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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 03.02.2012

Fucking Different XXX. Kinostart 9. Februar 2012. Vorf├╝hrung und Party am 13. Februar 2012 in Anwesenheit der FilmemacherInnen
Anna Fleischer

"You┬┤re born naked, the rest is drag" stellte einst schon die bekannte Dragqueen RuPaul fest. Acht Kurzfilme spielen und brechen mit den Stereotypen und Klischee-besetzten Bildern von Sexualit├Ąt...



... und Geschlecht, und all dem, was sich dazwischen befindet.

"Fucking Different XXX" ist das j├╝ngste ┬┤Crossover┬┤ Pornfilm-Exemplar der vor sechs Jahren ins Leben gerufenen Filmreihe "Fucking Different". Die Idee: Lesbische Regisseurinnen inszenieren schwulen Sex und umgekehrt. Was zun├Ąchst in Berlin begann, ist mittlerweile zu einem internationalen Filmprojekt herangewachsen. "Fucking Different XXX" zeigt verschiedene Kurzfilmepisoden aus den St├Ądten Berlin, Paris, San Francisco, New York und Toronto, gedreht von l├Ąngst schon nicht mehr nur in der queeren Underground-Filmszene bekannten FilmemacherInnen wie Courtney Trouble, Bruce LaBruce oder Manuela Kay. Die entstandenen Arbeiten sind in ihrer Darbietung ├╝beraus verschieden: Maria Beatty inszeniert in ihrem Kurzfilm "Lilith (Mother of Evil)" eine mythisch-d├╝stere Version der biblischen Geschichte von Kain und Abel in einer New Yorker Schwulenbar. "New Kid on the Block" (Emilie Jouvet)" zeigt hingegen eher dokumentierend den ersten unbeholfenen schwulen Geschlechtsverkehr des Teenagers Tobias, und Bruce LaBruce arrangiert in seinem recht experimentell gestalteten, Schwarz-Wei├č-Kurzfilm "Offing Jack" die sexuelle Begegnung zweier Transm├Ąnner. Die Machart, die filmische Umsetzung und der k├╝nstlerische Anspruch der einzelnen Kurzfilme sind ebenfalls sehr unterschiedlich. W├Ąhrend RegisseurInnen wie Courtney Trouble und Bruce LaBruce eher auf ├ästhetik und Dramaturgie setzen, wirken andere Filme eher n├╝chtern und unpoetisch.

So bekommt die Zuschauerin in "Fucking Different XXX" eine ungew├Âhnliche Vielfalt verschiedenster queerer Sexpraktiken zu sehen. Das Filmprojekt bietet demnach in erste Linie Kontaktm├Âglichkeit mit dem, was oder wer zuvor so "verdammt fremd" war. Das bezieht sich wohl vor allem auf die Schnittstelle von Geschlecht und sexueller Praxis, ganz besonders in ihrer Verdoppelung bei den Kategorien Lesbisch/Schwul. Dabei wird oft auch mit den g├Ąngigen Vorstellungen von lesbischem und schwulem Sex gebrochen. Manuela Kay ("Bl├╝mchensex") inszeniert beispielsweise die zarte Version einer f├╝r gew├Âhnlich eher brutaleren Sexpraktik und Kristian Petersen ("Dyke Fight") spielt, entgegen dem Klischee, auf einen promisken, lesbischen Lifestyle an.

Dar├╝ber hinaus bedeutet "Fucking Different" noch einiges mehr. Sich "anders" ann├Ąhern. "Anderen Sex" miteinander haben, bezieht sich nicht ausschlie├člich auf den Unterschied Homo/Hetero, sondern erz├Ąhlt auch etwas ├╝ber das Ziel der queeren Pornoproduktion, die heteronormative patriarchale Besetzung des Mediums "Porno" zu unterbrechen und zu dekonstruieren. In der Diskussion ├╝ber Pornografie zwischen PorNO-Kampagne und Sexpositivismus, zwischen Moral und Toleranz, zwischen Zensur und ┬┤k├╝nstlerischer Freiheit┬┤ positioniert sich der queere ┬┤Crossover Porno┬┤ als eine andere Antwort auf die Frage der Pornografie: Er verbietet nicht, er schafft Neues! Die Repr├Ąsentation von lesbischem, schwulem und Trans -Sex erschafft eine neue ├ästhetik und er├Âffnet (m├Âglicherweise) eine Zukunft gr├Â├čerer sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Insbesondere Bruce LaBruce┬┤ Trans-Sex-Inszenierung zeigt Erotik als etwas, das sich ohne weiteres von der direkten k├Ârperlichen Geschlechter-Binarit├Ąt abl├Âsen l├Ąsst. Auch Courtney Trouble weicht mit ihrer bemerkenswert intimen Darstellung der sexuellen Begegnung zweier M├Ąnner betr├Ąchtlich von den Normen der pornografischen ├ästhetisierung von Sexualit├Ąt ab.

AVIVA-Tipp: "Fucking Different XXX" bietet eine unterhaltsame und kreative Vielfalt von queerem Sex und stellt einmal mehr die Frage nach den Grenzen sexueller und geschlechtlicher Koh├Ąrenz. Auch wenn einige Episoden vielleicht nicht unbedingt mit filmischer Virtuosit├Ąt punkten k├Ânnen, zeigt der Film eine gute Mischung und gibt die M├Âglichkeit, einmal das zu sehen, was einer bisher so "fremd" war.

Fucking Different XXX
D 2011
94 min
Realisation: Kristian Petersen in Zusammenarbeit mit J├╝rgen Br├╝ning Filmproduktion und Manuela Kay
Lesbischer, schwuler und Trans-Sex aus neuer Perspektive
8 Kurzfilme von:
Courtney Trouble, San Francisco | Emilie Jouvet, Paris | Manuela Kay, Berlin | Maria Beatty, Paris/New York | Bruce LaBruce, Toronto | J├╝rgen Br├╝ning, Berlin | Kristian Petersen, Berlin | Todd Verow, New York
Verleih: Moviemento

"Fucking Different XXX" in Anwesenheit der FilmemacherInnen
Am Montag, den 13. Februar 2012 zeigt das Moviemento ÔÇô Kottbusser Damm 22 um 20.15 Uhr "Fucking Different XXX" im Kino in Anwesenheit der FilmemacherInnen. Anschlie├čend findet ab 22.00 Uhr gleich um die Ecke die "Die Pornfilmfestival Party" im Ficken 3000 ÔÇô Urbanstra├če 70 anl├Ąsslich der Berlinale und des Kinostarts von "Fucking Different XXX" statt. Alle G├ĄstInnen sind herzlich eingeladen mit den FilmemacherInnen anzusto├čen.
Weitere Infos unter:

fucking-different.de
www.pornfilmfestivalberlin.de

Interview mit dem Initiator des Pornfilmfestivals Berlin J├╝rgien Br├╝ning:
zuender.zeit.de

Internetseiten einiger RegisseurInnen des Films:

www.emiliejouvet.com
courtneytrouble.com
www.brucelabruce.com
bangorfilms.com


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Fucking Different Tel Aviv

Feminist Porn Award Europe , initiiert von Laura Merrit

Kultur Beitrag vom 03.02.2012 AVIVA-Redaktion 





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