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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 06.07.2011

Lady Gaga
Lisa Erdmann

Sie gilt als die Madonna des 21. Jahrhunderts, das weibliche Pendant zu Michael Jacksons revolutionĂ€ren AnfĂ€ngen und als unumstĂ¶ĂŸliche Herrscherin im Pop-Olymp. Mit "Born This Way" veröffentlicht...



... Lady Gaga nun ihren zweiten Longplayer - und sichert sich damit erneut ihr musikalisches Königinnenreich.

Diese Frau spaltet die Massen! Sie wird geliebt und gehasst, sorgt fĂŒr Hysterie und Antipathie und hat dennoch seit Monaten die Charts fest im Griff. Lady Gaga ist ein PhĂ€nomen, eine avantgardistische Musikerscheinung, bei der der Gesang schon lĂ€ngst zur Nebensache geworden ist. Egal ob mit ihrem exhibitionistischem Styling oder ihrem ungewöhnlichen Einsatz fĂŒr Minderheiten - diese KĂŒnstlerin mutierte in Lichtgeschwindigkeit zum Gesamtkunstwerk und reprĂ€sentiert ein medienwirksames Konzept, welches an jeder Stelle aufgeht.

Die 26-jĂ€hrige Stefani Joanne Angelina Germanotta hat geschafft, wonach andere SĂ€ngerin jahrzehntelang streben - sie schrieb bereits mir ihrem DebĂŒtalbum "The Fame" aus 2008 Musikgeschichte. 14 Millionen verkaufte TontrĂ€ger, 5 Grammies, Platz Eins in sechs LĂ€ndern und Platz Zwei in den USA sprechen fĂŒr sich. Ihre grĂ¶ĂŸte Gabe bleibt dabei ihr unĂŒbertroffenes Talent der Selbstinszenierung - schließlich wird wohl keine bestreiten, dass weder Gagas Stimme noch ihre Songs als Ausnahmeerscheinungen erklingen. Böse Zungen könnten meinen, diese Frau mache besser als alle anderen viel LĂ€rm um eigentlich Nichts.

Dennoch trifft sie besser als jede andere den Geist der Zeit, setzt Trends und eine tanzbare Hymne nach der anderen in die Welt. Es verwundert daher kaum, dass auch ihr zweiter Longplayer mit einer Vielzahl Uptempo-Kracher daherkommt. Bereits der Opener "Marry The Night" reprĂ€sentiert ziemlich treffend, wohin die Reise auf "Born This Way" gehen soll. Der schmetternde Takt des ChartstĂŒrmers "Pokerface" erlebt hier seinen zweiten FrĂŒhling und hat erneut Hitcharakter. Auch die erste Singleauskopplung des gleichnamigen Albums Born This Way" hat seine EingĂ€ngigkeit mit der Positionierung auf Platz Eins der Charts bereits eindeutig unter Beweis gestellt.

Provozierende Übersteuerungen, elektrisierende New Rave-Beats und einsilbig-eingĂ€ngige Hooklines findet die Hörerin auch bei Titeln wie "Government Hooker", der zweiten Album-Auskopplung "Judas", "Highway Unicorn (Road To Love)" oder "Electric Chapel" - was frĂŒher als "Trance" die Electro-Szene verĂ€rgerte, stĂŒrmt heute unaufhaltsam die Charts. "Born This Way" bietet jedoch auch einige wenige Songs, welche diese Pop-Hypnose durchbrechen. Da wĂ€re zum einen das tangoesk anmutende "Americano", zum anderen das ungewohnt ruhiger gehaltene "Bloody Mary", welches die Hörerin zum ĂŒberraschten Nochmal-Hinhören animiert. Doch ganz gleich ob sinnfrei-dadaistisch wie in dem von Deutsch-Fetzen gespickten Song "Scheiße" oder rockig-computerklatschend wie bei "YoĂŒ And I", Lady Gaga bleibt schlicht phĂ€nomenal - egal ob das nun gefĂ€llt, oder nicht.

Lady Gaga im Netz: www.lady-gaga.de, www.facebook.com/ladygaga, twitter.com/ladygaga und www.ladygaga.com

AVIVA-Tipp: Dieser Longplayer erfĂŒllt alle Erwartungen, die frau an eine Lady Gaga Platte haben kann. Die fĂŒnfzehn Beat-Produktionen der Miss Germanotta gehen allesamt ins Ohr und auch wenn eigentlich sicher ist, dass kaum einer der Titel allzu lange dort verweilen wird, ist "Born This Way" eine durchgehend akzeptable Inszenierung, die zwar nicht unbedingt Musikgeschichte schreibt, aber in jedem Falle - Ă€hnlich wie der VorgĂ€nger - die Charts stĂŒrmen wird.


Lady Gaga
Born This Way

Label: Streamline Records, VÖ: Mai 2011


Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

"Kesha - Animal"

Kelis - Flesh Tone



Music Beitrag vom 06.07.2011 AVIVA-Redaktion 





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