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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 24.06.2010

Im Juni 2010 fordert die Initiative Generation CEO 20 Prozent Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten
Marie Heidingsfelder

In ihrer "Kronberger Erkl√§rung" fordern 60 Spitzenmanagerinnen aus Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz eine entschlossene Selbstregulierung der Unternehmen statt einer rechtlichen Quote.



Es sieht finster aus in der Gleichstellung: Unabh√§ngig voneinander melden mehrere Forschungseinrichtungen, wie die Europ√§ische Kommission oder die Fernuniversit√§t Hagen, den statistischen Stillstand in diesem Bereich. Obwohl M√§dchen in der Regel h√∂here Abschl√ľsse und bessere Noten bei Schulabschlusspr√ľfungen erzielen und weniger h√§ufig die Schule abbrechen als Jungen, ist ihr Anteil in Spitzenpositionen noch immer erschreckend gering.
Deshalb engagieren sich Initiativen wie "FidAR" oder "Generation CEO" um die Auflösung dieses Ungleichgewichts und erklärt, wie viele Frauen in die Vorstände und Aufsichtsräte der Unternehmen sollten und wie sie dort hinkommen.

Eine am 14.06.2010 ver√∂ffentlichte "Kronberger Erkl√§rung" der Initiative "Generation CEO" pl√§diert aktuell gegen eine gesetzliche Quote, aber f√ľr eine entschlossene Selbstregulierung der Unternehmen bei der Erh√∂hung des Frauenanteils in Vorst√§nden und Aufsichts- wie Verwaltungsr√§ten. Die Managerinnen der Initiative sind im Alter zwischen 33 und 43 Jahren und in F√ľhrungspositionen t√§tig, etwa zwei Drittel haben Kinder. Sie sind Preistr√§gerinnen der vom Frankfurter Personalberater Heiner Thorborg gegr√ľndeten Initiative, die von namhaften Unternehmen finanziell unterst√ľtzt wird. Die "Kronberger Erkl√§rung" spricht marktwirtschaftlich argumentierende Handlungsempfehlungen an die Wirtschaft aus.

"Die Unternehmen m√ľssen verstehen, dass es hier nicht um die Einklagung der Rechte von Minderheiten geht, sondern um die Aussch√∂pfung eines Potentials an Talenten", erkl√§rte Ines Kolmsee, CEO der SKW Holding AG und Sprecherin der Initiative. Es sei jetzt wirklich h√∂chste Zeit, eine bessere Balance m√§nnlicher und weiblicher Talente auch in den Spitzengremien der Wirtschaft herzustellen. "Wir wissen schon lange, dass es gesellschaftspolitisch erw√ľnscht und volkswirtschaftlich wie betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, aber den vielen Lippenbekenntnissen sind nur wenige Taten gefolgt", so Kolmsee. Sie verweist auf positive Ausnahmen wie die j√ľngsten Berufungen bei SAP, Siemens, Bayer und E.ON. Weitere internationale Vorbilder liefern die 500 umsatzst√§rksten Unternehmen in den USA sowie die skandinavischen L√§nder. Hier sind Managerinnen mit 15 Prozent wesentlich h√§ufiger in Vorst√§nden vertreten.

In ihrer "Kronberger Erkl√§rung" wenden sich die Spitzenmanagerinnen jedoch gegen eine Quotenregelung nach dem Muster der Telekom, die einerseits gerade den Vorstand ausklammere, andererseits zu hohe Erwartungen an die Repr√§sentation von Frauen in F√ľhrungspositionen wecke. Die "Kronberger Erkl√§rung" formuliert zwar ein mutiges, aber realistisches und erstrebenswertes Ziel: den Anteil von Frauen in Vorst√§nden von heute 2,5 Prozent z√ľgig in Richtung 20 Prozent zu erh√∂hen.

Die Initiative m√∂chte sich nicht auf Instrumente wie einen Corporate Governance Kodex verlassen, weil die Vergangenheit gezeigt habe, wie sp√§rlich die Fortschritte mit unverbindlichen Richtlinien sind. Die staatliche Regulierung musste hier bei der Offenlegung der Vorstandsgeh√§lter bereits nachbessern. Die Managerinnen setzen auf die √úberzeugung und Verantwortung der Vorstandsvorsitzenden, die diesen Kulturwandel nicht delegieren k√∂nnen, sondern anf√ľhren m√ľssen. Eine neue Offenheit in den K√∂pfen hat auch Heiner Thorborg ausgemacht, der immer √∂fter Klienten gegen√ľbersitzt, die auf seine Frage "Wie w√§re es denn mit einer Frau?" nach sekundenlangem Schweigen antworten: "Ja, warum denn eigentlich nicht?"

Die "Kronberger Erklärung" steht zum Download bereit unter: www.heinerthorborg.com

Weitere Informationen finden Sie auch unter:
www.fidar.de

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Women + Work Beitrag vom 24.06.2010 Marie Heidingsfelder 





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