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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.09.2009

Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen - Verlosung
Iella Peter

AVIVA verlost 3 schöne Filmpakete Margarethe von Trottas neuer Film ist das mitreißende Porträt einer der faszinierendsten Persönlichkeiten des Mittelalters,...



... der √Ąbtissin, Vision√§rin und Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen.

Wir verbinden heute die historische Person Hildegard von Bingen vor allem mit ihrem Engagement als Naturheilkundlerin. Allerhand Kosmetikprodukte oder Hausmittelchen preisen ihre Leistungen unter dem Namen der ber√ľhmten Benediktinerin an. Wer aber war Hildegard von Bingen wirklich?



Margarethe von Trotta beleuchtet in ihrem neuen Film die unterschiedlichen Facetten Hildegard von Bingens Leben und Wirken. Einf√ľhlsam zeichnet von Trotta ein Bild dieser Vision√§rin, welches nicht nur die unnahbare Heilige pr√§sentiert, sondern auch die Frau dahinter zeigt: Ihre pers√∂nlichen Ambitionen, Sehns√ľchte und √Ąngste.

Mit acht Jahren wird Hildegard von ihren Eltern dem Kloster Disibodenburg √ľbergeben. Als zehntes Kind der Eltern soll sie ihr Leben der Kirche widmen. Im Kloster, einem Ort des Schweigens, des Gebets und des Gehorsams, h√§lt der strenge Abt Kuno, gespielt von Alexander Held, das Zepter fest in der Hand. Das junge M√§dchen wird in die Obhut der erst sechs Jahre √§lteren Jutta von Spornheim gegeben. In den folgenden Jahren wird von Spornheim zu ihrer Mentorin und gibt all ihr Wissen √ľber Heilkunde und Musik an die junge Hildegard weiter.

Als ihre Vertraute Jutta von Spornheim stirbt, lebt Hildegard bereits 23 Jahre als Nonne auf dem Disibodenberg. Sie wird, trotz ihrer Beteuerungen, sie sei unw√ľrdig f√ľr eine so hohe Aufgabe, von ihren Mitschwestern zur neuen Magistra, zur Leiterin der Frauenabteilung des Klosters, gew√§hlt. In der Folgezeit widmet sich Hildegard mit gro√üem Eifer der Literatur und dem Studium der Heilkunde. In einer Szene des Films, die neue Magistra lehrt ihre Sch√ľlerinnen gerade die heilende Kraft der Pflanzen und Kr√§uter, fordert Hildegard, dass "der Mensch eins sein muss mit der Natur, erst muss die Seele heil werden, dann der K√∂rper folgen.". Die Theologin war, mit dieser dem Leben zugewandten These, ihrer Zeit weit voraus. Nicht die Selbstkasteiung oder das extreme Fasten bringe den Mensch Gott n√§her, so von Bingen, sondern die Liebe des Menschen zum Leben sei die Verbindung zu Glaube und Gott.

Die Ideen und Gedanken der engagierten Magistra zeugen von großem Mut. Denn kaum eine Frau wagt es, in dieser von männlicher Dominanz geprägten Zeit, aus den strengen kirchlichen Regeln auszubrechen. Auch die Preisgabe der seherischen Fähigkeiten Hildegards ruft den Unmut ihrer männlichen Umgebung hervor.

Schon von Kindheit an hat die junge Hildegard Visionen, vertraut sich aber erst nach Jahren ihrem Wegbegleiter M√∂nch Volmar, verk√∂rpert von Heino Ferch, an. Volmar unterst√ľtzt sie in ihrem Wunsch, ihre Visionen nieder zu schreiben. Er ist es auch, der Abt Kuno von Hildegards Hellsehereien berichtet. Kuno reagiert unwirsch und veranlasst ein Treffen mit einer Gruppe von M√∂nchen, die Hildegard pr√ľfen sollen. Sie st√∂√üt auf gro√üe Skepsis, Ablehnung und offenen Chauvinismus. Ihr wird gedroht, sie als Ketzerin aus der Kirche auszuschlie√üen.

Aber Hildegard von Bingen l√§sst sich weder beirren, noch l√§sst sie sich einsch√ľchtern und schreibt an Bernhard von Clairvaux, den einflussreichen Zisterzienserm√∂nch und Mystiker dieser Zeit. Der bekannte M√∂nch ist beeindruckt von der Theologin und macht sich auf der Synode von Trier beim Papst zu ihrem F√ľrsprecher. Schlie√ülich erh√§lt Hildegard die Unterst√ľtzung aus Rom und die offizielle Erlaubnis zur Niederschrift ihrer Visionen.



Als von Bingen sich entschlie√üt, das Kloster Disibodenburg zu verlassen, um ein eigenes, in ihren Visionen bereits gesehenes, Frauenkloster zu errichten, muss sie sich wieder gegen Abt Kuno durchsetzen. Und trotz aller Widerst√§nde zieht sie mit zwanzig ihr ergebenen Nonnen auf den Rupertsberg bei Bingen und gr√ľndet dort in den Jahren 1147 bis 1150 ihr Kloster. Nachdem die Zahl der Nonnen im Rupertsberger Kloster st√§ndig zunimmt, erwirbt Hildegard 1165 zus√§tzlich das Augustiner-Kloster in Eibingen und errichtet dort ein Filialkloster.

Der Ruhm der charismatischen Vision√§rin und Heilerin geht inzwischen weit √ľber die Klostermauern hinaus. Selbst K√∂nig Friedrich Barbarossa ruft die √Ąbtissin als Beraterin in sein Schloss in Ingelheim. Sie predigt √∂ffentlich vor dem Volk und unternimmt auch im hohen Alter noch Predigtreisen zu verschiedenen Kl√∂stern in der Umgebung.

Margarethe von Trottas Verfilmung l√§sst die historische Hildegard von Bingen im Film in sehr positivem Licht erstrahlen. Kaum ein Kritikpunkt ist an der Figur zu finden. Nur als Hildegard erf√§hrt, dass ihre Seelenfreundin Richardis von Stade, eine junge Nonne ihrer Gemeinschaft, das Kloster auf Wunsch ihrer Mutter verlassen soll, gewinnt die ZuschauerIn Einblick in die dunklere Seite von Hildegards Pers√∂nlichkeit. Ihr Schmerz √ľber den Verlust der langj√§hrigen Freundin ist so stark, dass sie sich wie ein trotziges Kind verh√§lt und alle Hebel in Bewegung setzt, um den Fortgang ihrer Sch√ľlerin zu verhindern. Richardis bezichtigt, zu Recht, die zutiefst entt√§uschte Hildegard der "Eigensucht" und verl√§sst das Kloster.

Die renommierte Schauspielerin Barbara Sukowa verk√∂rpert im Film Hildegard von Bingen und schafft es, auch wenn die Dialoge manchmal etwas konstruiert und k√ľnstlich wirken, ihrer Rolle das gr√∂√ütm√∂gliche Ma√ü an Authentizit√§t abzugewinnen.

Alles in allem ist der Film "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" ein eindrucksvolles Zeugnis der bewegten Lebensgeschichte dieser selbstbewussten und modernen Theologin.

Zur Regisseurin: Margarethe von Trotta wurde in Berlin geboren und entschied sich nach ihrem Romanistik- und Germanistikstudium f√ľr den Besuch einer M√ľnchner Schauspielschule. Nach diversen Engagements als Schauspielerin und Drehbuchautorin feierte sie 1977 mit dem Film "Das zweite Erwachen der Christa Klages" ihr Regiedeb√ľt. Es folgten weitere Inszenierungen f√ľr Film und Fernsehen, darunter 2003 der Film "Rosenstra√üe", f√ľr die sie mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet wurde.



AVIVA-Tipp: Es gelingt Margarethe von Trotta in ihrem neuesten Werk, ein einf√ľhlsames und besonders intensives Portr√§t Hildegard von Bingens zu entwerfen. Sie verzichtet auf schnelle Schnitte und Szenenwechsel, um daf√ľr in ruhigen Bildern und sparsamen Dialogen die Figuren und ihre wechselseitigen Beziehungen plastisch zu inszenieren.




AVIVA-Berlin verlost 3 Filmpakete, bestehend aus 3 Origins-Sets (nourishing face lotion und foaming face wash) und 3 Bergkristall-Kettenanhängern der St. Hildegard-Posch GmbH. Weitere Infos zu den Produkten finden Sie unter: www.origins.de und www.hildegardvonbingen.at. Bitte nennen Sie uns den Namen der Filmfigur von Hildegards engstem Vertrauten, verkörpert durch Heino Ferch und senden bis zum 15.10.2009 eine Email an folgende Adresse: gewinnspiele@aviva-berlin.de




Vision ‚Äď Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Deutschland 2009
Buch und Regie: Margarethe von Trotta
DarstellerInnen: Barbara Sukowa, Heino Ferch, Hannah Herzsprung, Alexander Held, Lena Stolze u.a.
Verleih: Concorde Filmverleih
Lauflänge: 111 min.
Kinostart: 24. September 2009
Weitere Infos unter: www.vision-derfilm.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Rosenstra√üe. Ein Film von Margarethe von Trotta √ľber den legend√§ren Protest der Ehefrauen vor dem Sammellager in der Rosenstra√üe in Berlin 1943.

Das Versprechen. Im Vordergrund der, von Margarethe von Trotta, verfilmten Geschichte steht ein Liebespaar, das auch √ľber die Grenzen der Berliner Mauer hinweg den Kampf um das gemeinsame Gl√ľck niemals aufgibt.

Ich bin die Andere. Ein Film von Margarethe von Trotta √ľber eine Frau mit multipler Pers√∂nlichkeit.

Gewinnspiele Beitrag vom 22.09.2009 AVIVA-Redaktion 





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