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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 26.01.2010


Claude Lanzmann live im Babylon am 31. Januar 2010
AVIVA-Redaktion

Das Babylon zeigt in Zusammenarbeit mit dem Jewish Film Festival Berlin Culture Lounge eine umfassende Werkschau des diffamierten Filmemachers, Journalisten und Philosophen ab dem 27. Januar 2010.




65 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz kommt Claude Lanzmann nach Berlin. Es werden unter anderem seine Filme "Pourquoi Israel" und "Shoah" gezeigt und auch ein Gespräch mit Claude Lanzmann selbst wird stattfinden.
Der 84-jährige französische Filmemacher, Journalist und Philosoph Claude Lanzmann war, neben Jean Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Mitbegründer des französischen Magazins "Les Temps Modernes". Bis 1970 widmete er sich hauptsächlich seiner journalistischen Tätigkeit, seither wirkt er auch als Filmschaffender. Mit seinem ersten Film "Pourqoui Israel" (1973) beschäftigte sich Lanzmann mit der eigenen jüdischen Identität. Ein Jahr später nahm er die langwierige Arbeit an dem Film "Shoah" (1985)auf.
Das neunstündige Werk legt die wohl umfassendste Filmarbeit über die Vernichtung des europäischen Judentums vor. Erschreckenderweise wurde letzten Herbst, beinahe dreißig Jahre nach der Veröffentlichung, die Aufführung desselben Films durch gewalttätige Linke in Hamburg verhindert (AVIVA-Berlin berichtete am 21. November 2009 im Beitrag "Gewalttätige DemonstrantInnen verhinderten in Hamburg die Vorführung eines Films von Claude Lanzmann". Anfang Januar 2010 genoss jedoch das Meisterwerk im Bunker am Heiligengeistfeld, in dem der Veranstalter Uebel & Gefährlich seinen Discoclub betreibt, die Solidarität des Publikums. Wiederum war dies eine Bestätigung, dass Lanzmanns filmisches Oeuvre nicht veraltet ist und die zeitlose Gültigkeit eines Kunstwerkes besitzt.

Skandal

Gegenwärtig kommt es erneut knüppelhart über den Künstler Claude Lanzmann. Die "Zeit" veröffentlicht den haarsträubenden Artikel Eine kleine Warnung an den Rowohlt-Verlag. Dieser soll zeigen, dass Lanzmann in seinen Memoiren "Le lièvre de Patagonie", bei Gallimard erschienen, die Geschichte verfälscht. Vor dem in Frankreich mehrfach als Buch des Jahres 2009 ausgezeichnetem Werk warnt die Hamburger Wochenzeitung die deutsche Öffentlichkeit. Vom Verlag fordert sie eine "kommentierte Ausgabe". Wahlweise schlägt sie eine Revision "unter Rücksprache mit Historikern" vor.

Die Argumentation des Blattes lautet wie folgt: Lanzmann erzählt in seinen Memoiren, wie er als junger Gastdozent an der Berliner Freien Universität mit einem Zeitungsaufsatz über die NS-Vergangenheit von Professoren zur Entlassung des FU-Gründungsrektors Edwin Redslob beigetragen habe. Eine Verfälschung, hielt ihm der Kunsthistoriker und Redslob-Biograf Christian Welzbacher vor, der Rektor sei erst sechs Monate nach dem Erscheinen von Lanzmanns Artikel aus Altersgründen aus dem Amt geschieden. Und beschuldigt ihn sich als "Rächer der Juden" zu stilisieren und sich "mit einer Trophäe zu schmücken, die ihm nicht zustehe.
Da stellt sich die Frage, ob alle Holocaustüberlebenden erst nachweisen müssen, dass sie verfolgt, diffamiert und wie viele Mitglieder ihrer Familie ermordet wurden.
Unter Umständen war es eine winzige Übertreibung, vielleicht auf wenigen Zeilen in einer weit über 500 Seiten umfassenden Lebenserzählung. Aber sie genügt, um den Zeitzeugen Lanzmann als Lügner hinzustellen. Womit dann doch wieder die These von Lanzmanns Freund Sartre recht hätte: "Die Situation des Juden ist derart, dass alles, was er tut, sich gegen ihn wendet."

Das BABYLON veranstaltet zusammen mit der "Jewish Film Festival Berlin Culture Lounge" eine Claude Lanzmann Filmreihe. Sie zeigen einmalige Zeitdokumente des Landes und der Menschen von Israel. Es sind authentische und vielschichtige Momentaufnahmen.

Alle Filme von Claude Lanzmann können ab 27. Januar 2010 im BABYLON am Rosa-Luxemburg-Platz gesehen werden. Am 31. Januar wird nach der Filmaufführung "Pourqoui Israel" Claude Lanzmann im Gespräch mit Eldad Beck, Deutschlandkorrespondent für Yedioth Ahronoth - Israel, sein.
Mehr Infos finden Sie unter: www.babylonberlin.de und www.jffb.de

Auch ARTE strahlt "Shoah", in zwei Teilen, jeweils zur Primetime um 20.15 Uhr aus. Der zweite Teil ist am 27. Januar 2010, 20.15 Uhr zu sehen.
Zudem ist auf www.arte.tv ein Interview mit Claude Lanzmann zu lesen.
Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Warum Israel, Pourquoi Israël - der zweite Teil der Trilogie nach Sobibor

Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr

SHOAH - Ein Film von Claude Lanzmann jetzt auf DVD

Gewalttätige DemonstrantInnen verhinderten in Hamburg die Vorführung eines Films von Claude Lanzmann


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Beitrag vom 26.01.2010

AVIVA-Redaktion 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
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Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
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Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
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