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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 21.09.2009


Lea Fleischmann - Heiliges Essen
Iella Peter

Lea Fleischmanns Buchreihe "Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht" gibt der interessierten LeserIn die Möglichkeit zu verstehen, wie traditionelle Juden leben, wie sie einkaufen,...




... kochen und essen.

Bücher, die Nicht-Juden das Judentum erklären, gibt es viele. Auch ein Kapitel, das die jüdischen Speisegesetze thematisiert, wird immer zu finden sein. Lea Fleischmanns neues Buch widmet sich ausschließlich dem "Heiligen Essen" der Juden und gewährt detaillierten Einblick in Riten und Besonderheiten der jüdischen Speisegebote.

Die Thora schenkt der Zubereitung, dem Verzehr von Nahrung und der geistigen Haltung zur selbigen besondere Beachtung. Die Gebote regeln das alltägliche Leben gläubiger Juden und unterscheiden Nahrung in koscher, Hebräisch für rein, und trefe, Hebräisch für unrein. Nur wenige Tierarten wie Säugetiere, die zweigespaltene Hufe besitzen und Wiederkäuer sind, und Fische, die Flossen und Schuppen haben, gelten als koscher. Krabben, Hummer, Muscheln sowie sämtliche Reptilien werden als trefe angesehen. Pflanzliche Lebensmittel sind dagegen bis auf wenige Ausnahmen koscher. Ein sehr wichtiger Gesichtspunkt jüdischer Küche ist die Trennung von Milch- und Fleischspeisen.

In "Heiliges Essen" macht Lea Fleischmann die Bedeutung der biblischen Speisegebote für Nichtjuden erfahrbar und regt zum Nachdenken über das eigene Essverhalten an. Sie zeigt auf anschauliche Weise, wie man mit dem koscheren Essen in Einklang mit der Schöpfung leben und jede Mahlzeit in ein spirituelles Erlebnis verwandeln kann. Das bedeutet, dass das Essen nie gedankenlos stattfindet, sondern in einen Ritus eingebettet ist, der es immer wieder zu etwas Besonderem macht.

Fleischmann ist eine authentische Vermittlerin der israelischen Kultur und der jüdischen Religion. Bereits ihre, in der Reihe "Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht", 2000 und 2003 erschienenen Bücher "Rabbi Nachman und die Thora" und "Schabbat" bieten der LeserIn einen umfassenden Überblick jüdischer Traditionen.

In "Heiliges Essen" beschreibt die Autorin ihre Begegnung mit der Rabbanit (Bezeichnung für die Ehefrau eines Rabbiners) Malka. Sie ist es, die Lea Fleischmann das Wissen über koscheres Essen lehrt und ihr auch die metaphysische Ebene der Kaschrut vermittelt. Die Verknüpfung von alltäglichen Eindrücken mit ihrer Mentorin und den Hintergründen und Grundlagen des Glaubens- und Speiseregeln gelingt der Autorin mühelos. Durch diese Verwebung von Erzählung und Wissensvermittlung ist Lea Fleischmann ein interessantes und unterhaltsames "Lehrbuch" gelungen.

Auch die persönlichen Widerstände und Zwiespälte der Autorin, beispielsweise in Bezug auf die geforderte Neu-Organisation der Küche, kommen in "Heiliges Essen" zum Ausdruck. Sie macht sich in ihrem Buch zeitgleich mit der LeserIn mit den Riten und Texten der Thora vertraut. Einziger Kritikpunkt an ihrem Buch ist die recht strikte und konservative Haltung der Autorin bezüglich der erlernten Bräuche.

AVIVA-Tipp: "Heiliges Essen" bietet für die am Judentum interessierte LeserIn einen umfassenden Einblick in die Lebensweise und Ernährungslehre der Juden. Lea Fleischmann erklärt auf sehr verständliche Weise, dass die koschere Zubereitung von Speisen nicht nur ein religiöses Ritual, sondern auch eine überlieferte Lebenskunst ist, die seit unzähligen Generationen weiter gegeben wird.

Zur Autorin: Lea Fleischmann wurde 1947 in Ulm geboren und verbrachte ihre Jugend in Frankfurt am Main. Nach einem Studium der Psychologie und Pädagogik arbeitete sie als Lehrerin. 1979 verließ Fleischmann Deutschland. Heute lebt und arbeitet sie als deutschsprachige Autorin in Jerusalem und widmet sich dem deutsch-israelischen und christlich-jüdischen Dialog. Lesereisen führen sie regelmäßig nach Deutschland, in Israel liest sie vor deutschsprachigen Reisegruppen. Weitere Infos und Kontakt: www.leafleischmann.com

Lea Fleischmann
Heiliges Essen. Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht.

Scherz-Verlag, erschienen September 2009
Taschenbuch, 268 Seiten
ISBN: 978-3502151470
16,95 Euro


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Meine Sprache wohnt woanders". Lea Fleischmann und Chaim Noll setzen sich in ihrem Buch mit der eigenen Vergangenheit in Deutschland und der Gegenwart in Israel auseinander.


Literatur > Jüdisches Leben

Beitrag vom 21.09.2009

AVIVA-Redaktion 






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