Amadeu Antonio Stiftung informiert in neuen Brosch├╝ren ├╝ber Neonazi-Strategien im Netz und liefert Widerstandsstrategien - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Finanzkontor
AVIVA-Berlin > Public Affairs AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 13.03.2013

Amadeu Antonio Stiftung informiert in neuen Brosch├╝ren ├╝ber Neonazi-Strategien im Netz und liefert Widerstandsstrategien
Nele Herzog

Wer danach sucht, wird auch f├╝ndig: Viele Rechtsextreme stehen in Sozialen Netzwerken offen zur ihrer Gesinnung. Viel beunruhigender aber sind die noch zahlreicheren, versteckten Anspielungen ...



... auf braune Inhalte, die vor allem Jugendliche f├╝r sich gewinnen wollen.

In Webauftritten von Organisationen wie der NPD gilt es neuerdings, m├Âglichst unauff├Ąllig und b├╝rgerInnennah zu wirken. Mittlerweile werden die Profile und Seiten der ganz offen hasserf├╝llten Nazis zu schnell gesperrt, geblockt, verbannt, als dass diese ihre Propaganda in der K├╝rze der Pr├Ąsenz f├╝r potentielle neue Anh├ĄngerInnen schmackhaft machen k├Ânnten. Codes wie die "88" (steht f├╝r den achten Buchstaben des Alphabetes, soll auf "Heil Hitler" verweisen) oder das doppelte "S" (als Anspielung auf die SS-Runen, beispielsweise innerhalb des Wortes "Gr├╝SSe" verwendet) sind f├╝r NetzwerkbetreiberInnen und NutzerInnen inzwischen leicht zu verstehen, deren Bedeutung ist in der ├ľffentlichkeit durch engagierte Organisationen bereits ausf├╝hrlich angeprangert worden. Kurz: Sie ziehen nicht mehr.

Rechte Tarnungsstrategien

L├Ąngst sind Soziale Netzwerke wie Facebook und YouTube unbemerkt zur neuen Basis f├╝r rechtspopulistische und rechtsextreme MitgliederInnenwerbung mutiert. Neonazis suchen sich ihre Nischen innerhalb der Freiheiten, die das Internet bietet und m├╝ssen nicht mehr nur m├╝hsam auf Schulh├Âfen Rechtsrock-CDs verteilen, sondern k├Ânnen bequem von Zuhause aus ihre menschenfeindlichen Ideologien verbreiten. Dabei setzen die Braunen auf thematische Ans├Ątze, die jungen, noch nicht in ihrer politischen Meinung gefestigten Menschen, zun├Ąchst interessant erscheinen k├Ânnten. Es wird behauptet, sich um Umweltschutzbelange zu sorgen, mit schrillen Stimmen nach Todesstrafen f├╝r Kindersch├ĄnderInnen verlangt und die Schuld f├╝r Finanzkrise, Politikverdrossenheit und die ├ťberalterung der deutschen Gesellschaft wahlweise bei fiktiven j├╝dischen Geheimorganisationen, der Demokratie und ihren Bef├╝rworterInnen oder den MigrantInnen gesucht. Um die Onlineauftritte aktuell und ansprechend aussehen zu lassen, klauen ihre BetreiberInnen flei├čig Symbole und Slogans von Linksradikalen, NetzaktivistInnen und Gr├╝nen, um diese dreist und unkreativ ins Gegenteil zu verkehren und f├╝r die eigene Sache zu verwerten.

Erschreckender Erfolg

Dahinter steckt stets die alte, tumbe Leier, darauf ist Verlass. Den Holocaust leugnend, Fremdenhass sch├╝rend, nordische Mythologie verkl├Ąrend und die Demokratie systematisch unterwandernd, frisst sich die braune Wurzel durch das Medium Internet, ohne dass die meisten NutzerInnen etwas davon mitbekommen. Das beste Beispiel f├╝r eine fatal-erfolgreiche, rechtspopulistische Strategie stellt bisher die Facebook-Seite "Keine Gnade f├╝r Kindersch├Ąnder" dar, welche Bez├╝ge zu NPD und rechtsextremen MusikerInnen wie Sleipnir und Annett M├╝ller nicht verheimlichte und in ihrer Hochphase f├╝r die Veranstaltung "Kinder sind Zukunft - stoppt Missbrauch an Kindern" 212.000 Zusagen bekam (53.000 NutzerInnen wollten vielleicht teilnehmen, weitere 732.000 waren eingeladen und hatten nicht reagiert). Nachdem die Seite 2011 von Facebook gel├Âscht worden war, sprossen sofort Dutzende neue stellvertretend an die Onlineoberfl├Ąche, "Todesstrafe f├╝r Kindersch├Ąnder" ist mittlerweile schon wieder bei etwa 5.000 Likes angekommen. Ein anderes alarmierendes Beispiel stellt die islamfeindliche Seite "Burka? NEIN! Sharia? NEIN! Minarett? NEIN! -Und dazu steh ich!!" dar, welche ebenfalls die 5.000 Likes Marke anpeilt. Das Profilbild verlangt frei heraus: "Schlu├č mit lustig ÔÇô Multikulti Ade!", auf dem Profilbanner ist ein ├╝berstilisierter Comic-Wikinger im Begriff, mit seinem Hammer einen schlecht hineinmontierten Mohammed-Kopf zu zertr├╝mmern. Es ist nicht anzunehmen, dass ausschlie├člich politisch rechts orientierte Menschen diese Seiten gefallen, sondern dass die Mehrheit von ihnen, in Unwissenheit ├╝ber die wahren Hintergr├╝nde, vorschnell dazu hingerissen waren, eine Position in der Debatte um Integration und die Bestrafung von Sexualstraft├ĄterInnen einzunehmen. Diese Un├╝berlegtheit bietet einen perfekten Ansatzpunkt f├╝r rechte MitgliederInnenwerbung, was nach einer l├╝ckenlosen Aufkl├Ąrung von InternetznutzerInnen jeden Alters ├╝ber derartige Strategien im Netz verlangt.

Aufkl├Ąrungsarbeit

Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich schon seit 1998 aktiv gegen Neonazis - auch gegen deren Netzpr├Ąsenz - ein, schuf gemeinsam mit der Zeit das Projekt "Netz gegen Nazis", um online zu informieren, Demokratie zu st├Ąrken und eine Diskussionsplattform zur Vernetzung zu bieten. Um auf die spezielle Situation in sozialen Netzwerken zu reagieren, gibt es nun au├čerdem das Mitmachblog "no-nazi.net". Die BetreiberInnen begegnen Jugendlichen in Netzwerken wie Sch├╝lerVZ, Jappy, wer-kennt-wen.de oder Twitter auf Augenh├Âhe und informieren gleichzeitig laufend ├╝ber die Merkmale rechtsextremer, rassistischer, antisemitischer und antiziganistischer Inhalte im Onlineraum, wie mensch diese identifizieren kann und welche Gegenma├čnahmen ergriffen werden k├Ânnen.

Die Brosch├╝ren "Liken. Teilen. Hetzen. Neonazi-Kampagnen in Sozialen Netzwerken" sowie "Zwischen Propaganda und Mimikry- Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken" vereinen nun die Recherche-Arbeiten beider Projekte, werden in Print und Online f├╝r jedeN zur Verf├╝gung gestellt. Dabei ist letztere eine eher offiziell aufbereitete Version f├╝r LeserInnen jeder Altersgruppe und erstere eine speziell auf Jugendliche abgestimmte Zusammenstellung der Informationen. Anetta Kahane, die Vorsitzende der Stiftung erkl├Ąrt dazu:

"In den Sozialen Netzwerken verbringen Jugendliche heutzutage mehr Zeit als auf dem Schulhof. Sie sollten wissen, was sie tun k├Ânnen, wenn Menschenfeinde versuchen, sie zu manipulieren und auf ihre Seite zu ziehen."

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.amadeu-antonio-stiftung.de

www.no-nazi.net

www.netz-gegen-nazis.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

EXIT nervt Nazis mit trojanischen T ÔÇô Shirts

ClickworkerInnen finden 1550 rechtsextreme Internetseiten und Web 2.0-Eintr├Ąge

Amadeu Antonio Stiftung fordert bessere Finanzierung f├╝r Projekte gegen Rechts

Amadeu Antonio Stiftung pr├Ąsentiert die F├Ârderbilanz 2012

361 Grad Respekt 2010

Zentralrat der Juden bereitet Klage gegen Google und YouTube vor






Public Affairs Beitrag vom 13.03.2013 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken