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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 01.06.2003

Ladies Office Spezial
Sharon Adler

Familienservice. Das Interview mit Eva Donsbach, Direktorin und Geschäftsstellenleiterin der Weberbank Privatbankiers KGaA in der Jägerstraße am Gendarmenmarkt in Berlin.





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AVIVA: Was k√∂nnen Sie uns √ľber das Familienservice erz√§hlen?
Eva Donsbach:
Der Familienservice ist die fachkundige Adresse, die zu allen Fragen rund um die Kinderbetreuung und um die Pflege Angeh√∂riger ber√§t. Meine Kinderfrau habe ich √ľber den Familienservice gefunden. Der gro√üe Vorteil des Familienservice ist, da√ü einem als Eltern das Gef√ľhl vermittelt wird, ohne schlechtes Gewissen berufst√§tig sein zu k√∂nnen. Das liegt zum Teil daran, da√ü der Familienservice einem durch seine hohe Professionalit√§t zeigt, da√ü man kein Einzelfall ist. Aber noch wichtiger ist, da√ü der Familienservice der Kinderfrau eine Art von G√ľtesiegel verleiht und man so als Mutter das Gef√ľhl hat, die beste L√∂sung f√ľr sein Kind gefunden zu haben. Nat√ľrlich ist dies keine preiswerte L√∂sung. Au-Pair ist als Alternative keine Dauerl√∂sung, da ja nach maximal einem Jahr die junge Frau oder der junge Mann wechselt. Und bei Au-Pair habe aber ich immer das Gef√ľhl, das Ganze wird auf dem R√ľcken eines Kindes ausgetragen. Es ist nicht wie im Job, da kann man sich wieder trennen, aber ein Kind baut eine Bindung auf. Da ist die Kinderfrau die bessere L√∂sung.

AVIVA: Wer genau zahlt f√ľr den Familienservice?
Eva Donsbach:
Die Mitarbeiter zahlen nichts. Das Unternehmen zahlt. Der Familienservice steht denen zur Verf√ľgung, deren Arbeitgeber mit dem Familienservice einen Vertrag abgeschlossen haben. Aufgrund meiner pers√∂nlichen Erfahrungen mit dem Familienservice haben wir nach einer L√∂sung gesucht, die Leistungen des Familienservice auch Kundinnen erm√∂glichen zu k√∂nnen.
Dies ist uns gelungen, und wir haben f√ľr unsere Kundinnen, die einen besonderen Service erwarten, ein Paket geschn√ľrt, das Ladies¬ī Office Spezial. Neben den Leistungen des Familienservice sind in diesem Paket auch Leistungen aus unserem Bereich Family Office enthalten. Das sind Dienstleistungen, die √ľber das normale Banking hinausgehen.

AVIVA: Das bietet auch keine andere Bank an, oder? Was haben Sie f√ľr Erfahrungen gemacht?
Eva Donsbach:
Ich habe noch von keiner anderen Bank gehört, die in dieser Richtung aktiv ist.
Als ich schwanger war und nach der Entbindung relativ schnell wieder ins B√ľro kam, waren alle √ľberrascht. Zum einen, weil sie die Schwangerschaft gar nicht richtig mitbekommen haben, und zum anderen, weil ich nach so kurzer Zeit wieder arbeitete. Sie wollten wissen, wie ich das mit meinen Kind managte. Da erz√§hlte ich, dass ich einen Familienservice genutzt habe. Und da kamen erstaunte Blicke, "Was ist das?" Die Frauen, die mich das gefragt haben, w√§ren durchaus auch in der Lage, eine Kinderfrau zu zahlen. Oder besitzen sicherlich die M√∂glichkeit, da gestalterisch ranzugehen.

AVIVA: Wie hat die männliche Geschäftsleitung auf Ihre Schwangerschaft reagiert.
Eva Donsbach:
Die Gesch√§ftsleitung hat mich in meiner Schwangerschaft begleitet, wie ich es mir sch√∂ner nicht h√§tte vorstellen k√∂nnen. Nach den Gl√ľckw√ľnschen kam dann aber auch auf meine Beteuerung hin, dass ich keine lange Auszeit plane, die Aussage "Warten Sie das mal ab." Meine gr√∂√üte Sorge war, dass ich nicht einsatzf√§hig sein k√∂nnte. Das hat sich zum Gl√ľck so aber nicht herausgestellt. Ich wurde auch nicht gefragt "Wie wollen Sie arbeiten, wie lange wollen Sie ausfallen?". Es ist mir immer ein sehr gro√ües Vertrauen entgegengebracht worden, dass ich das wohl richtig machen w√ľrde. Und so war ich froh, dass ich nach einer kurzen, sehr reduzierten √úbergangszeit nach drei Monaten auf Basis meiner neuen Teilzeitt√§tigkeit von 80% einsteigen konnte. Ich m√∂chte auch hier noch einmal herausstellen, dass ich es √ľberhaupt nicht f√ľr selbstverst√§ndlich halte, dass die Gesch√§ftsleitung mir die M√∂glichkeit gegeben hat, meine T√§tigkeit auf Teilzeitbasis auszu√ľben. Doch dies ist eben die pers√∂nliche Note der Weberbank, die eben nicht nur auf Kundenebene gepflegt wird, sondern auch auf Mitarbeiterebene.

AVIVA: Gerade mit einem Kind ist es ja auch schwierig, aus beruflichen Gr√ľnden st√§ndig umzuziehen, das Kind in verschiedene Schulen zu geben.
Eva-Donsbach:
Das h√§ngt davon ab, was man selber will. Dieses Problem stellt sich mir zwar im Moment nicht, da die Weberbank nur in Berlin ans√§ssig ist. Aber ganz schrecklich finde ich es, wenn man glaubt, sich f√ľr das Kind aufgeben zu m√ľssen, weil der Kleine am besten gedeiht, wenn man zu Hause ist. Dieser Meinung bin ich nicht. Wenn ich geglaubt h√§tte, dass es so w√§re, w√§re ich irgendwann kreuzungl√ľcklich gewesen. Ich habe das mit meinem Mann diskutiert, als ich schwanger wurde. Er war und ist immer noch in Dresden und wird auch voraussichtlich nicht nach Berlin kommen. Wir hatten kurz √ľberlegt, ob ich versuchen sollte, nach Dresden zu gehen. Das w√§re sicherlich in mancherlei Hinsicht einfacher gewesen. Aber abgesehen davon, dass ich dort eventuell nicht den ad√§quaten Job bekommen h√§tte, f√ľhle ich mich in Berlin und bei der Weberbank √§u√üerst wohl. Irgendwann h√§tte ich vielleicht dagestanden und festgestellt: "Ich bin nach Dresden gegangen und habe √ľberhaupt nichts gewonnen." Und ich denke auch nicht, dass es den Kindern wirklich hilft, wenn man immer R√ľcksicht nimmt.

AVIVA: Ich sehe viele unzufriedene Frauen, die die ersten drei Jahre nur zu Hause bleiben, denen eigentlich schon nach drei Monaten die Decke auf den Kopf f√§llt. Und die √ľber nichts anderes, als √ľber Windeln reden k√∂nnen.
Eva Donsbach:
Ich habe mir √ľberlegt, dass ich als berufst√§tige Mutter etwas mit anderen M√ľttern machen sollte und bin in eine Pekip-Gruppe gegangen. Wir treffen uns einmal w√∂chentlich bei mir zu Hause. Ich bin nach wie vor die einzige berufst√§tige Mutter, und werde von den anderen gefragt: "Wie machst Du das denn eigentlich?". Aber nicht eine vermittelt mir das Gef√ľhl, dass sie es auch gerne tun w√ľrde. Auch wenn ansatzweise mal ein bisschen Unzufriedenheit rauszuh√∂ren ist, geben sie es mir gegen√ľber nicht zu: Denn das w√ľrde ja bedeuten, dass sie es √§ndern m√ľssten, und das wollen sie nicht. Letztendlich ist dies aber auch nicht immer nur die Entscheidung der Frauen, sondern h√§ufig eine Entscheidung, die in der Familie getroffen wird und h√§ufig abh√§ngig vom sozialen Umfeld und der gesellschaftlichen Akzeptanz ist. Und schlie√ülich ist die Bequemlichkeit der M√§nner auch nicht zu untersch√§tzen. Eine Frau, die dem Mann zu Hause den R√ľcken freih√§lt, ist sicherlich f√ľr den Mann entspannender als eine Frau, die die Doppelbelastung zu meistern hat.
Als engagierte berufst√§tige Frau habe ich bisher die Best√§tigung aus meinem Job gezogen, aus dem Erfolg, den Kontakten und so weiter. Erfuhr neue Einfl√ľsse, gab diese dann auch an meinem Mann weiter. Wir haben eine abwechslungsreiche Beziehung gef√ľhrt - das h√∂rt alles auf, wenn ich ein Kind habe und zu Hause bleibe. Wer soll mir die Best√§tigung bringen? Da gibt es nur meinen Mann, meinen Sohn. Mein Mann ist es gewohnt, eine Partnerin zu haben, die mitredet. Das w√§re eine komplette Umkehr der Beziehung. Meinem armen Kind m√∂chte ich nicht zumuten, daf√ľr verantwortlich zu sein, dass es mir gut geht.
Das bedeutet also, dass ich arbeiten muss!

Die Weberbank stellt den Ladies¬ī Office-Kundinnen gegen eine j√§hrliche Pauschale das Ladies¬ī Office Spezial zur Verf√ľgung, das ihnen viele Aufgaben des Alltags abnimmt. Das Paket umfasst u.a.:
o Kinderbetreuung: Beratung zu allen Kinderbetreuungsfragen, Vermittlung von Tagesm√ľttern, Au-pairs und Notm√ľttern
o Eldercare: Hilfe in allen Fragen der Angehörigenbetreuung
o Private Finanzbuchhaltung mit bis zu zwei Bankverbindungen
o Korrespondenzen mit Banken und Versicherungen
o Jährliche Aktualisierung der Vermögensstruktur anhand einer umfassenden Analyse
o F√ľhrung und Aufbereitung Ihrer s√§mtlichen Steuerbelege
o Eine monatliche Privat- und Liquiditätsbilanz



Lesen Sie auch die anderen beiden Interview-Beiträge mit Eva Donsbach:

Frauen haben besondere Anspr√ľche an ihre Bank. Ladies Office Spezial...

Frauen haben besondere Anspr√ľche an ihre Bank. Frauen und Geld. Die Seminare der Weberbank...



Women + Work > Interviews Beitrag vom 01.06.2003 Sharon Adler 





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