Margarethe von Trotta - Das Versprechen - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.09.2008

Margarethe von Trotta - Das Versprechen
Franziska Nixdorf

Im Vordergrund der 1994 verfilmten Geschichte steht ein Liebespaar, das auch ├╝ber die Grenzen der Berliner Mauer hinweg den Kampf um das gemeinsame Gl├╝ck niemals vollst├Ąndig aufgibt...



...Die beiden zeigen, dass eine emotionale Bindung st├Ąrker sein kann als jede jahrzehntelange r├Ąumliche Trennung.

Im Herbst 1961 versucht das junge Liebespaar Konrad (Anian Zollner) und Sophie (Meret Becker) mit engsten Freunden durch die Kanalisation nach Westberlin zu fl├╝chten, um dort ein neues Leben au├čerhalb des sozialistischen K├Ąfigs der DDR zu beginnen. Doch aufgrund eines offenen Schn├╝rsenkels kann Konrad der Truppe nicht folgen und wird kurz darauf festgenommen. Mit gr├Â├čter M├╝he will Sophie ihren Freund in den Westen der Stadt schleusen, aber ihre Pl├Ąne schlagen fehl und Konrad bleibt im Osten zur├╝ck. In den folgenden 28 Jahren gelingt den beiden Liebenden nur viermal ein Treffen, bei dem Sophie schwanger wird. Doch Konrad kann die DDR nicht verlassen und Sophie will nicht mehr zur├╝ck, so dass ihr gemeinsamer Sohn Alexander ohne seinen leiblichen Vater aufwachsen muss. Konrad (als alternder Mann dargestellt von August Zirner) gr├╝ndet, obwohl er Sophie (als reifere Frau dargestellt von Corinna Harfouch) noch immer liebt, eine eigene Familie. Die Jahre vergehen, ohne dass die beiden voneinander h├Âren, bis die Mauer im November 1989 f├Ąllt.

Die Regisseurin Margarethe von Trotta, die f├╝r ihr Drama den "Bayerischen Filmpreis" und eine "Oscar"-Nominierung erhielt, wollte weniger den historischen Hintergrund als vielmehr den emotionalen Aspekt der Menschen durch den Mauerbau beleuchten. Trotz des Einspielens historischer Dokumentaraufnahmen vom Bau der Mauer, kreist der Filmschwerpunkt um die Gef├╝hle des unfreiwillig voneinander getrennten Liebespaares. Die Regisseurin f├╝hrt durch Hoffnung, Verzweiflung, Unsicherheit und Gl├╝cksmomente der Charaktere, die sich sehr ergreifend auf die ZuschauerInnen ├╝bertragen. Mit ihren Worten und vor allem ihrer Gestik und Mimik sind die SchauspielerInnen in der Lage, das Publikum von ihrem Trennungsschmerz zu ├╝berzeugen. Meret Becker brilliert in ihrer Rolle als die blonde jugendliche Sophie und auch die Schauspielk├╝nste der damals um einige Jahre j├╝ngeren Corinna Harfouch, welche die erwachsene Sophie darstellt, erwecken gro├čes Interesse.

Zu Margarethe von Trotta: Die Berliner Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin wurde 1942 als Tochter des Malers Alfred Roloff und der russischen Aristokratin Elisabeth von Trotta geboren. Nach der Mittleren Reife sammelte sie in Paris ihre ersten Filmerfahrungen. 1960 absolvierte von Trotta das Abitur, um in D├╝sseldorf Kunst und sp├Ąter in M├╝nchen Germanistik und Romanistik zu studieren. Beide Male brach sie ihr Studium ab und nahm stattdessen Schauspielunterricht. Ihren ersten gr├Â├čeren Auftritt hatte sie im Jahre 1964, bevor ihr 1969/70 der Durchbruch mit den drei Filmen von Rainer Werner Fassbinder "G├Âtter der Pest", "Der amerikanische Soldat" und "Warnung vor einer heiligen Nutte" gelang. Weiterhin ├╝bernahm sie eine Rolle in Volker Schl├Ândorffs Verfilmung des Kultromans "Der Fangschuss" von Marguerite Yourcenar. In den 1980er Jahren wurde Margarethe von Trotta selbst als Regisseurin t├Ątig, unter anderem in Filmen wie "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", "Rosenstra├če" und "Ich bin die Andere". Die historische Filmbiographie "Vision ÔÇô Aus dem Leben der Hildegard von Bingen", in der die Regisseurin von Trotta die Lebensgeschichte der Vision├Ąrin, Komponistin und heilkundigen Benediktinerin erz├Ąhlt, soll 2009 in die Kinos kommen.

AVIVA-Tipp: Die Geschichte ist einfach und doch herzzerrei├čend, was nicht zuletzt ein Verdienst der gro├čartigen DarstellerInnen ist. Obwohl sich die Regisseurin jedem noch so bekannten Klischee von kitschigen Liebesgeschichten bedient, spiegelt der Film in ungeahnter Tiefe die Trennung zweier sich liebender Menschen durch den Mauerbau wieder. Auch deshalb stellt "Das Vergessen", trotz fast zweist├╝ndiger Spieldauer, kein langatmiges Trauerspiel, sondern vielmehr ein gut besetztes, mitrei├čendes Gef├╝hlsdrama dar.

Das Versprechen
Drama/ Romance
Deutschland/ Frankreich 1994
Regie: Margarethe von Trotta
DarstellerInnen: Corinna Harfouch, Meret Becker, Eva Mattes, August Zirner, Anian Zollner
FSK ab 6 Jahren
111 Minuten
Kinowelt Home Entertainment/V├ľ: 22.08.08
DVD-Infos: Bild: 1,66:1 (anamorph), Sprachen/Ton: Deutsch (Stereo Dolby Digital), Untertitel: Deutsch f├╝r H├Ârgesch├Ądigte
DVD-Extras: Erinnerungen von Margarethe von Trotta und Eberhard Junkersdorf, Fotogalerien, Biografien, Trailer

Kultur Beitrag vom 25.09.2008 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken