Golden Disko Ship und Jasmina Maschina - City Splits No. 1 Berlin - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Music



AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 17.06.2010


Golden Disko Ship und Jasmina Maschina - City Splits No. 1 Berlin
Undine Zimmer

Die zwei eigenständigen Musikerinnen sind keine Band, sie sind aber schon oft zusammen auf Tour gegangen. Was sie verbindet, ist die Vorliebe für klangliche Spaziergänge, gerne in der...




...isländischen Musiklandschaft und die Freude am Experimentieren.

Die erste Platte ist es für beide nicht, aber die erste gemeinsame. Vorgänger waren zuvor in kleiner Auflage zu Hause entstanden und wurden regelrecht von Hand gebastelt. Diese Zeiten sind nun vorbei.

Theresa Stroetges alias Golden Diskó Ship und Jasmine Guffond als Jasmina Maschina sind die Nummer 1 in der Serie "City Splits", die im März 2010 bei Gudrun Guts Label "Monika Enterprise" erschienen ist. Hinter dem Konzept steckt die Idee, zu je einer Stadt zwei Künstlerinnen auf einer Platte zu vereinen - wie die zwei Seiten des Vinyls. Jede Platte erscheint nämlich Zeitgleich als CD und LP. Nach Berlin ist L.A. als kommende City angedacht.

Golden Diskó Ship

Benannt hat Theresa sich nach einem versunkenen Partyschiff, das bis heute als goldenes Wrack in einem isländischen Hafen liegt. Die Wahl des Namens war Zufall, sagt Theresa, doch die Isländer würden sie gerne eines Besseren belehren. Denn in den Songs bahnen sich die Stimmen der Versunkenen ihren Weg durch Klangkulissen, um ihren Partyhunger auf Golden Diskó Ships Konzerten zu stillen. Die Beats werden weich intoniert mit kleinen Klicken uns Zupflauten. Seiteninstrumente spielen den Rhythmus und Glockenspiele führen die Melodie, wie in dem Song "19th floor Ishockey". Für elektronische Musik klingt Golden Diskó Ship sehr akustisch. Das hat sie mit ihrer Gegenspielerin Jasmina gemeinsam: Folkige und rockige Gitarren werden in den Songs mit Gläserklirren und Papierrascheln akkompaniert, Textsplitter schweben eher assoziativ durch die Songs und die Stimme wird wie ein Instrument eingesetzt. So bekommt die Musik etwas sphärisches, doch im Vergleich zu den ersten CDs von Golden Diskó Ship ist der neue Sound etwas urbaner geworden. Man könnte auch von Brain-Musik sprechen, denn es sind vor allem die kleinen Details, die beim Hören machen. Was im Konzert etwas untergeht, kommt auf der CD richtig heraus, wie die verschiedenen Tonarten plätschernden Wassers. Auch das Knarren des Schiffes hat Golden Diskó Ship nicht losgelassen.

Jasmina Maschina

Jasmine Guffond, geboren in Australien, ist seit 2003 Wahlberlinerin. Viele Jahre stand sie mit Band-Partner Torben Tilly als "Minit" auf den Berliner Bühnen. 2008 hat sie ihr Solo-Album "Demolitions Series" unter dem Namen Jasmina Maschina herausgebracht. Der Titel, der klingt wie eine Kampfansage, führt in die Irre: "Demolition" ist von "Demo" abgeleitet. Denn Jasmina Maschina kommt aus dem Folk und macht sanfte, verspielte Musik. Darin raschelt und rauscht es und ab und zu fliegt auch ein Flugzeug durch den Track.
Jasmina ist auf dieser Platte vom Folk noch mehr ins Minimalistische gegangen. Phasenweise werden die Songs jedoch noch immer von einer klaren und unverzerrten Folkgitarre getragen. In ihren Texten arbeitet sie, ähnlich wie Golden Diskó Ship, mit kurzen Phrasen, die fast mantra-artig wiederholt werden und gerne gegensätzliches vereinen, wie in "Long way to the short", das als Ballade beginnt und in der Mitte ansteigend immer rockiger wird. Durch die Musik bekommt die gleiche Textzeile unterschiedliche Betonungen und verweist auf verschiedene Gefühle. Man kann sich an den minimalistischen Zeilen festhalten oder sie einfach durch die Ohren sausen und von dem gestrandeten Elektrofolk treiben lassen. Manche Songs erinnern unweigerlich an die isländische Band "Múm": Nicht vorrangig durch die Texte, sondern durch die Klänge werden spielerische und nachdenkliche Balladen erzählt - die sich viel Zeit für ihre Entwicklung lassen.

AVIVA-Tipp: Die beiden Musikerinnen ergänzen sich auf ihrem Album perfekt. Beide arbeiten mit akustischen Instrumenten, arrangieren ihre minimalistischen Songs jedoch sehr unterschiedlich. "City Splits no 1 Berlin" lädt zum Entspannen ein, um die Gedanken einmal unkontrolliert schweifen zu lassen und hinterlässt ein leises Gefühl von schwebender Zuversicht.

Jasmina Maschina / Golden Diskó Ship
City Splits No. 1 Berlin

Label: Monika Enterprise
erschienen im März 2010
14 Euro
www.m-enterprise.de/shop/index.htm

Mehr zu Jasmina Maschina auf www.myspace.com/jasminemaschine

Mehr zu Golden Diskó Ship auf www.goldendiskoship.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Interview mit Golden Diskó Ship und Jasmina Maschina.

Lesen Sie auch unsere Rezension zu The Demolition Series von Jasmina Maschina auf AVIVA-Berlin.



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Beitrag vom 17.06.2010

AVIVA-Redaktion 






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