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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 11.01.2008

Eine Frau muss eine Frau bleiben. Von Hille Karoline Herold
Anna Tremper

"Gleichberechtigung zu Beginn des 21. Jahrhunderts" - Eine Bestandsaufnahme zu Frauen und ihren Karrieremöglichkeiten in der noch immer männlich dominierten Arbeitswelt in Deutschland



Hille Herold legt mit "Eine Frau muss eine Frau bleiben" eine Studie zu Karrierefrauen heutige und deren Selbstverständnis vor. Dazu hat sie 80 Personen im Alter von 30 bis 60 Jahren interviewt, wobei etwa ein Drittel der Befragten männlich war. Die Männer wurden in die Studie mit einbezogen um eine Kontrollgruppe zu haben, die die "Norm" stellt. Eine Gruppe, die nicht aufgrund ihres Geschlechts härter kämpfen muss, um es in die oberen Etagen eines Unternehmens zu schaffen.

Anhand der Antworten geht Karoline Hold der Frage auf den Grund, ob die Themen der Frauenbewegung aus den 70er Jahren heute noch greifen, ob sie umdefiniert wurden oder vielleicht sogar inzwischen abgelehnt werden. Ist die Forderung nach Gleichberechtigung √ľberhaupt noch aktuell?
Anhand der 80 Interviews nähert sie sich dieser Fragestellung. Wobei es sich nicht um eine repräsentative Umfrage, sondern um ein Quoten-Sample handelt.

Einleitend wird eine √úbersicht √ľber die bisherigen Ziele der Emanzipation und die zwei Hauptstr√∂mungen des Feminismus gegeben. Nach einem kurzen Exkurs √ľber das m√∂gliche Vorhandensein eines "weiblichen" F√ľhrungsstils wird eine Auswertung der Interviews vorgenommen. Den ProbandInnen wurden Fragen zu sechs Aspekten des Themas "Frauen-Karriere" gestellt. Es wurde beispielsweise danach gefragt, ob die Frauenquote ihre Berechtigung h√§tte, oder mit welchen Hindernissen Frauen beim Erklimmen der Karriereleiter zu rechnen h√§tten. Hille Herold fasst hier grob zusammen, wie sich die Frauen und M√§nner zu diesen Aspekten ge√§u√üert haben.

Den Hauptteil des Buches bilden sechs ausgew√§hlte Interviews mit jeweils einer Frau und einem Mann aus verschiedenen Altersgruppen, die eine f√ľr die ProbandInnen charakteristische Position zur "Frauen-Karriere" enthalten. Im Anschluss findet sich stets ein zusammenfassender Kommentar der Autorin.

"Eine Frau muss eine Frau bleiben!" macht klar, dass sich zwar vieles getan hat, was Frauen und ihre M√∂glichkeiten der beruflichen Selbstverwirklichung betrifft, von Gleichberechtigung jedoch noch lange nicht die Rede sein kann. "Freiwillig geben die M√§nner nichts her" und so bleibt offen, ob die Frauenquote, auch wenn sie bei den Befragten weitestgehend auf Ablehnung st√∂√üt, nicht doch weiterhin gefordert werden sollte. Zumal in der Auswertung der Interviews auch deutlich wurde, dass es in einigen Unternehmen f√ľr Frauen noch immer nicht m√∂glich ist, bis ganz nach oben zu kommen.

Zur Autorin : Dr. Hille Karoline Herold studierte Slawistik, Romanistik und Germanistik. Sie ist langj√§hrige Dozentin im Fach Deutsch f√ľr ausl√§ndische Studierende an der Universit√§t Bremen.

AVIVA-Tipp: Es w√§re sch√∂n gewesen, wenn die subjektiven Eindr√ľcke der Befragten noch durch Fakten zu der Thematik erg√§nzt worden w√§ren, um so eine m√∂gliche Differenz aufzuzeigen. Ein wenig lang geraten ist auch der Interviewteil mit knapp 100 Seiten. Hille Karoline Held hat hier jedoch ein Buch verfasst, das deutlich macht, dass Frauen in der Arbeitswelt noch lange nicht gleichberechtigt sind, auch wenn sich in den vergangenen Dekaden vieles gebessert hat. Ein Buch, das wieder bewusst macht, dass wir noch lange nicht am Ziel sind und Frauen nach wie vor viele T√ľren verschlossen bleiben. Wie weit wir noch entfernt sind, zeigt die von Hille Herold angef√ľhrte Prognose der UNO, wonach die Gleichberechtigung erst im Jahre 2490 hergestellt sein wird oder der Global Gender Gap Report.

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"Alice im Männerland"
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"Eine Frau muss eine Frau bleiben!"
Oder: "Gleichberechtigung" zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Hille Karoline Herold
Donat Verlag, erschienen 2007
Paperback - 171 Seiten
ISBN: 978-3-938275-26-9
12,80 Euro

Literatur Beitrag vom 11.01.2008 AVIVA-Redaktion 





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