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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 27.06.2012

(N)Onliner Atlas 2012 - Geringe Wachstumsraten bei der Internetnutzung
Dana Strohscheer

Erstmals seit zw├Âlf Jahren liegt die OnlinerInnen- Zuwachsrate in Deutschland unter einem Prozent. Obwohl der Frauenanteil bei der Altersgruppe der ├╝ber F├╝nfzigj├Ąhrigen ├╝berdurchschnittlich ...



... stieg, herrscht bei den "Best Agern" immer noch die digitale Spaltung der Geschlechter.

Die zw├Âlfte Ausgabe des (N)ONLINER Atlas bietet einen ausf├╝hrlichen Blick auf die derzeitigen Rahmenbedingungen der digitalen Gesellschaft in Deutschland. Die j├Ąhrlich durchgef├╝hrten Befragungen untersuchen Ver├Ąnderungen und Tendenzen der Internetnutzung bundesweit.

Im Auftrag der Initiative D21 f├╝hrte TNS Infratest im Zeitraum M├Ąrz bis Mitte Juni diesen Jahres ├╝ber 30.000 Interviews. Gefragt wurde nach Kriterien wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand oder Besch├Ąftigung. Ebenfalls verglichen wurde regional auf der Ebene von Bundesl├Ąndern, St├Ądten und Ortsgr├Â├čen.

Inzwischen sind deutschlandweit 75,6 Prozent online, was einer Gr├Â├čenordnung von 53,2 Millionen Personen ├╝ber 14 Jahren entspricht. Allerdings liegt erstmals seit zw├Âlf Jahren die Zuwachsrate der InternetnutzerInnen bei nur 0,9 Prozent.
Insgesamt 24,4 Prozent der Bev├Âlkerung nutzen das Internet noch nicht. Gaben 2011 noch 3,3 Prozent an, das Internet innerhalb der n├Ąchsten 12 Monate nutzen zu wollen, sind es 2012 nur noch 3,1 Prozent.

Erstmals haben Frauen bei der Online-Nutzung die 70-Prozent-H├╝rde ├╝berschritten und damit ein st├Ąrkeres Wachstum beim OnlinerInnen-Anteil. In der Altersgruppe der 14-49 J├Ąhrigen haben sich die Geschlechter weiter angen├Ąhert: Hier nutzen 94,2 Prozent der M├Ąnner das Internet und 91,9 Prozent der Frauen. Auch die Differenz zwischen den InternetnutzerInnen allgemein bei den M├Ąnnern (81,0 Prozent, 2011: 80,7 Prozent) und den Frauen (70,5 Prozent, 2011: 68,9 Prozent) verringert sich weiter, wobei aber immer noch deutliche Unterschiede zu erkennen sind.

Besonders die Gruppe der Frauen ab 50 Jahren konnte in diesem Jahr deutlich aufholen. Lagen sie 2011 noch bei 43,6 Prozent, sind dieses Jahr 46,9 Prozent der weiblichen "Best Ager" im Internet unterwegs, eine ├╝berdurchschnittliche Steigerung um 3,3 Prozentpunkte. Allerdings zeigen die Ergebnisse auch, dass ├╝ber die H├Ąlfte der Frauen ab 50 Jahren immer noch nicht online sind. Mit einer Differenz von ├╝ber 16 Prozentpunkten zwischen Frauen und M├Ąnnern in dieser Altersgruppe gibt es noch immer einen deutlichen digitalen Unterschied.

Nur jedeR Zweite in Geringverdienerhaushalten (Nettoeinkommen unter 1.000 Euro monatlich) verf├╝gt ├╝ber einen Internetzugang, w├Ąhrend Haushalte mit einem Nettoeinkommen von ├╝ber 3.000 Euro zu 97,3 Prozent einen Online-Zugang haben.

├ähnlich verh├Ąlt es sich mit der Aufschl├╝sselung nach Bildungsstand: Nur 60,6 Prozent der Personen mit Hauptschul- oder Volksschulabschluss sind online. Hier gibt es im Vergleich zum Vorjahr kaum eine Ver├Ąnderung - da waren es 60,5 Prozent. Im Gegensatz dazu verf├╝gen 90,7 Prozent der Befragten ├╝ber einen Internetzugang, die ein Studium abgeschlossen haben.

Ein zunehmend wichtiger Aspekt ist die Internetnutzung ├╝ber Mobilfunkzug├Ąnge wie Surf-Sticks oder UMTS-Karten, die weiter auf dem Vormarsch sind. 5,1 Prozent der Befragten gehen zuhause haupts├Ąchlich ├╝ber Mobilfunk online. Im Vorjahr waren dies noch 2,9 Prozent. Robert A. Wieland, Vize-Pr├Ąsident der Initiative D21 und Gesch├Ąftsf├╝hrer von TNS Infratest: "Neue Endger├Ąte und fallende Preise ver├Ąndern zunehmend unsere Internetnutzung. Viele Online-Aktivit├Ąten zuhause finden nicht mehr wie fr├╝her am station├Ąren PC statt, sondern auf mobilen Endger├Ąten auf dem Sofa oder in der K├╝che."

Nachdem in den Vorjahren Bremen das Bundesl├Ąnderranking angef├╝hrt hat, setzen sich in diesem Jahr die Stadtstaaten Hamburg (80,0 Prozent InternetnutzerInnen) und Berlin (79,8 Prozent) an die Spitze.
Wie bereits in den Vorjahren zeigt sich, dass in den neuen Bundesl├Ąndern sowie im Saarland die Anzahl der InternetnutzerInnen vergleichsweise gering ist. Trotz eines Zuwachses von 3,1 Prozentpunkten ist Sachsen-Anhalt mit 67,3 Prozent noch immer das Schlusslicht. Mit 67,4 Prozent OnlinerInnen nimmt das Saarland unter den alten Bundesl├Ąndern weiterhin den letzten Platz ein (insgesamt Platz 15).

Fazit.

Gerade Frauen im Alter 50+ haben das Internet noch nicht f├╝r sich entdeckt. Die Gr├╝nde hierf├╝r sind vielf├Ąltig. So mag bei einigen die Angst vor dem "b├Âsen" Internet ├╝berwiegen oder Technikfeindlichkeit eine Rolle spielen. Viel zu oft verlassen sie sich wohl noch auf PartnerInnen oder Kinder, wenn es ums Surfen oder Informationsbeschaffung geht. Eines der Hauptanliegen muss es daher sein, das Internet als Ort des Wissenserwerbs und sozialen Austausch auch gerade bei ihnen zu f├Ârdern.
Deutlich wird auch, dass Frauen mit niedrigem Einkommen zu einem Gro├čteil das World Wide Web nicht in ihrem Alltag integriert haben. Auch hier m├╝ssen gezielte Angebote geschaffen werden, um die Schere zwischen Niedriglohnempf├ĄngerInnen und gut situierten Haushalten nicht weiter auseinander gehen zu lassen. Denn Informationen und Kontakte m├╝ssen nicht nur allen zug├Ąnglich sein, sondern Wissensvorsprung in der digitalisierten Welt bedeutet auch Wettbewerbsvorteil - den alle Frauen nutzen sollten.

Weitere Informationen

Den aktuellen "(N)ONLINER Atlas 2012 - Basiszahlen f├╝r Deutschland" und zus├Ątzliche Informationen stehen online zur Verf├╝gung unter:
www.nonliner-atlas.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

N-Onliner Atlas 2009 - Internetnutzung entwickelt sich weiter

Sonderstudie der Initiative D21 - Die digitale Gesellschaft in Deutschland - Sechs NutzerInnentypen im Vergleich

(Quelle: (N)Onliner Atlas 2012)

Public Affairs Beitrag vom 27.06.2012 Dana Strohscheer 





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