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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 18.01.2011


Anna Calvi - Anna Calvi
Yasmine Georges

Wenn die Stimme der Londonerin durch den Raum tönt, dann hat das etwas Hypnotisierendes an sich. Volltönend und rau zieht sie sich durch das düster gehaltene Debüt und gibt dem vielfältigen...




... Album seinen roten Faden.

Anna Calvi ist 17, als ihre Wahl endgültig auf die Musik fällt. "Ich wollte immer Sängerin sein, doch es war schwierig für mich, weil ich so schüchtern war.", erzählt sie. Vorher war die Gitarre ihr künstlerisches Ausdrucksmittel - in einer Teenager-Band hielt sich die Sängerin bewusst im Hintergrund. Dabei hat sie die Musik von Anfang an begleitet. Anna Calvis italienischer Vater ist musikbegeistert und öffnet für seine Tochter den Plattenschrank. Dort entdeckt jene neben den "Stones" auch Maria Callas und Debussy, später kommen Elvis, Nina Simone, Jimi Hendrix und weitere Einflüsse hinzu. Die Entscheidung, selbst ans Mikrophon zu treten, beschreibt sie als "furchteinflössend". Nur sehr, "sehr, sehr langsam" entwickelte sich ihre große Stimme, erzählt Calvi.

Nach Jahren der Arbeit, die Anna Calvi in ihren Gesang investiert, trifft sie auf Mally Harpaz. Die Multiinstrumentalistin ist das erste Mitglied von Calvis dreiköpfiger Band. Gemeinsam experimentieren sie mit Schlagzeug und Harmonium und entdecken ihre musikalische Seelenverwandtschaft. Wenig später stößt der Drummer Daniel Maiden-Woos zu den Musikerinnen und vollendet damit das Trio. Über die zurückgenommene Besetzung ihrer Band und das Fehlen des Basses äußert sich Anna Calvi wie folgt: "[...]ich arbeite gern mit Beschränkungen. Mir gefällt die Rauheit der Musik, die wir drei produzieren. Und ich mag Raum in der Musik." Diesen Raum füllt die Sängerin, mit ihrer Stimme und ihren Klangexperimenten zur Genüge aus. Nach der rein instrumentalen Nummer "Rider To The Sea" beginnt Calvi ein gesangliches Netz zu spinnen, das frau gefangen nimmt. Dabei wird sie von ungewöhnlich ruhigen Rockklängen begleitet.

Seltsam zurückgenommen wirken die Arrangements von Calvi und ihrer Band trotz E-Gitarre und Schlagzeug. Vor allem "No More Words" überzeugt dank seiner reduzierten Instrumentalisierung und den gehauchten Zeilen, die Anna Calvi mit schleppend-heiserer Stimme vorträgt. Die Nummer Drei hingegen, "Desire", klingt fast schon zu poppig für ein Rockalbum. Mit "Suzanne And I" geht es weiter. Der Song wird ganz vom Schlagzeug dominiert und von Anna Calvis opernhafter Stimme, die sich bis zum finalen Tusch immer höher schraubt. Zwischen "Romantik und Leidenschaft" bewegt sich das "Monster", wie Calvi ihr Album selbst nennt. Drei Jahre lang arbeitete sie an "Anna Calvi", die meiste Zeit davon in einem Kellerstudio, und die Arbeit hat sich gelohnt. Das Londoner Debüt sticht aus einem Meer der Mittelmäßigkeit heraus und entfaltet einen besonderen Charme, der nicht nur Rockfans in seinen Bann zieht.

AVIVA-Tipp: Auf dem Cover präsentiert sich die Sängerin mit Schneewittchen-Teint und Rot geschminkten Lippen vor schwarzem Hintergrund mit goldener Schnörkelschrift. Ebenso überirdisch wirkt das Album selbst, wie ein fremdartiges Musikwesen, das sich widerspenstig dagegen wehrt in eine Schublade gesperrt zu werden und deshalb nur umso anziehender ist.

Anna Calvi
Anna Calvi

Label: Domino Records, VÖ: 14.01.2011

Weitere Infos zur Künstlerin finden Sie unter:

www.annacalvi.com und www.beatsinternational.com

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

"PJ Harvey - Uh Huh Her"

"Marianne Faithfull - Before The Poison"

"Charlotte Hatherley – The Deep Blue



(Quelle: Domino Record)


Kunst + Kultur

Beitrag vom 18.01.2011

AVIVA-Redaktion 






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