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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 17.04.2010

FGM-Notruf f├╝r Betroffene und HelferInnen
Eva Jackolis

Die Initiative TaskForce hat unter der Rufnummer 01803 ÔÇô SOS FGM einen Notruf zu weiblicher Genitalverst├╝mmlung (engl. Female Genital Mutilation, FGM) eingerichtet, der als Anlaufstelle f├╝r...



... betroffene M├Ądchen und Frauen gedacht ist, aber auch f├╝r Beh├Ârden und Menschen, die in ihrem Umfeld mit weiblicher Genitalverst├╝mmelung konfrontiert werden.

Die "TaskForce f├╝r effektive Pr├Ąvention von Genitalverst├╝mmelung" ist ein Netzwerk zum Schutz von M├Ądchen vor Genitalverst├╝mmelung. Mitglieder sind folgende Organisationen: Akifra e.V., Lobby f├╝r Menschenrechte e.V., TABU e.V. und WADI e.V.

Der geschaltete Notruf SOS FGM ist eine Hilfestellung f├╝r Menschen, die von bereits ver├╝bten oder geplanten Genitalverst├╝mmelungen erfahren haben und laut TaskForce "oft nicht wissen, an wen sie sich wenden k├Ânnen". Neben einer ersten Beratung bietet SOS FGM auch bundesweite Fortbildungen f├╝r Beh├Ârden, Jugend├Ąmter und andere Fachkr├Ąfte an. Die betroffenen M├Ądchen und Frauen werden au├čerdem dar├╝ber aufgekl├Ąrt, dass sie nach dem deutschen Opferentsch├Ądigungsgesetz einen Anspruch auf Entsch├Ądigung haben, was laut TaskForce nur die wenigsten wissen.

Genitalverst├╝mmelung in Deutschland

In Deutschland leben Sch├Ątzungen von Terre Des Femmes e.V. zufolge mehr als 20.000 beschnittene Frauen, 5.000 weiteren M├Ądchen und jungen Frauen droht die lebensgef├Ąhrliche Prozedur.
Ein eigener Straftatbestand ist Genitalverst├╝mmelung nicht. Beim Bundesparlament wurde jedoch ein entsprechender Gesetzesentwurf vom Bundesrat eingereicht, wie aus einer Pressemitteilung des Bundestages vom 01. April 2010 hervorgeht. Bisher wird die Verst├╝mmelung nach dem ┬ž 223 des Strafgesetzbuches als K├Ârperverletzung oder als "Misshandlung von Schutzbefohlenen" verfolgt. F├╝r die Initiative TaskForce bedeutet die diskutierte Rechtslage lediglich, dass die Strafverfolgung auf den Schultern der traumatisierten und meist minderj├Ąhrigen Opfer "abgestellt" wird. Schlie├člich hat in Deutschland noch nie ein betroffenes M├Ądchen ihre Eltern verklagt.

Ärztliche Schweigepflicht

Organisationen wie TaskForce, Terre Des Femmes e.V. und (I)ntact e.V. wollen juristische Regelungen dort bewirken, wo genitale Verst├╝mmelung am ehesten bemerkt werden kann, n├Ąmlich bei medizinischen Untersuchungen. Da ├ärztInnen, also auch Gyn├ĄkologInnen, der ├Ąrztlichen Schweigepflicht unterliegen, sind sie nicht berechtigt, bereits ver├╝bte Genitalverst├╝mmelungen anzuzeigen. Die MedizinerInnen k├Ânnen sich nur an die Beh├Ârden wenden, wenn sie ├╝ber eine geplante Verst├╝mmelung ihrer Patientin erfahren.

Was tun?

Um die gef├Ąhrdeten M├Ądchen nun besser sch├╝tzen zu k├Ânnen, fordern die Organisationen, dass sowohl bei Verdacht als auch bei bereits ver├╝bten Genitalverst├╝mmelung die ├ärztInnen die Behandlungen der M├Ądchen melden m├╝ssen. Denn es wird davon ausgegangen, dass j├╝ngere Geschwister der beschnittenen M├Ądchen ebenfalls in gro├čer Gefahr sind und durch den Hinweis der ├ärztInnen vor einer Genitalverst├╝mmelung bewahrt werden k├Ânnen.

Der Notruf SOS FMG kann also auch f├╝r ├ärztInnen ein Weg sein, sich aus der rechtlichen Zwickm├╝hle zu befreien. Nach einer gr├╝ndlichen Pr├╝fung der eingehenden Anrufe, die anonym bleiben, kann TaskForce entweder Antr├Ąge bei dem zust├Ąndigen Familiengericht einreichen oder bei bereits ver├╝bter Genitalverst├╝mmelung die Polizei oder Staatsanwaltschaft einschalten.

Weitere Informationen finden Sie unter:

FGM-Notruf: 01803 ÔÇô 767 346 (SOS FGM). Hinweis: Der Notruf ist kostenpflichtig (9 ct/min aus dem deutschen Festnetz, max. 42 ct/min Mobil).

SOS FGM: www.sosfgm.org

TaskForce: www.taskforcefgm.de

Weitere Informationen zu Female Genital Mutilation (FGM):

www.stop-fgm-now.com , www.waris-dirie-foundation.com, www.frauenrechte.de und www.hbdg.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

STOP FGM NOW, Waris Dirie startet internationale Kampagne

W├╝stenblume ÔÇô Der Film

Terre des Femmes - Null Toleranz gegen Genitalverst├╝mmelung

Terre Des Femmes - Kampf gegen Genitalverst├╝mmelung

Ellen Ismail - Sudaniya. Frauen aus Sudan

Sand und Tr├Ąnen. Eine Dokumentation von Paul Freedman


Public Affairs Beitrag vom 17.04.2010 AVIVA-Redaktion 





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