Leymah R. Gbowee - Wir sind die Macht - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Literatur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD
AVIVA-Berlin > Literatur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   J├╝disches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 24.09.2012

Leymah R. Gbowee - Wir sind die Macht
Laura W├Âsch

Die liberische Friedensnobelpreistr├Ągerin ist die zentrale Figur der Frauenbewegung in Westafrika. In ihrer Autobiografie zeichnet sie ihren langen Weg hin zu Emanzipation und hartn├Ąckigem ...



...Engagement in Frauenpolitik nach.

Vierzehn Jahre lang, von 1989 ÔÇô 2003, herrschte in Liberia ein Krieg, der sich als Folge innerethnischer Konflikte und einem Machtkampf zwischen Warlords und Rebellen heraus entwickelt hatte, und schlie├člich in der Schreckensherrschaft von Charles Taylor gipfelte. Leidtragende des grausamen B├╝rgerkriegs waren vor allem Frauen und Kinder, die von der jeweiligen Gegenseite systematisch vergewaltigt oder als Rebell_innen rekrutiert und instrumentalisiert wurden. Frauen waren aber auch diejenigen, die durch gewaltfreie Proteste einen Friedensprozess im Land einleiteten.

Der Weg dorthin dauerte jedoch lange. Leymah Gbowee ist Kpell├ę, geh├Ârt also einer Ethnie an, die im Gegensatz zu den "Ameriko-Liberianer_innen" keine staatlichen Privilegien genie├čt. Dennoch erm├Âglichen ihr ihre Eltern eine Schulausbildung, mit deren Abschluss Gbowee ihre Autobiografie beginnt. Sie erz├Ąhlt von einem Gef├╝hl des Stolzes, der sie selbst und ihre Eltern erf├╝llte: "Die Welt geh├Ârte mir". so der Titel ihres ersten Kapitels. Zur selben Zeit, als Leymahs Kindheit zu seinem Ende findet, beginnen sich die Unruhen im Land auszubreiten. Der darauf folgende B├╝rgerkrieg st├╝rzt Liberia, trotz seines Ressourcen-Reichtums, in den wirtschaftlichen Ruin und f├╝hrt die Bewohner_innen des Landes durch eine menschliche H├Âlle, in der Gemetzel und Vergewaltigung an der Tagesordnung stehen. Leymah Gbowees Traum, einmal Kinder├Ąrztin zu werden, muss einem Albtraum weichen, in dem sie permanenter Bedrohung durch Soldaten und Rebellen ausgesetzt ist. Als Folge dieser Situation findet sie sich schlie├člich in einem Fl├╝chtlingslager in Ghana und einer gewaltt├Ątigen Beziehung wieder. Statt einer Ausbildung nachzugehen, bringt sie vier Kinder zur Welt und verliert unter der Machtaus├╝bung ihres Mannes ihr Selbstvertrauen und versinkt in Depressionen. Aus Sehnsucht nach ihrer Heimat und Familie kehrt sie schlie├člich in die Hauptstadt Monrovia zur├╝ck, ein zerr├╝ttetes Krisengebiet, in dem die Menschen traumatisiert oder nicht mehr am Leben sind.

Mit Unterst├╝tzung ihrer Schwester Geneva beginnt Leymah Gbowee schlie├člich eine Ausbildung, die sie aus ihrer gewaltverkrusteten Beziehung herausholen und in die Zukunft f├╝hren wird. Zun├Ąchst widmet sie sich im Zuge ihrer Ausbildung als Sozialarbeiterin der Traumabehandlung von Frauen und Kindern. "Erst, wenn die Wunde wirklich ges├Ąubert ist, kann der Heilungsprozess starten", sagt sie in einem Interview der taz gegen├╝ber. Man m├╝sse immer wieder das Gespr├Ąch mit den Menschen suchen, um ihnen die Ursachen des Krieges und die Voraussetzungen f├╝r den Frieden zu erkl├Ąren.

Kurz nach seiner Gr├╝ndung wird Leymah Gbowee Koordinatorin des Netzwerks WIPNET (Women in Peacebuilding Network), einer Initiative, die Frauen in die Friedensarbeit und politische Entscheidungsprozesse miteinbeziehen m├Âchte. In Weiterbildungsseminaren werden Frauen in Westafrika in Konfliktarbeit ausgebildet, um sie als politische Akteurinnen und Entscheidungstr├Ągerinnen sichtbar zu machen. Nachdem die Gewaltherrschaft von Charles Taylor kein Ende nehmen will, initiiert WIPNET einen ausschlie├člich von Frauen angef├╝hrten friedlichen und gewaltfreien Protest, bei dem sie in wei├če Gew├Ąnder geh├╝llt wochenlang ein Feld okkupieren und ihren Ehem├Ąnnern den Geschlechtsverkehr verweigern. Sie leiten damit die Friedensprozesse in Liberia ein. Um die Organisation autonom von Frauen verwalten zu k├Ânnen, gr├╝ndet Leymah R. Gbowee schlie├člich das Netzwerk WIPSEN (Women in Peace Security Network) und k├Ąmpft weiterhin f├╝r Bildung und Arbeit, eine h├Âhere Wahlbeteiligung und Sichtbarkeit von Frauen in Politik und Gesellschaft. Der Prozess ist noch lange nicht beendet.

"Leymah R. Gbowee f├╝hrte Liberia aus der Dunkelheit heraus." (Ellen Johnson Sirleaf, Pr├Ąsidentin von Liberia)

AVIVA-Tipp: Die Friedensnobelpreistr├Ągerin Leymah R. Gbowee beschreibt in "Wir sind die Macht" teils behutsam zur├╝ckhaltend, teils schonungslos ehrlich ihren Lebensweg, der mit der Geschichte des krisengesch├╝ttelten Landes Liberia untrennbar verbunden ist. Mutig und offen gew├Ąhrt sie Einblick in ihren eigenen Bewusstwerdungsprozess, der einer des ganzen Landes werden sollte.

Wir sind die Macht
Autobiografie der Friedensnobelpreistr├Ągerin Leymah R. Gbowee
Unter Mitarbeit von Carol Mithers
Originaltitel: Mighty Be Our Powers
Aus dem Amerikanischen von Susanne Held
Klett-Cotta Verlag, erschienen 24. August 2012
319 Seiten
21,95 Euro
ISBN: 978-3-608-94739-7

1,- Euro pro Buch geht an die Friedensorganisation "Women in Peace and Security Network Africa" (WIPSEN-Africa).


Mehr Infos unter: www.klett-cotta.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Drei Frauen erhalten den Friedensnobelpreis 2011

25. Forum Globale Fragen am 23. M├Ąrz 2010 - Frauen als Akteure in Friedensprozessen - 10 Jahre VN-Sicherheitsresolution 1325

Frauen und Kriege in Afrika - Ein Beitrag zur Gender-Forschung

Nobelpreisvergabe an Leymah Gbowee, Ellen Johnson Sirleaf und Tawakkul Karman - TERRE DES FEMMES fordert Einbeziehung von Frauen in Friedensprozessen

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen

Peace Women - Frauen mit dem Friedensnobelpreis, von Angelika U. Reuter und Anne R├╝ffer.

1000 Frauen f├╝r den Friedensnobelpreis, eine Initiative mit dem Ziel, weltweit auf die verschiedenartige Friedensarbeit von Frauen aufmerksam zu machen.

Female Leadership. Die Macht der Frauen. Von den Erfolgreichsten der Welt lernen

Literatur Beitrag vom 24.09.2012 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken