Love, Marilyn - ein Film von Liz Garbus. Ab. 5. Dezember 2013 auf DVD - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Film





 

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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 12.12.2013


Love, Marilyn - ein Film von Liz Garbus. Ab. 5. Dezember 2013 auf DVD
Lea Albring

Neuerungswert – das ist ein typisches Versprechen autobiographischer Dokumentationen, der Film von Regisseurin Garbus hält es tatsächlich ein. Er zeigt die persönliche Seite von Marilyn Monroe und ...




... schöpft dabei aus einem 2007 gemachten Zufallsfund, der bis dato unbekannte Aufzeichnungen und Gedichte der Schauspielerin zutage förderte.

Ein vielschichtiges Portrait

Nachdenklich schaut Marilyn Monroe auf dem DVD-Cover in die Kamera. Die Abbildung ist etwas unscharf und grobkörnig, die Konturen des platinblonden Haars und der weißen Bluse gehen in den hellen Hintergrund über – es ist ein Bild, das gerade erst entsteht. Am Ende ist es genau dieser Eindruck, den auch der Film hinterlässt: Das `Image´ einer Frau, die vielen nur als ikonisches Konterfei auf T-Shirts, Tassen und Postern bekannt ist, gewinnt an Tiefe, ein neues Bild beginnt sich zu festigen.

Entstanden ist die Dokumentation auf der Grundlage des Buches "Fragments: Poems, Intimate Notes, Letters" (in der deutschen Version bei S. Fischer unter "Marilyn Monroe – Tapfer Leben" erschienen), das über 50 Jahre nach Monroes Tod neu entdeckte Aufzeichnungen und Gedichte der Schauspielerin veröffentlichte. Die Textsammlung ist das Resultat eines zufälligen Fundes, im privat verwalteten Nachlass Monroes tauchen unverhofft zwei Kartons mit Notiz- und Tagebüchern auf, die die nahbare Seite des Filmstars zeigen. Genau hier setzt auch Regisseurin Garbus in ihrem Film an: "In den Schriftstücken bekam ich einen Eindruck von ihr als Mensch. Diesen Eindruck soll der Film vermitteln." Ganz in diesem Sinne ist die Präsentation der Notizen ein unkonventionelles Experiment. Bekannte und weniger bekannte Schauspielerinnen, darunter Uma Thurman, Glenn Close und Lindsay Lohan, tragen nicht nur vor, sondern interpretieren Monroes Gedanken auf sehr persönliche Weise. So entsteht ein vielschichtiges Portrait mit einer starken Dynamik, persönliche Gedanken aus dem letzten Jahrhundert werden mit Leben gefüllt.

Fragiles Bild?

Neben Monroes Aufzeichnungen sind Briefe und Aussagen wichtiger WegbegleiterInnen, wie etwa von Schauspiellehrer Lee Strasberg, Amy Greene oder Regisseur Billy Wilder, zentrale Bestandteile des Films. Zahlreiche Originalaufnahmen und Zeitdokumente – Fotos, Interviews, Ton- und Filmausschnitte – ergänzen die Gedankenfragmente. Der so geschaffene Kontrast hebt den vom Film forcierten Gegensatz der "normalen", häufig an sich selbst zweifelnden Frau, und der selbstsicheren Hollywood-Diva besonders hervor. Allerdings lässt sich der Filmstar nicht immer so eindeutig von der Privatperson trennen: "Ich möchte wirklich eine gute Schauspielerin sein. Ich wäre gerne glücklich, aber zu versuchen, glücklich zu sein, ist fast so schwer wie zu versuchen, eine gute Schauspielerin zu sein."

Der Film zeigt eine weniger bekannte Seite von Marilyn Monroe und macht Deutungsangebote, ohne vorzugeben wer oder wie sie wirklich war. Ganz im Gegenteil, er stellt die Unmöglichkeit dieses Versuchs aus: "Ich kannte Marilyn Monroe genauso wenig wie sie sich selbst.", konstatierte lakonisch ihr enger Vertrauter Strasberg. Das neu angelegte Bild der Schauspielerin ist also eines, dessen Konturen wohl nie scharf nachgezogen werden können – mehr als eine flüchtige Erscheinung ist es aber allenthalben.

AVIVA-Tipp: Mythen können reproduziert oder dekonstruiert werden. Der Dokumentarfilm über das Hollywood-Idol macht beides: Er lässt Monroe durch ihre Privatnotizen selbst sprechen und relativiert gängige Klischees über die Schauspiel-Ikone. Dadurch wird der Mythos allerdings nicht abgetragen, sondern um eine neue, sehr sehenswerte Facette, erweitert.

Zur Regisseurin: Liz Gabrus ist eine mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin und Produzentin, für "The Farm: Angola, USA" (1998) erhielt sie eine Oscar-Nominierung. Im Jahr 2011 eröffnete ihr Film "Bobby Fisher Against the World" in der Sektion "Dokumentation" das Sundance Film Festival. Über Marilyn Monroe sagt sie, sie sei nie ein Fan von ihr gewesen und habe sich nicht mit ihr identifizieren können – bis sie ihre Aufzeichnungen las.

Love, Marilyn
Originaltitel: Love, Marilyn
USA/Frankreich 2012
Buch und Regie: Liz Garbus
Sprache: Englisch, Untertitel: Deutsch
ProtagonistInnen: F. Murray Abraham, Elizabeth Banks, Adiren Brody, Ellen Burstyn, Glenn Close, Hope Davis, Viola Davis, Jennifer Ehle, Ben Foster, Paul Giamatti, Jack Houston, Stephen Lang, Lindsay Lohan, Janet McTeer, Jeremy Piven, Oliver Platt, David Strathairn, Lily Taylor, Uma Thurman, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood
Länge: 103 Minuten
DVD-Features: Interview mit der Regisseurin
Erscheinungstermin: 5. Dezember 2013 bei ARTHAUS
Preis: 13, 99 Euro
www.arthaus.de

Weitere Infos unter:

www.studiocanal.de (zum Film)

www.fischerverlage.de (zum Buch "Tapfer lieben")

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

My Week with Marilyn. Ein Film von Simon Curtis

Norma Jean and Marilyn

Who killed Marilyn? Ein Film von Gérald Hustache-Mathieu mit Sophie Quinton



Kunst + Kultur > Film

Beitrag vom 12.12.2013

AVIVA-Redaktion 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
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Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
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