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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 13.04.2012

Roberta Flack - Let It Be Roberta: Roberta Flack Sings The Beatles
Annika H├╝ttmann

Die ber├╝hmte S├Ąngerin wei├č, wie es ist, gecovert zu werden. Ihre gro├čen Hits wie "First Time Ever I Saw Your Face" oder "Killing Me Softly" wurden von mehr als einmal von anderen...



...K├╝nstlerInnen neu interpretiert. Auf diesem Album covert die 75 j├Ąhrige nun selbst - und zwar niemand geringeren als die Beatles. Sie pr├Ąsentiert zw├Âlf Songs der Fab Four auf eine Art, an der sich wahrscheinlich die Geister scheiden werden.

Wer die Beatles singt, kann viel falsch machen. Die Originalsongs sind so bekannt und auch heute noch so pr├Ąsent, dass sie nicht durch eine Re-Interpretation ins Ged├Ąchtnis gerufen werden m├╝ssen. Modernisieren muss mensch sie eigentlich auch nicht, da sie immer noch genau so gut funktionieren wie vor 50 Jahren. Wer die Beatles singt, l├Ąuft also Gefahr, etwas ziemlich ├ťberfl├╝ssiges zu produzieren.
In diese Falle tappt Roberta Flack nicht.
Sie schreckt nicht davor zur├╝ck, manche der Lieder radikal zu ├Ąndern - George Harrisons "Isn┬┤t It A Pity" bekommt eine andere Melodie und auch die meisten anderen Songs erinnern durch das Arrangement, die Produktion und nicht zuletzt dank Roberta Flacks immer noch gro├čartiger Stimme nur noch entfernt an die Originale. Disco-Beats, Samples, R&B-Einfl├╝sse oder bluesige Pianoversionen sorgen daf├╝r, dass das Album nicht wie ein einfaches Cover-Album klingt, sondern wie ein eigenst├Ąndiges Werk der gro├čen K├╝nstlerin.

Dennoch wird es manchen sicher schwer fallen, die Beatles-Versionen der Songs beim H├Âren aus dem Kopf zu bekommen. Manchen eingefleischten Fans der Pilzk├Âpfe wird dieses Album sicher nicht gefallen. Urspr├╝nglich einfache, eing├Ąngige Popsongs wirken durch die neue Produktion bombastischer und zum Teil weniger zeitlos. Mensch kann den Produzenten der viermaligen Grammy-Gewinnerin, darunter Sherrod Barnes, der auch mit Angie Stone oder Beyonce gearbeitet hat, vorwerfen, etwas viel modernisiert und ausprobiert zu haben. Eigentlich reichen ein Klavier und Roberta Flacks Stimme um etwas Gro├čes entstehen zu lassen. Das zeigt der eindeutig beste Song des Albums, eine Live-Aufnahme von 1972, in der sie "Here There And Everywhere" singt und dazu Klavier spielt. Dieselbe emotionale Intensit├Ąt erreicht sie auf keinem anderen der Songs.

Es gibt aber durchaus Gr├╝nde, Flacks erstes Album seit mehr als 8 Jahren zu lieben. Ihre Versionen von "Oh Darling" und "Hey Jude" sind das beste Beispiel daf├╝r, wie es der K├╝nstlerin stellenweise gelingt, die Beatles vielleicht sogar zu ├╝bertreffen. Nicht umsonst gaben sowohl Yoko Ono als auch Paul McCartney diesem Album ihren Segen. Roberta Flack pr├Ąsentiert ganz eigene Versionen der ber├╝hmten Lieder und l├Ąsst sich nicht davon einsch├╝chtern, dass einige von ihnen zu den bekanntesten der Welt geh├Âren. Warum sollte eine so gro├če S├Ąngerin, wie sie es ist, das auch tun? Was mensch von diesem Album h├Ąlt, ist eindeutig Geschmacksache. Unbedingt anh├Âren und selbst entscheiden!

Roberta Flack im Netz: www.robertaflack.com

AVIVA-Tipp: Im Booklet schreibt Yoko Ono:"With this collection, Roberta is adding a woman┬┤s voice of fun and joy and, again, making people realize how universal these songs are." Es macht Spa├č, zuzuh├Âren, wie Roberta Flack die Beatles interpretiert, denn wer h├Ątte gedacht, dass "The Long And Winding Road" auch als R┬┤n┬┤B-Ballade funktioniert? Ihre Versionen der Lieder sind unterschiedlich gut, aber insgesamt ├╝berzeugt das Album und wirft ein neues Licht auf Songs, die fast jedeR kennt.

Roberta Flack
Let It Be Roberta: Roberta Flack Sings The Beatles

Label: 429 Records/Membran/Sony Music
V├ľ: 20.04.2012

Weiterh├Âren auf AVIVA-Berlin:

Aretha Franklin - Knew You Were Waiting. The Best Of Aretha Franklin 1980-1998

Alicia Keys - The Element of Freedom

Music Beitrag vom 13.04.2012 Annika H├╝ttmann 





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