Stiftung Digitale Chancen ‚Äď Teil 2 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Women + Work
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 Finanzkontor_Banner Weiberwirtschaft
AVIVA-Berlin > Women + Work AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Infos
   WorldWideWomen
   Wettbewerbe
   Lokale Geschichte_n
   Schalom Aleikum
   Veranstaltungen in Berlin
   Public Affairs
   Kultur
   J√ľdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 23.03.2004

Stiftung Digitale Chancen ‚Äď Teil 2
AVIVA-Redation

Ziel der Stiftung ist es, EinsteigerInnen zu mehr Medienkompetenz zu verhelfen. AVIVA-Berlin im Gespräch mit Jutta Croll, der Chefredakteurin der Initiative.



AVIVA-Berlin: Auch die Arbeitswelt ver√§ndert sich. Wenn ich auf Jobsuche bin, brauche ich nicht das Portfolio einer Firma anzufordern, sondern kann gleich ins Netz gehen. Wir bieten z.B. in der AVIVA-Berlin f√ľr die NutzerInnen Tutorials mit Software-Programmen.(Dreamweaver etc.) an. Wie versende ich Attachements, wie verkleinere ich Bildddateien. Ich will mich bewerben und mein Arbeitgeber ist genervt, wenn er jetzt ein 3Megabyte gro√ües Foto von mir bekommt.
Jutta Croll: Ein guter Ankn√ľpfungspunkt zu dem Projekt, an dem wir gerade arbeiten. Am 1. Dezember 2003 wurde das neue Internetangebot der Bundesagentur f√ľr Arbeit, der Virtuelle Arbeitsmarkt, gestartet. Dieser Webauftritt hat nicht nur eine neue Weboberfl√§che, dahinter steckt eine massive Ver√§nderung der Job-Suche. Die Chance, eine BewerberIn schneller in den passenden Job zu vermitteln, wird durch die Datenbank, in der die Bewerberprofile und die Stellenangebote hinterlegt sind, und das ablaufende Matching-Verfahren deutlich gr√∂√üer. Die Bundesagentur geht davon aus, innerhalb von 2 Jahren 50 % ihrer Beratungsdienstleistungen online abwickeln zu k√∂nnen. Das setzt voraus, dass viele Menschen in der Lage sind, das Angebot zu bedienen, um die darin liegenden Chancen f√ľr sich zu nutzen. Viele der Menschen, die heute noch keinen Zugang zum Internet gefunden haben, sind auch in anderer Hinsicht benachteiligt und haben z. B. geringere Chancen am Arbeitsmarkt. Es ist daher wichtig, ihnen einen Zugang zu erm√∂glichen und sie an solche Angebote wie den virtuellen Arbeitsmarkt heranzuf√ľhren. Die Stiftung entwickelt zurzeit ein Multiplikatorentraining, mit dem wir z.B. SozialarbeiterInnen in der Jugendhilfe oder Arbeitslosenberatung mit den Instrumenten des Virtuellen Arbeitsmarktes vertraut machen, damit sie wiederum ihre Klientel bei der Jobsuche online unterst√ľtzen k√∂nnen. Dazu geh√∂ren Trainingsmaterialien, die wir in Form von gedruckten Arbeitsbl√§ttern, aber auch online oder auf CD-Rom zur Verf√ľgung stellen werden. Ab Sommer 2004 soll das Training als eint√§giger Workshop √ľber unsere Partner im Stiftungsbeirat, die gro√üen Wohlfahrtsverb√§nde und deren Weiterbildungseinrichtungen angeboten werden. Solche mehrwertigen Angebote tragen dazu bei, auch diejenigen, die bisher der Ansicht sind, dass ihnen das Internet keinen Vorteil bietet, vom Nutzen zu √ľberzeugen.

AVIVA-Berlin: Sie haben bereits die Kooperation mit der Aktion Mensch und den Biene-Award erw√§hnt. Am 3. Dezember 2003 wurde im Museum f√ľr Kommunikation Berlin von der ‚ÄěAktion Mensch‚Äú und der "Stiftung Digitale Chancen" der "BIENE-Award 2003" f√ľr die besten barrierefreien deutschsprachigen Websites verliehen. AVIVA berichtete. Mehr als 170 Unternehmen, Organisationen und Verb√§nde haben ihre Internetangebote zum BIENE-Award, dem Wettbewerb f√ľr barrierefreie Webgestaltung angemeldet. Bitte erz√§hlen Sie uns mehr √ľber die Hintergr√ľnde des Awards. Wer war Ihr pers√∂nlicher Favorit? Sind Sie zufrieden mit der Resonanz und den Ergebnissen? Was w√ľrden Sie sich f√ľr die Zukunft der Biene w√ľnschen? Wird der Wettbewerb erneut stattfinden?
Jutta Croll: Aktion Mensch befasst sich im Rahmen der Initiative Einfach f√ľr Alle schon seit einiger Zeit mit barrierefreier Internetgestaltung, die Stiftung hat sich die F√∂rderung der Internetnutzung durch Menschen mit Behinderungen zum Ziel gesetzt. Gemeinsam haben wir dann zu Beginn des Europ√§ischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003 die Idee entwickelt, einen Wettbewerb durchzuf√ľhren, der dem Thema zu mehr Aufmerksamkeit verhilft. Die Resonanz der Einreicher hat uns √ľberw√§ltigt und zugleich vor eine schwere Aufgabe gestellt. Um die besten Angebote herauszufinden war eine umfassende Pr√ľfung auf Barrierefreiheit erforderlich, die wir mit einem Evaluationsteam an der Universit√§t Bremen durchgef√ľhrt haben.

AVIVA-Berlin Sie haben bemängelt, dass gerade kommerzielle Anbieter in einer relativ kleinen Zahl vertreten waren. Solche Anbieter wie Otto-Versand, Amazon oder eBay, also E-Commerce, wo klar ist, ich kann dort ein Produkt bestellen. Oder die Postbank, ich will Online-Banking, kann aber zu schlecht sehen. Ich bin komplett aus dieser Art des Geschäftslebens ausgeschlossen.
Jutta Croll: Diese gro√üen Anbieter waren beim Wettbewerb nicht vertreten, dabei k√∂nnen Menschen mit Behinderungen gerade dort besonders profitieren, weil sie in ihrer Mobilit√§t eingeschr√§nkt sind. E-Commerce und E-Government erm√∂glichen ihnen eine gr√∂√üere Selbst√§ndigkeit und ein h√∂heres Ma√ü an Selbstbestimmtheit, z. B. im Hinblick auf die Informationsbeschaffung. Ein Blinder kann die Zeitung nicht lesen, er ist f√ľr die Nachrichten auf die Sendezeiten im Fernsehen angewiesen. Im Internet kann er immer, wenn es in seinen Tagesablauf passt, tagesaktuelle Nachrichten abrufen.

AVIVA-Berlin Da gibt es doch starke Defizite. Wie könnte man jetzt z. B. die Unternehmen erreichen? Man kann ja klar machen, es ist durchaus ein wirtschaftlicher Aspekt, wenn man mehr Nutzer erreicht.
Jutta Croll: Das ist ein Ergebnis des BIENE Awards 2003, bei dem die einzige goldene Biene an die Polizei NRW gegangen ist, dass gesetzliche Regulierung etwas bewirkt. Die Polizei NRW hat bereits vor der Regulierung durch ein Landesgleichstellungsgesetz begonnen, die Barrierefreiheit proaktiv umzusetzen. Und weil das Ergebnis beispielhaft ist, haben wir es mit der goldenen Biene pr√§miert. In den Bereichen, in denen es keine gesetzliche Regulierung gibt, ist bisher wenig passiert. Nat√ľrlich wollen wir mit dem BIENE-Award darauf aufmerksam machen. Was uns jetzt auf jeden Fall gelungen ist, ist deutlicher darauf hinzuweisen, alle Behinderungsarten mit in den Blick zu nehmen. Worauf wir 2004 unsere PR-Arbeit sch√§rfer ausrichten m√ľssen ist, an die Unternehmen heran zu gehen. Wir haben im Jahr 2003 sehr viele Agenturen davon √ľberzeugt, dass es lohnend ist, sich mit diesem Thema zu befassen. Die Agenturen brauchen aber noch ein St√ľck zus√§tzliche Argumentationshilfe, um ihre Kunden zu √ľberzeugen.

AVIVA-Berlin: Heißt das, die Biene fliegt auch in diesem Jahr wieder?
Jutta Croll: Ja, wir haben den Startschuss zur Ausschreibung am 22. 3. auf der CeBit gegeben, Einreichungsschluss ist am 1. 8. 2004. Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr auch interessante und pr√§mierungsw√ľrdige Angebote in den anderen Kategorien zu sehen bekommen. Es gibt im Medienbereich und im Bereich E-Commerce einige Angebote, die sind zurzeit noch nicht vollst√§ndig barrierefrei, aber sie sind auf dem Weg dorthin. Diese Anbieter wollen wir ermutigen, sich beim Biene-Award 2004 zu beteiligen. Ich bin sicher, dass in diesem Jahr viele ein ganzes St√ľck weiter sind und auch bereit, ihre Sites einzureichen. Dann selbst wenn sie nicht zu den Gewinnern z√§hlen, haben sie nat√ľrlich daraus gelernt, weil wir eine sehr gute Nachberatung gemacht haben. Alle Einreicher bekommen ein Feedback √ľber die Punkte, die noch verbesserungsw√ľrdig sind. Insofern haben alle Teilnehmer, auch die, die jetzt nicht mit einer goldenen Biene nach Hause gegangen sind, davon profitiert, weil sie mit dem Ergebnisbericht unseres Evaluationsteams ihr Angebot verbessern k√∂nnen.

AVIVA-Berlin: Der Biene-Award hat dem Thema der Digitalen Integration viel √∂ffentliche Aufmerksamkeit gebracht. Ein anderer Bereich dieser √Ėffentlichkeitsarbeit sind die Berliner Gespr√§che zur Digitalen Integration, die die Stiftung im Auftrag des BMWA inhaltlich vorbereitet und organisiert. Am 18.11.03 fand das erste Berliner Gespr√§ch statt. Das Thema lautete: Zukunftschancen - Medienkompetenz f√ľr sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche. Am 13.01.04 wurde der Integrationsmotor Internet als Digitale Chancen f√ľr MigrantInnen diskutiert. Welche Ergebnisse haben die Gespr√§che bisher gebracht? Welche Themen stehen au√üerdem auf dem Programm?
Jutta Croll: Wir freuen uns √ľber die au√üerordentlich gro√üe Resonanz auf die Berliner Gespr√§che. Wir bieten mit den Gespr√§chen ein Forum f√ľr diejenigen, die mit den bisher bei der Internetnutzung unterrepr√§sentierten Gruppen arbeiten, aber auch f√ľr Politiker, die Informationen ben√∂tigen als Grundlage f√ľr Entscheidungen, und f√ľr VertreterInnen der Wirtschaft und der Wissenschaft. Unsere Erfahrungen bei den bisherigen Terminen zeigen, wie wichtig diese Vernetzung ist. Am 24. Februar stand der barrierefreie Zugang zu neuen Medien f√ľr Menschen mit Behinderungen auf dem Programm und das Thema ist auf sehr breites Interesse gesto√üen. Am 30. M√§rz werden wir uns mit der Internetnutzung im l√§ndlichen Raum befassen, am 11. Mai mit der Digitalen Integration gesellschaftlicher Randgruppen. Gezeigt hat sich, dass es noch eine Reihe von Fragen gibt, die im Zusammenhang mit der Internetnutzung zu behandeln sind. Neben den Zielgruppen, die wir bisher betrachtet haben, stehen Themenkomplexe wie Bildung, E-Government und E Commerce, aber auch Jugend-, Daten- und Verbraucherschutz auf der Agenda, wenn wir die Internetnutzung in der Bev√∂lkerung weiter steigern wollen. Wir hoffen, dass wir uns auch in Zukunft mit Entscheidungstr√§gerInnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft austauschen k√∂nnen, um gemeinsam die besten L√∂sungen zu finden.

Teil 1

Weitere Informationen zur Stiftung erhalten Sie im Internet unter:
www.digitale-Chancen.de

Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe unter:
www.digitale-chancen.de/BerlinerG

Mehr zum Biene-Award unter:
www.biene-award.de
www.einfach-fuer-alle.de
www.aktion-mensch.de

Women + Work Beitrag vom 23.03.2004 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken