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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 06.12.2011

Lala S├╝sskind - Preistr├Ągerin des Tolerantia-Preises 2011
Meital Lior

Die Vorsitzende der J├╝dischen Gemeinde zu Berlin hat sich in besonderer Weise gegen Homophobie und Hassgewalt engagiert, so Klaus Wowereit. Ihr Einsatz f├╝r die "Regenbogenbr├╝cke Berlin-Tel Aviv"..



... von Maneo wurde nun am 1. Dezember 2011 mit dem Tolerantia-Preis 2011 gew├╝rdigt.

Berlins Regierender B├╝rgermeister Klaus Wowereit ├╝berreichte im Rahmen der internationalen Maneo-Fachkonferenz "Building a Queer and Tolerant Neighbourhood" im Roten Rathaus den Tolerantia-Preis 2011 an die heute 65-j├Ąhrige Lala S├╝sskind, die seit 2008 Vorsitzende der J├╝dischen Gemeinde zu Berlin ist.
Wowereit in seiner Laudatio: "Mit dem Einsatz f├╝r die ┬┤Regenbogenbr├╝cke┬┤ Berlin-Tel Aviv von Maneo hat Lala S├╝sskind sich in besonderer Weise gegen Homophobie und Hassgewalt engagiert. Sie hat ein beispielhaftes Zeichen in unserer Gesellschaft f├╝r Toleranz und Gleichberechtigung gesetzt."

Anschlag in Tel Aviv auf lesbischschwules Zentrum

Am 1. August 2009 hatte eine vermummte Person die R├Ąume der "Gay and Lesbian Association" (Aguda) in Tel Aviv betreten und mit einem Sturmgewehr auf die dort sich aufhaltenden Menschen geschossen. Ein 16-j├Ąhriges M├Ądchen und ein 26-j├Ąhriger junger Mann waren sofort tot, mindestens 15 weitere Menschen wurden verletzt.

Nach dem Anschlag nahm MANEO-Projektleiter Bastian Finke mit dem f├╝r Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LGBT) zust├Ąndigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Tel Aviv Kontakt auf. Eine Delegation von Jugendlichen, ├ťberlebenden des Anschlags, wurde im August 2010 zu einem zehnt├Ągigen Aufenthalt nach Berlin und K├Âln eingeladen. Zusammen hatten sie das Projekt "Regenbogenbr├╝cke" als eine Br├╝cke zwischen den lesbischschwulen Szenen in Tel Aviv und Berlin, Potsdam und K├Âln im Zeichen einer St├Ąrkung des gegenseitigen Austausches, Verst├Ąndigungsprozesses und Solidarit├Ąt aufgebaut. "Es macht mich stolz und gl├╝cklich in einer Stadt zu leben, in der eine Regenbogenfahne mit dem Symbol der israelischen Flagge in der ├ľffentlichkeit gezeigt werden kann und Akzeptanz findet", so sagte S├╝sskind damals.

Die Preistr├Ągerin, 1946 in Niederschlesien geboren, legte 1966 ihr Abitur ab und verbrachte danach ein halbes Jahr in einem Kibbuz in Israel, dort hat sie Baumwollpflanzen verzogen und Apfelbl├╝ten ausgegeizt. Mit Israel verbindet sie eine starke Beziehung. "Israel ist mein Staat, und Berlin ist meine Stadt", sagte die Mutter von zwei Kindern gegen├╝ber dem Stern am 11. Dezember 2007. ├ťber ihre Familiengeschichte wei├č sie nur wenig, denn ihre Eltern, Holocaust ├ťberlebende, weigerten sich, ├╝ber die Vergangenheit zu sprechen. F├╝r ihr Studium der Soziologie und Publizistikwissenschaften kehrte sie nach Berlin zur├╝ck. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder beendete sie das Studium jedoch nicht. S├╝sskind hatte in ihrem Leben neben ihrer T├Ątigkeit f├╝r die J├╝dische Gemeinde zu Berlin viele ├Âffentliche ├ämter inne, darunter den Bundesvorsitz der zionistischen Frauenorganisation WIZO und den Vorsitz der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin.

Am 4. Dezember 2011 fanden die Wahlen der Repr├Ąsentantenversammlung der J├╝dischen Gemeinde zu Berlin, zu der etwa 11.000 Mitglieder z├Ąhlen, statt. S├╝sskind tritt nach vier Jahren im Amt nicht erneut an. Sie will mit ihrer Familie Zeit verbringen. "Es war eine intensive Zeit, aber die Familie ist total zu kurz gekommen", sagte die noch amtierende Vorsitzende gegen├╝ber der Morgenpost am 24. November 2011. Aus diesem Grund kandidiere sie nicht mehr.

Seit 1990 besteht das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO als eigenst├Ąndiges Projekt von Mann-O-Meter e.V.. Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo veranstaltete zum Abschluss der Gewaltpr├Ąventionskampagne 2010/11 vom 30. November bis 3. Dezember 2011 die Konferenz "Building a Queer and Tolerant Neighbourhood" in Berlin. ExpertInnen schilderten hier ihre Erfahrungen mit Regenbogenkiezen in ihren St├Ądten und stellen ihre Visionen und Ideen vor. Schirmherr der Veranstaltung war Klaus Wowereit.
Der Tolerantia-Preis wird seit 2006 j├Ąhrlich von einem B├╝ndnis national wirkender und anerkannter schwul-lesbischer Anti-Gewalt-Projekte in Europa vergeben. Zum B├╝ndnis z├Ąhlen derzeit die Organisationen: Maneo (Deutschland), SOS-Homophobie (Frankreich), Lambda Warschau und Kampania Przeciw Homofobii (Polen) sowie COGAM (Spanien).


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Unbekannter ermordet einen Mann und ein M├Ądchen in lesbischschwulem Zentrum in Tel Aviv

(Quellen)

www.juedische-allgemeine.de
www.stern.de
www.morgenpost.de


(Copyright Foto von Lala S├╝sskind: Sharon Adler, AVIVA-Berlin)

Women + Work Beitrag vom 06.12.2011 AVIVA-Redaktion 





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