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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 31.01.2013

Internationaler Tag Null Toleranz gegen weibliche Genitalverst├╝mmelung
AVIVA-Redaktion

Am 6. Februar 2013 j├Ąhrt sich der Aktionstag gegen FGM zum zehnten Mal. Dies nimmt TERRE DES FEMMES zum Anlass, um zehn Personen f├╝r ihr besonderes Engagement zu w├╝rdigen. Neun...



... AktivistInnen hat TERRE DES FEMMES bereits ausgew├Ąhlt ÔÇô es sind Gr├╝nderinnen und Mitarbeiterinnen von Projekten, K├╝nstlerInnen und ├ärztInnen aus Burkina Faso, Sierra Leone und Deutschland, die sich gegen FGM engagieren so wie Rakieta Poyga.

Rakieta Poyga ist selbst betroffen und gr├╝ndete 1998 in Burkina Faso die Organisation Bangr Nooma mit der TERRE DES FEMMES seit Jahren zusammenarbeitet.

TERRE DES FEMMES stellt neun AktivistInnen gegen weibliche Genitalverst├╝mmelung (FGM) vor und sucht eineN ZehnteN

"Die Beispiele sollen Mut machen, sich f├╝r ein Ende weiblicher Genitalverst├╝mmelung zu engagieren. Wir suchen die zehnte Person und rufen dazu auf, Fotos und Kurzportraits von Menschen zu schicken, die sich in besonderer Weise gegen FGM einsetzen. Die/den GewinnerIn werden wir zum 6. Februar auf der Facebook-Seite von TERRE DES vorstellen",

so Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES.

Trotz zahlreicher Sensibilisierungskampagnen geht die Beschneidungsrate in den meisten L├Ąndern nur sehr langsam zur├╝ck. Daher hat die UNO im Dezember 2012 eine Resolution verabschiedet, in der alle Staaten aufgefordert werden, sich aktiv f├╝r eine ├ťberwindung dieser Gewalt an M├Ądchen und Frauen einzusetzen und diese schwere Menschenrechtsverletzung unter Strafe zu stellen. Doch nur wenn Regierungen und nichtstaatliche AktivistInnen zusammenarbeiten, kann diese auf traditionellen Geschlechterrollen beruhende Gewalt beendet werden.

Mit diesem Tag machen die Vereinten Nationen darauf aufmerksam, dass weltweit etwa 140 Millionen M├Ądchen und Frauen von weiblicher Genitalverst├╝mmelung betroffen sind. Bei der Praxis werden den Betroffenen meist ohne Narkose und oft unter unhygienischen Bedingungen die Klitoris und Teile der Schamlippen entfernt. Diese traditionsbedingte Gewalt an M├Ądchen und Frauen hat lebenslange gesundheitliche und psychische Folgen. Viele Betroffene leiden unter Schmerzen beim Wasserlassen, bei der Menstruation und beim Geschlechtsverkehr. Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt k├Ânnen ebenfalls die Folge sein. Aufgrund des hohen gesellschaftlichen Drucks lassen viele Eltern ihre T├Âchter nach wie vor beschneiden, da dies in 28 afrikanischen L├Ąndern, im S├╝den der Arabischen Halbinsel und in Teilen Asiens h├Ąufig als Voraussetzung f├╝r die Heirat einer Frau gilt.


TERRE DES FEMMES engagiert sich seit nunmehr knapp 30 Jahren f├╝r die ├ťberwindung dieser Menschenrechtsverletzung und unterst├╝tzt zwei Projekte in Burkina Faso und Sierra Leone. In Deutschland leben gesch├Ątzt ├╝ber 20.000 bereits betroffene Frauen, ├╝ber 5.000 M├Ądchen sind dem Risiko ausgesetzt, heimlich hierzulande oder w├Ąhrend der Ferien im Herkunftsland der Eltern genitalverst├╝mmelt zu werden.

Darum setzt TERRE DES FEMMES sich daf├╝r ein, dass

  • die UN-Resolution "Intensifying global efforts for the eliminiation of female genital mutilation" von Dezember 2012 auf internationaler und nationaler Ebene konsequent umgesetzt wird. Diese beinhaltet, dass weibliche Genitalverst├╝mmelung weltweit ge├Ąchtet wird, gesetzlich verboten ist und Regierungen landesweite Sensibilisierungskampagnen durchf├╝hren.

  • im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Gelder f├╝r Sensibilisierungskampagnen in den Herkunftsl├Ąndern der Praxis bereitgestellt werden.

  • weibliche Genitalverst├╝mmelung in Deutschland als geschlechtsspezifischer Verfolgungsgrund anerkannt wird, auch wenn im Herkunftsland der betroffenen Frau Genitalverst├╝mmelung gesetzlich unter Strafe gestellt ist. Da der Staat in vielen F├Ąllen seiner Verpflichtung zum Schutz seiner B├╝rgerinnen nicht nachkommt, kann von einer mittelbaren staatlichen Verfolgung der Betroffenen ausgegangen werden.

  • es bundesweit mehr Beratungsangebote f├╝r betroffene Frauen und ihre Familien gibt.

  • das Thema Gewalt gegen Frauen und Frauengesundheit in Integrationskurse aufgenommen wird und betroffene Migrantinnen ├╝ber ihre Rechte und Hilfsangebote informiert werden.

  • weibliche Genitalverst├╝mmelung in Deutschland in den medizinischen Diagnoseschl├╝ssel aufgenommen wird und die Krankenkassen notwendige Behandlungen f├╝r betroffene Frauen ausnahmslos ├╝bernehmen.

  • ├ärztInnen, Hebammen, LehrerInnen, ErzieherInnen Sozialp├ĄdagogInnen, Polizei und Justiz in ihrer Aus- und Weiterbildung zum Thema geschult werden.

  • alle Kinder ÔÇô unabh├Ąngig von Geschlecht und Herkunft ÔÇô an den ├Ąrztlichen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. So k├Ânnen nicht nur F├Ąlle weiblicher Genitalverst├╝mmelung, sondern auch sexueller Missbrauch eher entdeckt werden.

  • die 2008 vom Bundestag beschlossene Bund-L├Ąnder-Nichtregierungsorganisationen-AG zum Thema ihre Arbeit wieder aufnimmt und einen Nationalen Aktionsplan zum Schutz gef├Ąhrdeter M├Ądchen entwickelt, wie ihn andere europ├Ąische L├Ąnder bereits erarbeitet haben.

  • weibliche Genitalverst├╝mmelung ein eigener Straftatbestand wird und bei in Deutschland lebenden M├Ądchen auch dann strafverfolgt werden kann, wenn sie im Ausland stattfindet.


    Weitere Informationen finden Sie unter:

    www.frauenrechte.de

    Eliminating Female genital mutilation. An interagency statement. OHCHR, UNAIDS, UNDP, UNECA, UNESCO, UNFPA, UNHCR, UNICEF, UNIFEM, WHO

    SOS FGM: www.sosfgm.org

    TaskForce: www.taskforcefgm.de

    Weitere Informationen zu Female Genital Mutilation (FGM):

    www.stop-fgm-now.com , www.waris-dirie-foundation.com, www.frauenrechte.de und www.hbdg.de

    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    STOP FGM NOW, Waris Dirie startet internationale Kampagne

    W├╝stenblume ÔÇô Der Film

    Terre des Femmes - Null Toleranz gegen Genitalverst├╝mmelung

    Terre Des Femmes - Kampf gegen Genitalverst├╝mmelung

    Ellen Ismail - Sudaniya. Frauen aus Sudan

    Sand und Tr├Ąnen. Eine Dokumentation von Paul Freedman


  • Public Affairs Beitrag vom 31.01.2013 AVIVA-Redaktion 





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