, von den Ereignissen und Zwischenf├Ąllen in Ampfing, Poing, M├╝nchen, Beuerberg, Penzberg und Tutzing. Er berichtet auch von seiner Befreiung aus dem Zug durch die amerikanischen Truppen am 30. April 1945. Von Beginn der 1960er Jahre an, nachdem er sich in Santa Monica/Kalifornien eine sichere Existenz als Generalvertreter f├╝r Leica aufgebaut und eine Familie gegr├╝ndet hatte, reiste Louis Sneh jedes Jahr alleine nach Seeshaupt um dort am Bahnhof seinen zweiten Geburtstag zu feiern. Dies tut er bis heute.
Ein weiterer Protagonist des Filmes ist Dr. Max Mannheimer, der ├╝ber Auschwitz und Dachau in das KZ-Au├čenlager Mettenheim kam und trotz Flecktyphus diese Zugfahrt ├╝berstand. Seit 1988 ist er Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und leistet noch mit 91 Jahren eine unerm├╝dliche Erinnerungsarbeit. Er h├Ąlt Vortr├Ąge vor Erwachsenen sowie in Schulen, wo er den Jugendlichen seine bewegende Lebensgeschichte erz├Ąhlt.

Der Film erz├Ąhlt von der Teilung des einen Kilometer langen Zuges in M├╝nchen, von der Ankunft und Befreiung des ersten Teils in Tutzing und der Befreiung des zweiten Teils des Zuges in Seeshaupt am 30. April 1945. Er dokumentiert, wie f├╝r die ├╝berlebenden, ausgehungerten KZ-H├Ąftlinge das Dorf zur Pl├╝nderung frei gegeben wurde, wie mehrere Tage Anarchie und Chaos herrschten und die Bev├Âlkerung mit dem Schrecken des Holocaust konfrontiert wurde. Der Film erz├Ąhlt auch, wie diese Ereignisse in Vergessenheit gerieten, bis der Seeshaupter Arzt Dr. Uwe Hausmann mit seinem Antrag auf Errichtung eines Mahnmals im Jahre 1994 im Gemeinderat Erfolg hatte und dadurch in dem Dorf am S├╝dende des Starnberger Sees eine hitzige Kontroverse zwischen Mahnmalbef├╝rworten und GegnerInnen ausl├Âste.

Bei den oben genannten Zwischenstationen des Zuges kommen in dem Film ZeitzeugInnen zu Wort und beschreiben die Ereignisse aus ihrer pers├Ânlichen Perspektive. Au├čerdem zeigt der Film Menschen, die sich heute f├╝r eine aktive Erinnerungsarbeit engagieren.

Ich kenne fast alle Filme ├╝ber den Holocaust, aber dieser Film ist etwas besonderes, weil er von der Vergangenheit in die Zukunft weist. Diesen Film muss die Welt sehen." Uri Chanoch, ├ťberlebender des Holocaust

Weitere Infos und den Trailer finden Sie unter: www.endstation-seeshaupt.com

Endstation Seeshaupt - der Todeszug von 1945
Buch, Regie, Produktion: Walter Steffen
Konzept + Dialog Medienproduktion
Ab 25.4.2013 auf DVD
DVD-Facts:
Ver├Âffentlichungstermin: 25.04.2013
Label: EuroVideo Bildprogramm GmbH
Hauptdarsteller: Louis Sneh, Max Mannheimer (Der wei├če Rabe ÔÇô Max Mannheimer), Uri Chanoch, Edwin Hamberger, Franz Haider
Produktionsland/-jahr: Deutschland 2010
FSK: ab 12
Extras:
Lesung: Berichte von AugenzeugInnen (25 Min.)
Dokumentation: Dr. Max Mannheimer in der Grundschule Altenerding (40 Min.)
Kino-Trailer (2 Min.)
Deleted Scenes (7 Min.)
Trailer-Show
Bestellnr./EAN: 216353 / 4009750216354
Laufzeit: 94 Min.
Ton: Deutsch DD 2.0
Bild: DVD 1,78:1 / 16:9 anamorph

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Der weisse Rabe - Max Mannheimer, ein Film von Carolin Otto


Mit Verleihf├Ârderung durch den FilmFernsehFond Bayern startete der Film am 21. April 2011 zun├Ąchst mit 28 Kopien in den bayerischen Kinos. Durch den gro├čen Erfolg beim Publikum folgte der bundesweite Verleih. ENDSTATION SEESHAUPT wurde als unabh├Ąngige Produktion ohne Senderbeteiligung und Filmf├Ârdergelder hergestellt. Dies war nur durch das Engagement des Teams m├Âglich sowie durch die Unterst├╝tzung der Kommunen und St├Ądte entlang der ehemaligen Zugstrecke.


(Quelle: Konzept und Dialog Medienproduktion)

Kultur Beitrag vom 24.04.2013 AVIVA-Redaktion 





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