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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 24.07.2008

Urspr├╝ngliches Konzept f├╝r Mini-GmbH stark ver├Ąndert
Andrea Petzenhammer

Keine erste Stammeinlage, aber regelm├Ą├čige Gewinnschm├Ąlerungen und ein fragw├╝rdiger Ruf: KleinunternehmerInnen sollten die Gr├╝ndung einer haftungsbeschr├Ąnkten Unternehmensgesellschaft genau abw├Ągen.



Der Bundestag hat am 24. Juni 2008 die Gesetze verabschiedet, die zuk├╝nftig die Gr├╝ndung einer Mini-GmbH erm├Âglichen sollen. Die Gesellschaft kann mit einer Stammeinlage von einem Euro begonnen werden, diese muss aber aus den erzielten Gewinnen nach und nach auf das Mindestkapital der klassischen GmbH von 25.000 Euro aufgestockt werden. Damit weicht der Beschluss deutlich vom urspr├╝nglichen Gesetzesentwurf ab.

Verringerung von Unternehmensgr├╝ndungen im Ausland

Mit der Reform sollen Unternehmensgr├╝ndungen vereinfacht und beschleunigt werden. Au├čerdem versucht die Regierung mit der Gr├╝ndung der "haftungsbeschr├Ąnkten Unternehmergesellschaft" die Attraktivit├Ąt der GmbH gegen├╝ber den internationalen Rechtsformen, vor allem der "billigen" britischen Limited (Ltd.), zu steigern. Diese ist wegen ihres niedrigen Stammkapitals vor allem bei Startups und KleinunternehmerInnen auch au├čerhalb von Gro├čbritannien beliebt.

Stammkapital muss regelm├Ą├čig erh├Âht werden

Konkret bietet die neue haftungsbeschr├Ąnkte Gesellschaftsform die M├Âglichkeit, auch ohne Startkapital eine Gr├╝ndung durchzuf├╝hren, denn die bisherige Mindesteinlage von 100 Euro pro GesellschafterIn entf├Ąllt. Allerdings m├╝ssen von Anfang an 25 Prozent des erzielten Gewinns in die Aufstockung des Stammkapitals bis 25.000 Euro investiert werden. Die "haftungsbeschr├Ąnkte UG" kann bei Bedarf nach Erreichen der Summe in eine regul├Ąre GmbH umgewandelt werden.

Vereinfachte notarielle Beglaubigung

Anders als urspr├╝nglich geplant wird weiterhin eine notarielle Beurkundung zur Identifikation notwendig sein. Unternehmen mit nur einer/m Gesch├Ąftsf├╝hrerIn haben aber nach Angaben des Gesetzgebers die M├Âglichkeit, die offizielle Beglaubigung auf einen Termin und 150 Euro Unkosten zu reduzieren. Daf├╝r m├╝ssen sie ein von der Bundesregierung zur Verf├╝gung gestelltes "Musterprotokoll" f├╝r die Gesellschaftsgr├╝ndung sowie die "Musteranmeldung" f├╝r das Handelsregister verwenden.

Keine sp├╝rbare Erleichterung durch die "Mini-GmbH"

Als Unternehmensform, die bereits in ihrem Namen auf das fehlende Stammkapital ihrer Gr├╝nderInnen f├╝r eine GmbH hinweist, vermittelt die "haftungsbeschr├Ąnkte UG" den ZuliefererInnen, KundInnen und Banken bereits einen negativen ersten Eindruck. Auch die Haftungsbeschr├Ąnkung ist bei GmbH und UG ziemlich gering: Im Fall einer Kreditaufnahme haften die UnternehmerInnen im Zweifelsfall auch mit dem Privatverm├Âgen. Die Umwandlung in eine GmbH hat ebenfalls Kosten zur Folge, der ersten, notariellen Eintragung folgen au├čerdem steuer- und handelsrechtliche Belastungen. Diese lassen zusammen mit den Aufwendungen f├╝r die vorgeschriebene Bilanzierung und den Jahresabschluss keinen Vergleich mehr mit anderen M├Âglichkeiten, wie beispielsweise FreiberuflerInnen, zu.

Weitere Informationen unter:

Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschr├Ąnkter Haftung: www.bundesrecht.juris.de

Infoveranstaltung der IHK am 28.08.2008: "GmbH-Reform 2008"

Umsatzsteuer - Wegweiser f├╝r Existenzgr├╝nderInnen: Ein Merkblatt der IHK.


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Der Crash-Kurs f├╝r effiziente, zielgerichtete Pressearbeit: Ein Praxisbuch f├╝r Journalisten von den AutorInnen Isabel Nitzsche und Andreas Lutz (2007).

Teilzeit Selbst├Ąndigkeit - Das Handbuch f├╝r die Kleinunternehmerin (2004)

Handbuch "WISO Existenzgr├╝ndung" aus dem Verlag Redline Wirtschaft bei ├ťberreuter (2003).

Women + Work Beitrag vom 24.07.2008 AVIVA-Redaktion 





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