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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2021 - Beitrag vom 14.02.2011


Frauen protestieren gegen Berlusconi
Kristina Auer

Unter dem Motto "Italien ist kein Bordell" demonstrierten am 13. Februar Hunderttausende Frauen gegen das entwürdigende Frauenbild in den Medien und die Benachteiligung in allen Bereichen der...




...Gesellschaft.

"Basta, es reicht"

Von Bozen bis Palermo, von Turin bis Venedig - mit einer Schweigeminute für die Würde der Frauen begannen die Protestkundgebungen, die in über 230 italienischen Städten sowie unter anderem auch in London, Paris, New York und Berlin stattfanden und an denen den Organisatorinnen zufolge weltweit rund eine Million Menschen teilgenommen hatten.

Mit dem Schlachtruf "Se non ora quando" – "Wenn nicht jetzt, wann dann" - richteten sich die Demonstrantinnen gegen das Frauenbild in der italienischen Gesellschaft, das von Premierminister Silvio Berlusconi vorangetrieben wird. Dieses Frauenbild beinhaltet zum einen die Rolle als Sexobjekt, wie es von den Medien propagiert wird. Zum anderen geht es aber auch um ein Leben als hübsche Familiendienerinnen, zu dem die Politik junge Frauen anhält.
Anlass zu den Demonstrationen hatte eine der mittlerweile zahlreichen Sexeskapaden des Premiers gegeben. Er wird beschuldigt, die 17-jährige marokkanische Nachtclubtänzerin Ruby für Sex bezahlt zu haben. Passend zeigten die Demonstrantinnen Bilder und Figuren, die den Traum vieler ItalienerInnen deutlich machten: Berlusconi hinter Gittern.

Bei den Demonstrationen wurden keine politischen Parteien oder Gewerkschaften repräsentiert, um die Kritik von allen Seiten deutlich zu machen. Dies war die Bedingung des Organisationskomitees, das sich spontan aus Politikerinnen, Frauenrechtlerinnen und Gewerkschafterinnen sowie Persönlichkeiten unterschiedlichster politischer und sozialer Lager zusammengefunden hatte.

Bei der größten Kundgebung auf der Piazza del Popolo in Rom waren auch vatikanische Ordensschwestern zugegen. Besonders gefeiert wurde die Rede der Schwester Eugenia Bonetti, die sich seit Jahren für afrikanische Sexarbeiterinnen einsetzt: "Ich möchte denjenigen eine Stimme geben, die keine haben," sagte Bonetti vor rund hunderttausend jubelnden Menschen. "Den neuen Sklavinnen die in unser Land kommen, weil sie denken, hier eine bessere Zukunft zu finden. Für sie und für uns alle spreche ich heute diesen Appell aus, damit die Würde der Frau endlich anerkannt wird. Wir sind die Schwestern und Mütter dieser Sklavinnen", sagte Bonetti weiter, für sie und für uns müssen wir diesem entwürdigenden Frauenhandel und der Verneinung fundamentalster Menschenrechte ein Ende setzen!"

Den Protestkundgebungen wohnten nicht nur Frauen bei, auch viele Männer und ganze Familien waren zugegen. Alle zusammen forderten sie den Premier auf: "Dimettiti" - tritt zurück.


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(Quellen: www.fr-online.de, www.tagesspiegel.de, www.spiegel.de, www.repubblica.it)


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Beitrag vom 14.02.2011

AVIVA-Redaktion 






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