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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 03.12.2008

Bahnbrechendes Urteil gegen Diskriminierung bei Beförderungen
AVIVA-Redaktion

Das Berliner Landesarbeitsgericht gab einer Kl√§gerin Recht, dass sie bei der Bef√∂rderung wegen ihres Geschlechts √ľbergangen wurde. Als Indiz diente eine Statistik. Lesen Sie hier die Mitteilung...



...vom Gericht zu diesem Fall, der mit Berufung auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eine Klagewelle von benachteiligten Frauen nach sich ziehen könnte:

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg spricht Entschädigung und Schadensersatz wegen geschlechtsspezifischer Diskriminierung bei der Beförderung zu

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat in der Sitzung vom 26. November 2008 einer Klägerin, die geltend gemacht hat, wegen ihres Geschlechtes bei einer Beförderungsentscheidung diskriminiert worden zu sein, Entschädigung und Schadensersatz zugesprochen.

Das Landesarbeitsgericht ist dabei davon ausgegangen, dass eine Statistik √ľber die Geschlechtsverteilung auf den einzelnen Hierarchieebenen als Indiz f√ľr eine Geschlechtsdiskriminierung herangezogen werden kann. Im konkreten Falle hat es den Umstand, dass s√§mtliche 27 F√ľhrungspositionen (bei einer Verteilung von 2/3 Frauen in der Belegschaft) nur von M√§nnern besetzt waren, als ausreichendes Indiz gelten lassen. Da der Arbeitgeber keine Stellenausschreibung oder sonstige schriftlich dokumentierte Auswahlkriterien habe vorlegen k√∂nnen, habe er die Indizien nicht widerlegt. Er k√∂nne sich dann auch nicht darauf berufen, dass die Kl√§gerin nicht die am besten geeignete Bewerberin gewesen sei. Als Schadensersatz hat das Landesarbeitsgericht die Verg√ľtungsdifferenz zu derjenigen Position, und zwar auch unbegrenzt f√ľr die Zukunft, zugesprochen, in die die Kl√§gerin nicht bef√∂rdert worden war.

Wegen Verletzung des Pers√∂nlichkeitsrechts hat das Landesarbeitsgericht dar√ľber hinaus eine Entsch√§digung wegen immateriellen Schadens in H√∂he von 20.000,00 Euro zugesprochen. In der diskriminierenden Bef√∂rderungsentscheidung zu Ungunsten der Kl√§gerin liege zugleich eine solche Pers√∂nlichkeitsrechtsverletzung, die noch dadurch verst√§rkt worden sei, dass die Kl√§gerin durch √Ąu√üerungen der Vorgesetzten herabgew√ľrdigt und eingesch√ľchtert worden sei.

Das Landesarbeitsgericht hat im Hinblick auf Teile dieser Entscheidung die Revision zugelassen.

Az.: 15 Sa 517/08

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Quelle: Pressemitteilung 39/08 vom Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, 26.11.08

Public Affairs Beitrag vom 03.12.2008 AVIVA-Redaktion 





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