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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 09.07.2015

F├╝hrungskr├Ąftemonitor 2015 - Anteil von Frauen in F├╝hrungspositionen seit 2001 gestiegen, Entwicklung zuletzt aber nur noch verhalten
AVIVA-Redaktion

DIW Berlin stellt F├╝hrungskr├Ąftemonitor 2015 vor. DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst schl├Ągt F├╝nf-Punkte-Plan f├╝r mehr Frauen in F├╝hrungspositionen vor: "Kein Anlass, sich auszuruhen". Der Anteil..



...von Frauen in F├╝hrungspositionen der Privatwirtschaft in Deutschland nimmt zu: Im Jahr 2013 waren rund 29 Prozent der leitenden Angestellten Frauen ÔÇô etwa sieben Prozentpunkte mehr als im Jahr 2001.

Insbesondere in Westdeutschland hat sich der Anstieg in der j├╝ngeren Vergangenheit aber abgeschw├Ącht, w├Ąhrend die Entwicklung in den neuen L├Ąndern dynamischer war. Das geht aus dem neusten F├╝hrungskr├Ąftemonitor des Deutschen Instituts f├╝r Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. "Zwar sind in den vergangenen Jahren immer mehr Frauen in F├╝hrungspositionen gekommen, doch es gibt keinen Anlass f├╝r Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, sich auszuruhen", sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin f├╝r Gender Studies am DIW Berlin. "Ganz im Gegenteil: Die Anstrengungen m├╝ssen weiter intensiviert werden." Nicht zuletzt die Unternehmen w├╝rden von mehr weiblicher Expertise profitieren.

Daher schl├Ągt Holst einen F├╝nf-Punkte-Plan vor: Mehr Frauen in F├╝hrungspositionen sollte ein zentrales Unternehmensziel sein, f├╝r dieses ein verbindlicher Zeitfahrplan festgelegt und die Unternehmenskultur entsprechend angepasst werden. Zudem sei es n├Âtig, leitende Positionen transparenter zu besetzen und die Personalentwicklung st├Ąrker auf verschiedene Lebenslaufmodelle und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auszurichten. "Immer mehr Frauen sind erwerbst├Ątig und hervorragend ausgebildet ÔÇô deshalb sind auch immer mehr von ihnen f├╝r F├╝hrungsaufgaben geeignet", so Holst. "Allein mit Blick auf die zuk├╝nftigen demografischen Herausforderungen k├Ânnen wir es uns nicht leisten, dieses Potential brachliegen zu lassen."

Gender Pay Gap ist r├╝ckl├Ąufig, aber immer noch erheblich

F├╝r den neuesten F├╝hrungskr├Ąftemonitor 2015 haben Elke Holst (DIW Berlin), Anne Busch-Heizmann (Universit├Ąt Hamburg) und Anna Wieber (DIW Berlin) in erster Linie Daten der Langzeiterhebung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) ausgewertet. Als F├╝hrungskr├Ąfte gelten Angestellte in der Privatwirtschaft, die entweder umfassende F├╝hrungsaufgaben haben, sonstige Leitungsfunktionen oder hochqualifizierte T├Ątigkeiten aus├╝ben. Die Autorinnen informieren nicht nur ├╝ber die Entwicklung in F├╝hrungspositionen, sondern geben auch einen Einblick in die beruflichen und privaten Lebenswirklichkeiten von F├╝hrungskr├Ąften ÔÇô insgesamt anhand von neun Kerngr├Â├čen mit 51 Einzelindikatoren. Zu den Themen geh├Âren neben Arbeitsmarkt- und Sozialstrukturen, Wochenarbeitszeiten, Bildung und Berufserfahrung, Lebensstilen, Haus- und Familienarbeit sowie Verdiensten und Sonderverg├╝tungen auch Arbeitsbelastungen, Anerkennung und soziale Unterst├╝tzung.

Den Ergebnissen zufolge sind Frauen ÔÇô sofern sie in F├╝hrungspositionen arbeiten ÔÇô mittlerweile gleich h├Ąufig Vorgesetzte wie M├Ąnner (zu einem Anteil von jeweils 65 Prozent). Allerdings sind Frauen im Durchschnitt deutlich weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstellt, was vor allem daran liegen d├╝rfte, dass sie seltener in hohen F├╝hrungspositionen und h├Ąufiger in kleinen und mittelgro├čen Unternehmen arbeiten. Die Verdienstl├╝cke zwischen Frauen und M├Ąnnern in F├╝hrungspositionen ÔÇô der sogenannte Gender Pay Gap ÔÇô ist mit 20 Prozent zwar nach wie vor erheblich, seit dem Jahr 2001 (29 Prozent) aber deutlich geschrumpft. Wird anstelle des arithmetischen Mittelwertes der Median verwendet, der dem Verdienst entspricht, der die nach dem Verdienst geordnete Stichprobe in zwei H├Ąlften teilt und als statistisch robuste Gr├Â├če f├╝r die Beschreibung von Einkommensunterschieden gew├Ąhlt wird, tr├╝bt sich das positive Bild ein: Der Verdienstunterschied hat sich kaum ver├Ąndert (2013: 27 Prozent, 2001: 29 Prozent). Auch bei den ├╝ber das eigentliche Gehalt hinausgehenden Sonderverg├╝tungen wie Gewinnbeteiligungen oder Pr├Ąmien erhalten Frauen weniger als M├Ąnner.

Beruf und Familie f├╝r F├╝hrungskr├Ąfte kaum in Einklang zu bringen

Vollzeitbesch├Ąftigte Frauen in F├╝hrungspositionen arbeiteten im Jahr 2013 mit durchschnittlich 45 Wochenstunden nur eine Stunde weniger als ihre m├Ąnnlichen Kollegen. Sowohl Frauen als auch M├Ąnner in F├╝hrungspositionen w├╝rden ihre Arbeitszeit gerne um durchschnittlich sieben bis acht Wochenstunden verk├╝rzen ÔÇô wohl vor allem deshalb, weil Haus- und Familienarbeit noch immer kaum mit sehr langen Arbeitszeiten in Einklang zu bringen sind. Das gilt insbesondere f├╝r Frauen, die auch dann den Gro├čteil der Haus- und Familienarbeit erledigen, wenn sie in F├╝hrungspositionen arbeiten. Vor allem bei Verheirateten und Frauen mit Kindern ist dies der Fall. Frauen berichten besonders h├Ąufig ├╝ber Schlafprobleme aufgrund ihrer beruflichen Situation. Aber auch M├Ąnner in F├╝hrungspositionen leiden unter beruflichen Belastungen wie h├Ąufigem Zeitdruck. "Wenn Umstrukturierungen des beruflichen und gesellschaftlichen Alltags nachhaltig sein sollen, m├╝ssen sie die Work-Life-Balance im Blick behalten", betont Anne Busch-Heizmann.

Viele M├╝tter in F├╝hrungspositionen bekommen in Westdeutschland ihr erstes Kind relativ sp├Ąt ÔÇô gut die H├Ąlfte erst mit 30 Jahren oder noch sp├Ąter. In Ostdeutschland liegt das Durchschnittsalter der Frauen bei der Geburt des ersten Kindes hingegen bei 25 Jahren. "Offenbar wirken in den neuen L├Ąndern auch heute noch die f├╝r die DDR typischen Familiengr├╝ndungsmuster nach", erkl├Ąrt Holst. "Inwieweit dies aber in der Zukunft unter den nun ver├Ąnderten gesamtdeutschen Rahmenbedingungen so bleibt, wird sich erst noch zeigen m├╝ssen." F├╝r West und Ost gilt zudem: Frauen in F├╝hrungspositionen sind in Deutschland seltener verheiratet als M├Ąnner und h├Ąufiger Singles.

Save the Date: 4. November 2015, 14-17 Uhr in Berlin
2. Symposium Wissenschaft und Unternehmen im Dialog:

"Frauen auf dem Weg nach oben - Schneller mit der Quote?"
Mehr Infos unter: www.diw.de/gender_symposium2015

Weiterlesen:

Managerinnen-Barometer 2015 - Frauen in Spitzengremien gro├čer Unternehmen in Deutschland
www.diw.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Managerinnen-Barometer 2014: Frauenanteile in Spitzenpositionen gro├čer Unternehmen steigen nur moderat

Managerinnen-Barometer 2015: Spitzengremien gro├čer Unternehmen in Deutschland bleiben M├Ąnnerdom├Ąnen


Quelle: Pressemitteilung des DIW Berlin vom 7. Juli 2015

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