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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 23.03.2010

Sonderstudie der Initiative D21 - Die digitale Gesellschaft in Deutschland - Sechs NutzerInnentypen im Vergleich
Undine Zimmer

Junge Frauen sind eher Berufsnutzerinnen (48%) als Trendnutzerinnen (22%). Bei den unter 40 Jährigen können sogar 40% der weiblichen Nutzerinnen als "Digitale Profis" bezeichnet werden.



Im Rahmen des (N)ONLINER Atlas hat die Initiative D21 eine Sonderstudie durchgef√ľhrt. F√ľr "Die digitale Gesellschaft in Deutschland - Sechs Nutzertypen im Vergleich" wurden 1.014 Telefon-Interviews (CATI) zwischen dem 22.12. und dem 24.12.2009 erhoben. Diese Studie gilt somit als repr√§sentativ f√ľr die deutschsprachige Wohnbev√∂lkerung (67,03 Millionen Personen) ab 14 Jahren mit Festnetz-Telefonanschluss.

Gemessen wurde das "Digitale Potenzial" der Befragten, d.h. je mehr Wissen, Kompetenz und Infrastruktur vorhanden waren, desto besser wurde das digitale Potenzial bewertet. Auch die "Einstellung und Nutzung" der Befragten wurde ber√ľcksichtigt . Als positiv gewertet wurde eine generelle positive Einstellung zu digitalen Medien und ein ma√üvoller Umgang mit diesen.

Sechs verschiedene Typen von NutzerInnen haben sich w√§hrend der Studie herauskristallisiert. Innerhalb der NutzerInnengruppen wurden Gender- oder geographische Unterschiede nicht ber√ľcksichtigt:

Die größte Gruppe sind die "Die digitalen AußenseiterInnen". Mit einem Durchschnittsalter von 62,4 Jahren sind in dieser Gruppe vorwiegend Frauen (66%) vertreten. Zusammen mit den Männern macht diese Gruppe 35% der Gesamtbevölkerung aus.

Die zweitgr√∂√üte Gruppe (30%) ist, mit im Durchschnitt 41,9 Jahren, etwas j√ľnger. Auch in dieser Gruppe der "GelegenheitsnutzerInnen" sind √ľber die H√§lfte Frauen (55%). Diese Gruppe ist gr√∂√ütenteils nicht berufst√§tig. Die AnwenderInnen beherrschen einfache Textverarbeitung und benutzen den Computer vor allem f√ľr Emails und zum Briefe schreiben.

Die "BerufsnutzerInnen" sind im Schnitt 42,2 Jahre alt und machen 9% der Gesamtbevölkerung aus. In dieser Gruppe haben die Frauen die Männer fast aufgeholt - 48% sind Berufsnutzerinnen. Sie nutzen digitale Medien geschäftlich wie privat und haben gute Kenntnisse, vor allem in den Bereichen Sicherheit und Datensicherung, sowie in der Installation von Software. Sie nutzen digitale Medien vor allem zur Kommunikation und Information.

Am seltensten sind Frauen (nur 22 %) innerhalb der Gruppe der "TrendnutzerInnen" (11% der Gesamtbev√∂lkerung) zu finden. Trotz einem Durchschnittsalter von 35,9 Jahren verbergen sich in dieser NutzerInnen-Gruppe auch viele Sch√ľlerInnen (13%). F√ľr diese von M√§nnern dominierte Gruppe spielen vor allem Chat, Communities und Nutzung von Web 2.0-Applikationen eine gr√∂√üere Rolle, ebenso wie die M√∂glichkeit der Selbstdarstellung im Netz mit eigenen Homepages.

Dagegen sind 44% der "digitalen Profis" weiblich. Mit 12% der Gesamtbev√∂lkerung liegt diese Gruppe knapp vor den "TrendnutzerInnen" und ist im Schnitt ein Jahr √§lter als diese. Anwendungen wie z.B. Online Shopping, Preisrecherche und Nachrichten lesen stehen bei der Nutzung im Vordergrund. Ihr Wissen √ľber digitale Medien ist am Umfangsreichsten von allen NutzerInnengruppen und die Anwendung von digitalen Medien ist sowohl beruflich als auch privat stark ausgepr√§gt.

Zur "Digitalen Avantgarde", die nur 3% der Gesamtbevölkerung ausmacht, gehören vor allem die Anfang Dreißigjährigen. In dieser Gruppen finden sich immerhin 40% Frauen, die digitalen Medien neben der Arbeit auch in der Freizeit vielseitig nutzen. Von allen Gruppen nutzt diese den mobilen Internetzugang am meisten.

Wie sind die Frauen vertreten? Die Ergebnisse im √úberblick. AVIVA-Berlin hat f√ľr Sie analysiert:

  • Nicht nur die Ausstattung, vor allem Kompetenz, Wissen und die Nutzungsvielfalt definiert die sechs NutzerInnen-Typen und deren positive oder negative Einstellung gegen√ľber digitalen Medien allgemein
  • 66% der "Digitalen Au√üenseiterInnen" sind Frauen mit einem Durchschnittsalter von 62.4 Jahren. Damit ist dieser in der Gesamtbev√∂lkerung am weitesten verbreitete NutzerInnentyp auch der mit dem gr√∂√üten Frauenanteil.
  • Frauen liegen als Nutzerinnen noch immer hinter den M√§nnern zur√ľck. Mit einem Durchschnittsalter zwischen 30 und 40 Jahren werden die Abst√§nde jedoch kleiner. Dass in der selben Altersklasse nur 22% der Frauen "Trendnutzerinnen" sind, w√§hrend 40% zu den "Digitalen Profis" z√§hlen und 44% zu den "Berufsnutzerinnen", k√∂nnte darauf hinweisen, dass Frauen digitale Medien anders nutzen als M√§nner.
  • Am entscheidendsten sind in der Nutzung von digitalen Medien noch immer die Generationenunterschiede. Wer mit einem "Digitalen Profi" oder einer "BerufsnutzerIn" zusammen wohnt, profitiert klar von der vorhandenen Nutzungsm√∂glichkeit.
  • Gr√∂√üte kompetente NutzerInnengruppe sind die "Digitalen Profis" von denen 40% Frauen sind.

    Fazit:

    Bis jetzt ist es noch eine Minderheit der Deutschen, die in der digitalen Gesellschaft angekommen ist. Insgesamt sind es nur 26%. In dieser Studie geht es nicht darum zu zeigen, wer das Internet √ľberhaupt nutzt, sondern f√ľr wen das Internet fester Bestandteil des allt√§glichen Lebens geworden ist, um Kommunikation, wirtschaftliches Handeln, aber auch politische Willensbildung und Willens√§u√üerung zu praktizieren.

    Die Studie wurde erstmals im Jahr 2009 durchgef√ľhrt, um fortlaufend die digitale Entwicklung in Deutschland dokumentieren zu k√∂nnen. Dahinter steht der Wunsch, die digitale Nutzung in Zukunft auf ein h√∂heres Niveau zu heben. Das gilt sowohl f√ľr NutzerInnenzahlen als auch f√ľr die Qualit√§t der Online-Inhalte. Qualit√§tsjournalismus in Online-Medien, so lautet die Erkl√§rung, ist abh√§ngig von der Finanzierung und diese wieder von den NutzerInnenzahlen. Es geht also nicht nur darum, die Anwendung digitaler Medien f√ľr die heutigen "Au√üenseiterInnen" attraktiver zu machen, es geht auch darum, sich kompetente NutzerInnen heranzuziehen.

    √úber die Initiative D21

    Die D21 ist Deutschlands gr√∂√üte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft f√ľr die Informationsgesellschaft. Sie umfasst ein parteien- und branchen√ľbergreifendes Netzwerk von 200 Mitgliedsunternehmen und -institutionen sowie politischen Partnern aus Bund, L√§ndern und Kommunen. Ihr Ziel ist es, die Digitale Gesellschaft mit gemeinn√ľtzigen, wegweisenden Projekten zu gestalten und Deutschland in der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts gesellschaftlich und wirtschaftlich erfolgreich zu machen.

    Weitere Infos finden Sie unter:

    www.digitale-gesellschaft.info

    www.tns-infratest.com/presse

    www.nonliner-atlas.de

    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    N-Onliner Atlas 2009 - Internetnutzung entwickelt sich weiter

    N-Onliner Atlas 2008

    Technik-Trends ge-GENDER-t (2006)

    Internet als Alltagsmedium etabliert (N)ONLINER-Atlas 2005

    Die Onlinerin: Das seltene Wesen? (N)ONLINER-Atlas 2002


  • Public Affairs Beitrag vom 23.03.2010 Undine Zimmer 





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