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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 12.05.2017


Fazerdaze - Morningside
Lisa Baurmann

Dezidiert nostalgisch und dabei ausgesprochen erfrischend klingt das Debutalbum der Künstlerin aus Neuseeland, die auf Do It Yourself schwört: wie schon ihre viel gelobte EP "Fazerdaze" hat sie "Morningside" selbst aufgenommen und produziert.




"Ich habe Bands wie die Pixies gehört. Ein bisschen Slowdive. Und die Smashing Pumpkins, die ich als Teenager viel hörte, habe ich wiederentdeckt", erzählt Amelia Murray alias Fazerdaze im Interview mit dem Deutschlandfunk. Das passt. Das Album der Neuseeländerin versetzt beim Hören schlagartig zurück in die 90er: Verzerrte Gitarren, Vocals mit viel Hall, Bass, Drumcomputer, zurückhaltende Synthesizer. Und all das ist im Wesentlichen in Murrays Schlafzimmer in Auckland entstanden, das ihr als Homestudio dient.

Poptauglicher DIY-Sound

Dort, allein mit Gitarre und Mikrophon, nahm Amelia Murray 2014 auch schon ihre Debüt-EP auf und veröffentlichte sie im Selbstverlag. "Fazerdaze" löste so viel Begeisterung aus, dass die Künstlerin sich bald eine Live-Band suchte und mit ihr Australien, Großbritannien, und die Welt betourte. Wer die EP kennt, wird am Album bemerken, dass der Sound jetzt etwas glatter klingt. Gitarren und Bass sind ein bisschen weniger roh, dafür ätherischer und vielschichtiger. Die Stücke sind verträumter, fast entrückt. Fazerdaze bewegt sich damit stilistisch noch mehr in Richtung Dream Pop.

Einige Songs, allen voran "Jennifer" mit seinen reduzierten Gitarren, oder "Friends", das auf einer simplen wie eingängigen Basslinie und Handpercussion basiert, erinnern aber auch an Post-Punk-Vorgängerinnen aus den 80er Jahren wie die Marine Girls oder Young Marble Giants. Das ist auch Murrays herausragendem Songwriting zu verdanken, das hinreißend fließende, mal naiv-schöne, mal melancholische Melodien hervorbringt.

Die Nacht hinter sich bringen

Die Stimmung des Albums steht im Einklang mit dem Titel "Morningside", sogar in doppelter Hinsicht. Einerseits ist "Morningside" der Name eines Vororts von Auckland, in den Murray zog und sich dort zum ersten Mal seit Jahren wieder zu Hause fühlte. Andererseits steht das Wort für das symbolische Ende der Nacht: "Für mich bedeutete es, eine wirklich harte Phase meines Lebens hinter mich zu bringen, auf der anderen Seite anzukommen und dadurch stärker zu sein", vertraut sie sich DIFFUS im Videointerview an.

Auch von vorangegangenen Schwierigkeiten im Loch zwischen Uni und echtem Leben, vom vielen Alleinsein als DIY-Solokünstlerin, von den eigenen Unsicherheiten erzählt Murray stets vollkommen unprätentiös, und mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Dieses Lächeln, das in den Songs auf "Morningside" geradezu hörbar ist, überträgt sich auf die Hörerin. Je nach Stimmung kann es eher schwermütig, oder aber entspannt und gelöst sein. Für beides bietet das Album den perfekten Hintergrund.

Wer die Neuseeländerin live erleben möchte, hat dazu in Deutschland in Hamburg und Köln am 19. und 20. Mai 2017 die Gelegenheit – dabei würde ihr Sound das auf Neues hungrige Berliner Publikum mit Sicherheit begeistern. Uns bleibt also, das Warten auf ein Konzert in der Hauptstadt mit "Morningside" aus den Lautsprechern zu überbrücken.

AVIVA-Tipp: Was Amelia Murray alias Fazerdaze im Alleingang mit "Morningside" geschaffen hat, ist einzigartig inmitten der aufwendig produzierten und dabei allzu gewöhnlichen Klänge, die im Pop derzeit allgegenwärtig sind. Es ist höchste Zeit, DIY, Lo-Fi und Garagensounds wiederzubeleben – Fazerdaze zeigt in Verbdinung mit ihren träumerisch schwelgenden Melodien, wie das ausgezeichnet und radiotauglich gelingen kann.

Fazerdaze
Morningside

Label: Grönland Records
VÖ: 5. Mai 2017
www.groenland.com

Fazerdaze im Netz:

www.groenland.com/artist/fazerdaze – Tourdaten
fazerdaze.bandcamp.com
www.facebook.com/fazerdazemusic


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Beitrag vom 12.05.2017

AVIVA-Redaktion 






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