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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 24.08.2016


Annette von Droste-Hülshoff - Die Judenbuche
AVIVA-Redaktion

Der Klassiker aus dem Jahr 1842 ist Milieustudie, Kriminalgeschichte und moralische Erzählung in einem und dokumentiert den Antisemitismus des 18. Jahrhunderts. Die Neuausgabe ist im August 2016 im Dörlemann Verlag erschienen, gebunden in ...




... allerfeinstes bedrucktes Leinen und versehen mit einem Lesebändchen.

Im Jahr 1738 steht Friedrich Mergels Start ins Leben im Dorf B. unter keinem guten Stern: sein Vater ist ein gewalttätiger Säufer, wenn auch seine Mutter Margreth zwar herzensgut. Als sein Vater nach einem Saufgelage tot geborgen wird, ist Friedrich nicht nur dem Spott seiner Altersgenossen, sondern auch gemeinsam mit seiner Mutter den Härten der Armut ausgesetzt. Als ein Jude ermordet aufgefunden wird, fällt schnell der Verdacht auf Friedrich.

Der tote Jude war Aaron, der während einer Hochzeitsfeier von Friedrich Mergel die ausstehende Zahlung für eine Taschenuhr einfordert. Statt des im zustehenden Geldes wird er von der Dorfgemeinschaft verhöhnt: "Packt den Juden! Wiegt ihn auf gegen ein Schwein!"

Inspiriert zu dem "Sittengemälde" wurde die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff durch den Fall des jüdischen Händlers Soistmann Berend, der nach einem 1783 stattfindenden Prozess um ein nichtgezahltes Hemd ermordet wurde, erschlagen in einem Wald, unter einer Buche.

Eine Delegation der Juden des Dorfes kauft die Buche, unter der Aaron gefunden wurde, und ritzt den Satz "Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast" mit hebräischen Schriftzeichen in deren Rinde. Fortan wird diese Buche von den Dorfbewohnern "die Judenbuche" genannt. Im vorliegenden Buch ist der Satz auf Hebräisch abgedruckt.

"So steht mein Entschluß fester als je, nie auf den Effekt zu arbeiten, keiner beliebten Manier, keinem anderm Führer als der ewig wahren Natur durch die Windungen des Menschenherzens zu folgen, und unsre blasierte Zeit und ihre Zustände gänzlich mit dem Rücken anzusehn. Ich mag und will jetzt nicht berühmt werden, aber nach hundert Jahren möcht ich gelesen werden …"

(Annette von Droste-Hülshoff)

Zur Autorin: Annette von Droste-Hülshoff, 1797 bei Münster als Anna Elisabeth (Annette) von Droste-Hülshoff geboren, zeigte früh literarisches Talent. Bezeichnend für Annette von Droste-Hülshoffs Leben und Schaffen ist der Wechsel ihres häuslichen Lebens im Münsteraner Umland mit ihren zahlreichen Reisen. Die Heirat ihrer Schwester 1834 mit dem Freiherrn von Lassberg ermöglichten mehrere Reisen nach Meersburg am Bodensee. Meersburg wurde für Hülshoff zur zweiten Heimat, sie erwarb mit dem Honorar für ihren 1844 erschienenen Gedichtband das "Fürstenhäusle" mit Seeblick. Von ihrer letzten Reise nach Meersburg im Jahr 1846 kehrte sie nicht zurück – sie starb dort im Jahr 1848.

Annette von Droste-Hülshoff
Die Judenbuche

112 Seiten. Leinen. Leseband
€ [D] 14.00 / € [A] 14.40 /
SFr. 20.00 (UVP)
ISBN 9783038200376
Als eBook erhältlich!
ISBN eBook 9783038209379
Ca. € 2.49
Dörlemann Verlag, Liebling 2, erschienen am 24. August 2016
Mehr Infos zum Buch und zu Annette von Droste-Hülshoff unter: www.doerlemann.com

Weitere Infos zu Annette von Droste-Hülshoff unter: www.lwl.org

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Literatur

Beitrag vom 24.08.2016

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