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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 22.11.2015


Clara Luzia - Here´s to Nemesis
Clarissa Lempp

Das sechste Album des österreichischen Singer/Songwriter-Darlings Clara Luzia bleibt kritisch und rockig. Mit dabei sind Coverversionen und Pop-Anklänge - wie der Song "West Coast" von Lana DelRey




Mit sechs Alben in neun Jahren war Musikerin Clara Luzia Humpel mit ihrem Bandprojekt alles andere als müßig. Seit dem gefeierten Debüt "Railroads Tracks" veröffentlichte sie außerdem auf dem eigens gegründeten Label Asinella Records. Das Label arbeitet inzwischen mit weiteren Künstler_innen wie "Luise Pop" oder der "Malaria"-Legende Bettina Köster zusammen. Auf "Here´s to Nemesis" schafft die musikalische Formation um Clara Luzia trotz vollem Terminkalender ein frisches Soundgerüst. Gleich der Opener "Cosmic Bruise" überrascht mit schrammelnd-treibenden Gitarren und einem ansteckenden Refrain:
"Where is the promised land/ we were to built with our own hands?/ Here´s to Nemesis/ Keep a close eye on the abyss".

Dieser energetische Einstieg treibt die Erwartungen hoch, die – Spoiler-Alarm! – auch erfüllt werden. Dabei verwebt Clara Luzia Indie-Pop-Geschichte mit dem eigenen Sound. Ihre Antwort auf The Verve ist das wunderbar melancholisch-schräge "The Drugs Do Work" und Label-Schwester Luise Pop erhält mit einer schwungvollen Coverversion von "Fat Yellow Moon" eine Reminiszenz. Das reduziert "Wounds and Scars" könnte aus einer schummerigen Aufnahmesession mit Nancy Sinatra und Hazelwood stammen. Aus Lana DelReys verträumt gehauchtem "West Coast" machen sie dagegen eine rockige Performance, die an Indie-Ikone Lykke Li erinnert.

Trotz aller Verweise und Cover-Versionen bleiben auch für die eigenen Ideen und Weiterentwicklungen genügend Raum, wie das bezaubernde "Magic" oder das rhythmische "Frowned Upon" beweisen. Das musikalische Setting ist dabei kleiner als bisher. Neben Sängerin und Gitarristin Humpel, sind nur noch ihre Lebenspartnerin Catharina Priemer (Schlagzeug), pauT am Bass und Julian Simmons dabei.

AVIVA-Tipp: Wieder einmal liefern Clara Luzia intelligenten Indie-Pop mit feiner Rock-Attitüde. Ein schlüssiges Album, das mit Understatement kokettiert und trotzdem überrascht.

Clara Luzia
Here´s to Nemesis

Label: Asinella Records
VÖ: Oktober 2015
www.asinellarecords.com
www.claraluzia.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Clara Luzia - We are fish (2013)

Clara Luzia - falling into place (2011)

Bettina Köster - Queen Of Noise (2009)

Lana Del Rey – Ultraviolence (2014)





Kunst + Kultur

Beitrag vom 22.11.2015

Clarissa Lempp 






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