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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 30.08.2012

Isabelle Fremeaux und John Jordan - Pfade durch Utopia. Buch und DVD
Clarissa Lempp

Utopien, Widerstand und Leben. "Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war". Isabelle Fremeaux und John Jordan dokumentierten ihre Reise durch "utopische" Lebensformen in Film und Buch.



Vor gut fünf Jahren, während die Finanzkrise über der kapitalistischen Welt schwebte, machten sich Isabelle Fremeaux, Dozentin und Klimaaktivistin, und John Jordan, Künstler und Aktivist, auf, Europa zu bereisen und nach post-kapitalistischen Lebensformen zu suchen. In sieben Monaten dokumentierten sie elf Orte, an denen Menschen ihren Utopien Raum geben. Vom organisierten Klima-Camp auf einer umstrittenen Landebahnbaustelle des Londoner Flughafens Heathrow, über eine besetzte Fabrik in Serbien, zum ZEGG bei Belzig bis zur Landkommune in Frankreich führen die "Pfade durch Utopia". Wie sieht der Alltag aus, wenn mensch von der eigenen Ernte und den eigenen Tieren lebt? Wie organisiert sich eine anarchistische Schule und wie lebt es sich, wenn das Eigentum oder die Liebesbeziehung abgeschafft sind? Das KünstlerInnen-Paar stellt Gemeinschaften vor, die außerhalb kapitalistischer Strukturen, gesellschaftlicher Normen oder Medienübersättigung leben, die eine Alternative realisieren, weil sie einer, ihrer, Utopie entsprechend handeln.

Wenn sie ihren Entschluss nur selbst produziertes Fleisch zu essen theoretisiere, wäre es ein politscher Akt, sagt eine Protagonistin des Films. Aber viel mehr ginge es doch darum, wie sie lebt, jeden Tag. Diese Schnittstelle zwischen gelebtem Alltag und (politischem) Widerstand, die diese Gemeinschaften offenbaren, trägt die Dokumentation. Vor allem im Buch finden sich neben den Beschreibungen des täglichen Lebens in den Gemeinschaften auch analytische Gedanken zu Formen, Organisation und Handlungsgestaltung oder auch inhaltliche Fragen und die Bedrohung durch Repressionen durch die Normsysteme.

"Pfade durch Utopia" ist eine Dokumentation bestehender Praxen, die auf den Eindrücken der durchaus sympathisierenden Reisenden beruhen. Der Film erweitert die Texte neben dokumentarischen Interviews und Bildern von Aktionen durch traumähnliche, durchaus poetische Bilder. So wird in einer unkommentierten, mit düsteren Klängen ausgelegten Szene der kleine Reisebus des Filmteams bei einer nächtlichen Fahrt von einer Polizeimannschaft durchsucht. Nach einer Abblende folgt im nächsten Bild das weiche Licht des Sonnenaufgangs, das metallische Rauschen der Nacht klingt aber noch nach.

Isabelle Fremeaux, Dozentin für Media & Cultural Studies am Birkbeck College der Universität London und der Künstler John Jordan beschäftigen sich mit kreativen Formen des Widerstands und sind beide selbst aktiv. Jordan war u.a. Mitbegründer der Aktionsgruppen Clownsarmee und Reclaim the Streets. Fremeaux und Jordan bauen derzeit auf einem Hof in der Bretagne die postkapitalistische Kommune La r.O.n.c.e. auf.

AVIVA-Tipp: John Jordan war bereits bei "Wir sind überall (Notes from Nowhere (Hg.),ebenfalls erschienen im Nautilus Verlag, als Redakteur dabei. Wie auch in "Notes from Nowhere" macht sich "Pfade durch Utopia" dadurch verdient, dass es über die Bestandsaufnahme alternativer Lebenspraxen hinaus die Sehnsucht nach dem Ausbrechen weckt und gleichzeitig verführerisch gute Anregungen gibt, es richtig anzustellen. Die Bilder aus den Gemeinschaften, von Mensch, Tier und Natur, von Widerstand und Aktion machen diese Sehnsucht erst recht fühlbar. Utopia zerfällt, wenn mensch es erreicht? Dieses Buch behauptet das Gegenteil. Utopia ist nämlich nicht morgen, sondern jetzt.

Isabelle Fremeaux / John Jordan
Pfade durch Utopia. Ein Buch/Film

Originaltitel: Les Sentiers de l´Utopie
Aus dem Französischen übersetzt von Sophia Deeg
Nautilus Verlag, erschienen August 2012
320 Seiten, Klappenbroschur im Querformat. Zweifarbig illustriert mit Fotos und Zeichnungen.
Mit DVD (109 Minuten Film, Format 16:9, französische, englische und deutsche Untertitel)
ISBN: 978-3-89401-763-7
25 Euro

www.edition-nautilus.de

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Literatur Beitrag vom 30.08.2012 Clarissa Lempp 





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