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AVIVA-BERLIN.de im Januar 2020 - Beitrag vom 13.05.2009


Die Besucherin - ein Film von Lola Randl
Anna Opel

Die erfolgreiche Wissenschaftlerin Agnes sucht einen Ausweg aus der Routine ihres perfekten Alltags, nistet sich in einer fremden Wohnung ein und trifft dort einen traurigen Mann.



Auf dem Weg nach Hause fällt Agnes (Sylvana Krappatsch) ein Mann aufs Autodach, der von seinem Balkon gesprungen ist.

Es ist Agnes´ Geburtstag und zu Hause hat ihr Mann Walter (Samuel Finzi) eine kleine Überraschungsparty vorbereitet. Agnes ist freundlich, aber unbeteiligt, Besucherin, auch in ihrem eigenen Umfeld. Als ihre aufgedrehte Schwester Karola (Jule Böwe) ihr am nächsten Tag den Schlüssel zu einer Wohnung aufdrängt, wo Blumen zu gießen sind, will sie sich auf gar keinen Fall verpflichten. Viel zu beschäftigt. Doch Karola lässt den Schlüssel einfach liegen.
Agnes hat immer einen Grund, sich rauszuziehen. Sie muss ins Institut. Neuerdings auch Blumen gießen. Mitten in der Nacht zur fremden Wohnung fahren, wo sie vergessen hat, die Fenster zu schließen.

In der fremden Umgebung entspannt sie sich, genießt es, fremd und unbeteiligt zu sein. Eines Tages schläft sie ein im fremden Bett und Bruno, der Bewohner (André Jung) taucht auf. Eine Liebesgeschichte beginnt, die ihren ersten Funken aus der Fremdheit nimmt, bald auch aus der vagen Idee, die Besucherin könne in die Rolle von Brunos tödlich verunglückter Frau schlüpfen. Einmal begleitet Agnes Bruno zu einem Gartenfest. Dort trifft er seinen Bruder, die Trauer über den Verlust seiner Frau überwältigt ihn und es kündigt sich an: die Beziehung zwischen Agnes und Bruno wird bald zu Ende sein.

Die junge Regisseurin Lola Randl erzählt in ihrem Film davon, wie schwer es ist, man selbst zu sein. Sie wählt dazu zwei Welten: das allzu vertraute Beziehungsgeflecht des Alltags. Agnes ist sich in der Routine ihres täglichen Lebens selbst fremd geworden. Und es gehört zur erstaunlichen Leistung der Regisseurin, dass und wie diese Erkenntnis, die in Agnes´ Innerem erst nach und nach Bahn reift, im Film spürbar wird.
Der neue Schauplatz ist eine Umgebung, in der Agnes ein noch unbeschriebenes Blatt ist. Eine melancholische Grundstimmung begleitet die Geschichte von der tastenden Suche nach einer Identität jenseits von Konventionen und einstudierten Rollen.

AVIVA-Tipp: Spielweise und Dialoge folgen in diesem Film einer strengen Ökonomie. Die verhaltene Erzählweise korrespondiert mit der Hauptfigur Agnes, die undurchdringlich und schweigsam einer inneren Stimme zu folgen scheint. Die Begegnungen zwischen Agnes und den beiden Männern sind auf das Wesentliche reduziert. Niemals werden Erklärungen verlangt oder gegeben.
Die Zuschauerin staunt über das sehr beiläufig umgekrempelte Geschlechterverhältnis in Agnes´ Ehe, ihren Mann, der zu Hause alles regelt und gekränkt ist, weil Agnes sein tägliches Abendessen nicht ausreichend würdigt. Ein nachdenklicher Film mit wunderbaren SchauspielerInnen.

Lesen Sie auch das AVIVA-Interview mit Lola Randl.

Die Besucherin
Deutschland 2008
Buch und Regie: Lola Randl
DarstellerInnen: Sylvana Krappatsch, André Jung, Samuel Finzi, Jule Böwe
104 Minuten
Filmstart: 14. Mai 2009



Kultur > Film Beitrag vom 13.05.2009 AVIVA-Redaktion 





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