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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 25.04.2008


Mein Erstes Mal – Frauen aus vier Generationen erzählen
Stefanie Denkert

Jutta Vey lässt 22 Frauen im Alter von 16 bis 86 Jahren von ihrem ersten sexuellen Erlebnis erzählen. Somit hat sie 70 Jahre gelebte Sexual- und Sozialgeschichte in einem Buch zusammengetragen.




Bis zur ´sexuellen Revolution´ Ende der 1960er Jahre war Sexualität sowohl privat als auch öffentlich ein großes Tabuthema. Obwohl sich die Sexualmoral seitdem sehr verändert hat, ist es immer noch nicht so einfach, frei über Sex zu reden – vor allem nicht über die weibliche Sexualität. Das hat zuletzt Charlotte Roche mit ihrem Debutroman "Feuchtgebiete" medienwirksam bewiesen.

Die Teenagerinnen von heute können sich allerdings sowohl mit FreundInnen als auch anonym in Internet-Foren über Sex-Themen austauschen. Ihre Mütter hatten "Dr. Sommer" aus der Bravo als Informationsquelle und Oswald Kolle – aber wie wurden unsere Großmütter aufgeklärt? Neben dem Thema Aufklärung geht es in "Mein Erstes Mal" auch um die erste Menstruation, Geschlechtskrankheiten, um sexualisierte Gewalt, um Schwangerschaft, Abtreibung und Verhütung. Natürlich erfahren wir auch von den Ängsten, Sehnsüchten und der Lust, die Frauen mit dem (ersten) Sex verbinden.

Die Journalistin Jutta Vey hat für "Mein erstes Mal" mit 22 Frauen unterschiedlichster Herkunft, Bildung und Alter gesprochen. Vor dem Hintergrund des jeweils herrschenden Zeitgeistes erzählen die Frauen offen und ehrlich ihre persönliche Geschichte: über ihr Umfeld, ihre Erziehung, was sie vor dem ersten Mal über Sex wussten und wie sie es erlebt haben. "Mein Erstes Mal" ist somit auch Dokumentation deutscher Sexualgeschichte aus weiblicher Sicht von der NS-Zeit über die ´prüden´ 1950er und die ´wilden´ siebziger Jahre bis hin zu den Teenagerinnen von heute, bei der der Wandel der Sexualmoral im Verlauf der letzten siebzig Jahre sehr deutlich wird.

AVIVA-Tipp: "Mein erstes Mal" ist ein großartiger Ansatz für ein Buch über Sexualität aus weiblicher Sicht - schwerpunktmäßig geht es hier allerdings ausschließlich um Heterosex. Dennoch, die LeserInnen erfahren hier erstaunliches und intimes, das frau nirgendwo sonst nachlesen kann. Großes Lob an Jutta Vey für die Auswahl der unterschiedlichen Frauen, wodurch ein großes Spektrum an Erfahrungen abgedeckt wird. Besonders authentisch wird das Buch auch durch die weitgehende Erhaltung der unterschiedlichen Sprachstile. Auch für Männer, die mehr über die weibliche Sexualität erfahren wollen, ist "Mein Erstes Mal" sehr zu empfehlen!

Zur Autorin: Jutta Vey, geboren 1970, ist freie Journalistin für Frauen-, Fernseh- und Promizeitschriften. Nach ihrem Magisterstudium in Marburg (Germanistik und Medienwissenschaft) lernte die gebürtige Fuldaerin ihr Handwerk bei einer Tageszeitung in Neumünster. Nach Stationen als Redakteurin bei zwei Frauenzeitschriften machte sie sich 2005 selbständig. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Sozialreportagen, Frauenporträts und Service-Berichterstattung. Jutta Vey lebt und arbeitet in Hamburg. (Verlagsinfo)

Jutta Vey -
Mein Erstes Mal – Frauen aus vier Generationen erzählen

Schwarzkopf und Schwarzkopf, erschienen im April 2008
Broschiert, 280 Seiten
ISBN-10: 3896028189
ISBN-13: 978-3896028181
9,90 Euro

Weiterlesen auf AVIVA Berlin:

Mia Ming - "Schlechter Sex"

Charlotte Roche – "Feuchtgebiete"

Anke Bernau – "Mythos Jungfrau. Die Kulturgeschichte weiblicher Unschuld"

Marcel Feige (Hrsg.) - "Wa(h)re Lust: Zuhälter, Prostituierte und Freier erzählen"

Virginie Despentes - "King Kong Theorie"


Literatur

Beitrag vom 25.04.2008

AVIVA-Redaktion 






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