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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 29.09.2010

ClickworkerInnen finden 1550 rechtsextreme Internetseiten und Web 2.0-Einträge
AVIVA-Redaktion

Der Internetdienstleister clickworker.com hat seine MitarbeiterInnen beauftragt, das Netz nach rechtsextremen Seiten zu durchforsten. Die Ergebnisse der Suche zeigen: Im Netz existiert eine...



... enorm große Auswahl an Angeboten, die Menschenfeindlichkeit als eine Form des schicken Livestyles vermarkten.

Im Forum hei√üen sie "NSDAP88", h√∂ren online "Radio Heimattreu" und suchen bei "Widerstands-Partner" die Frau oder den Mann f√ľrs Leben: Rechtsextreme sind vielf√§ltig im Internet unterwegs, und die Gr√∂√üe und Schnelllebigkeit des Mediums machen es oft schwierig, den √úberblick √ľber rechtsextreme Aktivit√§ten zu behalten und ihnen entgegen zu treten.

Gezielte Suche nach rechter Netzpräsenz

Hier setzt eine Aktion der freien MitarbeiterInnen des Internetdienstleisters clickworker.com und netz-gegen-nazis.de an. Um gegen Rechtsextreme im Internet aktiv zu werden, forderte die Crowdsourcing-Firma ihre ClickworkerInnen vom November 2009 bis M√§rz 2010 auf, rechtsextreme Internetseiten aufzusp√ľren. Engagiert machten sich die ClickworkerInnen, die sonst f√ľr KundInnen Informationen aus dem Internet zusammentragen und bearbeiten, auf die Suche.

Es entstand eine Sammlung von √ľber 1550 Webseiten, Eintr√§gen in sozialen Netzwerken und Videos. Zur Auswertung wurden diese Seiten an die Redaktion von netz-gegen-nazis.de, dem Internetportal der Amadeu Antonio Stiftung und der ZEIT, √ľbergeben. Diese arbeitete sich durch die Sammlung menschenverachtender Ideologie und analysierte, wie Rechtsextremismus im Internet erscheint. Hierbei zeigt sich: Neben ‚Äď erwartbaren ‚Äď Internetseiten rechtsextremer Organisationen oder geschichtsrevisionistischer "Aufkl√§rungsseiten" finden sich zahlreiche Angebote, die Rechtsextremismus als Lebensstil und Jugendkultur verbreiten. Neben Liedern rechter Bands als Handy-Klingelton finden sich rechtsextreme Computerspiele "arischer K√§mpfer" im Internet, hier kann mensch seine Google-Startseite mit Frakturschrift "versch√∂nern" oder ins "NaziVZ" "einmarschieren". Gerade als "Humor" deklarierte Angebote bieten oft ein Einfallstor f√ľr √ľbelste Ressentiments, die bis in die Mitte der Gesellschaft verbreitet und belacht werden. Die vollst√§ndige Analyse befindet sich bereits auf der Website von netz-gegen-nazis.de.

Zivilcourage im Netz

Die Aktion der ClickworkerInnen von clickworker.com ist beispielhaft f√ľr das, was sich die Redaktion von netz-gegen-nazis.de als Engagement gegen Rechtsextremismus im Internet w√ľnscht: "Hier bekennen sich zivilgesellschaftliche AkteurInnen zu einem demokratischen Standard, den sie im Internet verteidigen wollen. Sie √ľberlegen, wo ihre St√§rken liegen ‚Äď in der Manpower von zur Zeit √ľber 60.000 ClickworkerInnen - und werden aktiv", sagt Simone Rafael, Chefredakteurin von netz-gegen-nazis.de.

Heike Altmeier, Vizepr√§sidentin des Marketings von clickworker.com, erl√§utert: "Gesellschaftliches Engagement sehen wir als junges und weltweit agierendes Unternehmen als selbstverst√§ndlich an. Wir unterst√ľtzen soziale Projekte, f√ľr die wir auf Grund unseres enormen Potenzials an ClickworkerInnen geradezu pr√§destiniert sind. Rassismus in jeglicher Form ist uns zuwider und auch in keiner Weise verst√§ndlich oder nachvollziehbar. Wir freuen uns, mit unseren weltweit ans√§ssigen ClickworkerInnen einen kleinen Beitrag zur Bek√§mpfung der Ver√∂ffentlichung und Verbreitung solcher Inhalte geleistet zu haben. Auch in Zukunft werden wir das gro√üe Engagement der Amadeu Antonio Stiftung weiter unterst√ľtzen."

Die Daten der 1550 rechtsextremen Webseiten und Postings sind an die Staatsanwaltschaft √ľbergeben worden. Erardo Rautenberg, Brandenburger Generalstaatsanwalt, lobte die Initiative der ClickworkerInnen: "Die von netz-gegen-nazis.de und clickworker.com vorgelegte Recherche belegt die Vielfalt rechtsextremistischer Aktivit√§ten und Erscheinungsformen im World Wide Web, zeigt deren Gefahren auf und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bek√§mpfung antidemokratischer und menschenverachtender Ideologien, die sich zunehmend √ľber das Internet verbreiten und vor allem Jugendliche und Heranwachsende zu indoktrinieren suchen. Mut macht das Engagement derjenigen, die sich im Netz aktiv gegen solche neonazistischen Tendenzen stellen." Die Daten werden nun von Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bek√§mpfung von Computer- und Datennetzkriminalit√§t in Cottbus gepr√ľft.

netz-gegen-nazis.de hat die gemeinsame Einrichtung der Bundesl√§nder f√ľr den Jugendschutz im Internet, jugendschutz.net, gebeten, f√ľr die jugendgef√§hrdenden Seiten Kontakte zu den entsprechenden Providern oder SeitenbetreiberInnen aufzunehmen, und zu fragen, ob sie solchen Inhalten wirklich Platz geben m√∂chten. jugendschutz.net sichtet seit zehn Jahren rechtsextreme Webaktivit√§ten und geht erfolgreich gegen unzul√§ssige Angebote im In- und Ausland vor. Auf dem Informationsportal hass-im-netz.info von jugendschutz.net k√∂nnen rechtsextreme Internetseiten auch direkt gemeldet werden.

clickworker.com und netz-gegen-nazis.de wollen die Aktion im kommenden Jahr wiederholen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Von "Widerstands-Partner" bis zu antisemitischer Satire - Rechtsextremer Lifestyle im Internet: www.netz-gegen-nazis.de

Informationsportal und Beschwerdestelle: www.hass-im-netz.info

Die Initiative f√ľr mehr Sicherheit im Netz: www.klicksafe.de

Clickworker: www.clickworker.com

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Public Affairs Beitrag vom 29.09.2010 AVIVA-Redaktion 





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