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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 17.04.2013


Koby Israelite - Blues From Elsewhere
Sabine Reichelt

Auf seinem neuen Album nimmt uns der israelische Künstler mit auf eine musikalische Reise durch den Mittleren Westen der USA, auf der sich Rock, Blues, Folk und Country mit osteuropäischen...




...Klängen, Instrumenten und Melodien verbinden.

Eine erste Kostprobe davon serviert uns der Musiker bereits mit Track Eins, der den ein wenig kalauernden Titel "Johnny has no cash no more" trägt. Der typische Johnny-Cash-Sound – mit entspanntem Bass, Schlagzeug und Gitarren – wird hier ergänzt durch Israelites Akkordeonspiel. Denn was anderen MusikerInnen ihre Gitarre ist, ist ihm seine Harmonika. "Accordion is the new guitar" meint er selbstironisch. Der gleichnamige Titel beginnt getragen mit einer einfachen, aber schönen Balkan-Melodie, bevor dann Schlagzeug, Gitarren und Bass einsetzen und aus dem anfänglich so ruhigen Stück eine Rockkomposition werden lassen, deren Kontur Israelite virtuos umspielt. Akkordeon- und Gitarrensolo gehen hier ineinander über.

Auf einen Klangkörper reduzieren lässt sich Koby Israelite jedoch nicht, er ist Multi-Instrumentalist. Der in Tel Aviv geborene und aktuell in London lebende Komponist erhielt bereits im Kindesalter Klavierunterricht und studierte später Musik. Auf seiner neuen CD bringt er eine beeindruckende Palette an Instrumenten zum Klingen – Schlagzeug, Gitarre, E-Bass, Banjo, Mandoline, Bouzouki (eine Langhalslaute), Klarinette, Saxophon, Klavier, Keyboards und Querflöte – und alle auf höchstem Niveau. Da aber auch Israelite nur zwei Hände, Füße und einen Mund besitzt und nicht alle Instrumente parallel spielen kann, hat er sich Gäste eingeladen: den Bassisten Yaron Stavi, Tigran Aleksanyan an der Duduk und der Klarinette, den Gitarristen Ofir Gal und John Telfer am Tenorsaxophon.

Bei einigen Stücken wird Israelite außerdem von zwei Sängerinnen unterstützt. Mit Annique hat der Künstler zusätzlich ein eigenes Projekt gestartet, aus dem das Singer-Songwriter-Album "No Man´s Land" entstanden ist. Von schnellen Rhythmen getrieben vermittelt ihr Gesang die Atemlosigkeit des US-amerikanischen Lebensgefühls. Ganz anders Mor Karbasi, die FreundInnen der Ladino-Musik auch als Liedermacherin bekannt ist, da die in Jerusalem geborene Künstlerin vornehmlich in der Sprache der sephardischen Jüdinnen und Juden singt. Auf "Blues From Elsewhere" ist sie mit dem wunderschönen Klagelied "Lemi evke" auf Hebräisch zu hören.

Auch in der Vergangenheit arbeitete Israelite bereits mit verschiedenen Größen der internationalen Musikszene. Die Gypsy-Brass-Band Fanfare Ciocarlia gehört genauso dazu wie Madonna, zu deren Film "Filth and Wisdom" er einen Song beisteuerte. Nachdem Israelite seine vier vorhergehenden Alben beim legendären Avantgarde-Label Tzadik von John Zorn veröffentlichte, erscheint die aktuelle CD bei Asphalt Tango, der Anlaufstelle für Balkan-Musik.

Dabei ist die Musik Südosteuropas für Koby Israelite nur der Ausgangspunkt. Zwischen Klezmer und knallhartem Rock, Led Zeppelin und arabischer Melodie bewegt sich seine musikalische und rhythmische Vielfalt. Die Stücke sind teils tanzbar, teils nachdenklich. Zur ersten Kategorie gehört "East of Nashville": südosteuropäischer Volkstanz mischt sich hier mit dem Beat eines Country-Songs. Ein weiterer Track, "Just cliches", macht seinem Namen alle Ehre, bevor das musikalische Klischee samt Zweivierteltakt dann von jazzigen Elementen durchbrochen wird. Konstante ist, wie bei allen Stücken, das Akkordeon. Das Finale des Albums bildet eine Coverversion des Led-Zeppelin-Klassikers "Kashmir". Koby Israelite ersetzt die Stimme dabei gekonnt durch eine Duduk, ein armenisches Holzblasinstrument mit herrlich klagendem Ton.

AVIVA-Tipp: Mit Spielfreude, Experimentierfreudigkeit, Mut und dem richtigen Maß an Humor und Ernsthaftigkeit liefert Koby Israelite ein Album, das überrascht und erfrischt, bestärkt und bewegt, und dabei so komplex ist, dass die Hörerin auch beim zehnten Hören noch Neues entdecken kann.

Koby Israelite
Blues From Elsewhere

Label: Asphalt Tango Records
VÖ in D / A / CH: 15. März 2013
www.asphalt-tango.de

Mehr Infos:

kobyisraelite.com

Koby Israelite auf Facebook

www.morkarbasi.com

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Beitrag vom 17.04.2013

Sabine Reichelt 






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