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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 16.04.2008


100 Berlinerinnen und 3 Berliner kamen zum Equal Pay Day 2008
AVIVA-Redaktion

Die Aktion unter dem Motto: "Ich bin mehr wert" war ein voller Erfolg. Der Potsdamer Platz versank in einem Meer aus roten Taschen, die als Protestsymbol gegen ungleiche Bezahlung dienen.




Zum ersten Mal in Deutschland wurde am 15. April 2008 in Berlin der Equal-Pay-Day veranstaltet. Die Podiumsdiskussion am Abend im Roten Rathaus war Abschluss und Höhepunkt. Die Aktion für die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen wurde von den Business and Professional Women Germany e. V. ins Leben gerufen und vom Bundesfamilienminsterium, dem Deutschen Frauenrat und anderen Frauenorganisationen unterstützt.

103 BerlinerInnen trafen sich um 19 Uhr zur zentralen Veranstaltung mit ihren roten Taschen. Diese sind das Protestzeichen gegen die Ungleichheit zwischen Männer- und Frauengehältern. Sie symbolisieren die roten Zahlen in den Portemonnaies der Frauen. Vor allem in den USA wird der Red Purse Day von Jahr zu Jahr populärer.

Schon am Mittag wimmelte es auf dem Potsdamer Platz von roten Handtaschen und den dazugehörigen Frauen und Männern. Die Farbe rot konnte frau auf dem Potsdamer Platz nicht übersehen. Das Motto lautet: "Zeig her deine Tasche und damit deinen Protest"

Die Podiumsdiskussion am Abend im Roten Rathaus war prominent besetzt: Auf dem Podium diskutierten im Berliner Rathaus unter der Leitung von Britta Elm, Fernsehmoderatorin beim RBB, Vera Gäde-Butzlaff, Vorstandsvorsitzende BSR, Prof. Friederike Maier, Direktorin des Harriet-Taylor-Mill-Instituts FHW Berlin, und Mechthild Rawert, Mitglied des Bundestages.

Zentrales Thema der Diskussion war die unterschiedliche Eingruppierung und Arbeitsbewertung bei sogenannten Frauen- und Männertätigkeiten. Friederike Maier erklärte dazu: "Die Ungerechtigkeit in den Einstufungen setzt sich auch in den Tarifverträgen fort. Deshalb sind Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik gefordert, gerechte Arbeitsbewertungen in den Tarifverträgen aufzunehmen."
Mechthild Rawert gab zu bedenken: Es ist nicht einzusehen, dass ein Tierpfleger im Zoo mehr verdient als eine Erzieherin, die für 20 Kinder Verantwortung trägt und 5 Jahre dafür ausgebildet wurde." Natürlich müsse man auch die Männer verstehen, sagte Vera Gäde-Butzlaff: "Männer sind in der Arbeitswelt wie in einem Korsett eingeschlossen Jeder Mann, der beschließt wegen der Familie auf Teilzeit-Arbeit zu gehen, ist sehr viel größerem Druck von den anderen Männer ausgesetzt als eine Frau in vergleichbarer Situation." Einig waren sich alle Teilnehmerinnen, dass es an der Zeit war, den Equal Pay Day in Deutschland einzuführen. Die Business and Professional Women haben damit ein wichtiges Thema von großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz in die politisch Diskussion eingebracht.

Aufgrund des großen Erfolgs wird der Equal Pay Day auch 2009 stattfinden. Die zentrale Frage lautet dann: "Wie schaffen wir es, dass künftig gleichwertige Arbeit auch gleichwertig beurteilt und bezahlt wird?"

Weitere Informationen unter: www.bpw-berlin.de

Lesen Sie auch den Aufruf im Vorfeld der Aktion auf AVIVA-Berlin.


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Beitrag vom 16.04.2008

AVIVA-Redaktion 






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